Was tun mit abgestorbenen Fichten im Wald?

Die riesigen Flächen mit abgestorbenen Fichten am Plackweg im Sauerland wurden vollständig geräumt. Entstanden sind quadratkilometergroße Freiflächen.

Screenshot Waldrodung am Lörmecke Turm Warstein.

Hoheitlich zuständig sind zwar die Förster des Landesbetriebs Wald-und-Holz NRW. Aber dem Landesbetrieb gehören die Flächen nicht; Eigentümer sind Privatleute, Städte, Gemeinden und auch Kirchen. Und der Eigentümer entscheidet, was passiert. Die Förster können lediglich Vorschläge machen und beratend zur Seite stehen. Weiterlesen

1. Weihnachtstag

Frohe Weihnachten!

Herr Striepen vom Landesbetrieb Wald-und-Holz NRW hat mir ein sehr schönes Weihnachtsgeschenk gemacht und meinen offenen Brief beantwortet. Seine detaillierten Antworten lassen – fast – keine Fragen zur Naturwaldzelle Rosenberg offen. Das ist wirklich eine schöne Bescherung – und das schreibe ich ohne jede Ironie.

Lesen Sie hier die ausführliche Antwort von Herrn Striepen: Geschichte der Naturwaldzelle Rosenberg.

Adventskalender – 21. Dezember

Forstschutz im Sauerland

Das Adjektiv “forstschutzrelevant” wird im Nachhaltigkeitsbericht 2020/21 von Wald-und-Holz-NRW 17-mal verwendet. Es ist offenbar so wichtig, dass es eigens erklärt wird – im Gegensatz zu vielen anderen forstwirtschaftlichen Fachbegriffen, die im Bericht wie selbstverständlich und ohne jede Erklärung benutzt werden:

“Forstschutzrelevante Hölzer sind im Zusammenhang mit der aktuellen Borkenkäferkalamität Fichten, die akut vom Borkenkäfer befallen sind und unter deren Baumrinde der Käfer in verschiedenen Entwicklungsstadien aktiv ist. Von diesen Fichten geht bei Ausfliegen der Käfer eine Gefahr für die noch intakten sowie noch nicht befallenen Fichtenbestände aus – weshalb sie möglichst umgehend aus dem gefährdeten Wald gebracht werden müssen.”1Nachhaltigkeitsbericht 2020/21, S. 29

Weiterlesen

Adventskalender – 18. Dezember

Haben die Klima-Aktivisten nicht recht?

“Die Förster sollen endlich ihre rosarote Brille abnehmen und der Wahrheit ins Auge blicken? Es hat sich ausgeförstert! Nach der nächsten Dürrekatastrophe können sie im Sauerland höchstens noch Kakteen pflanzen! Oder wollen die Förster etwa den Klimawandel leugnen? Wollen sie etwa behaupten, so schlimm werde es schon nicht werden? Das haben sie früher auch immer gesagt! Das mit dem Borkenkäfer, das wird schon nicht so schlimm! Und jetzt? Nein, es hat sich ausgeförstert! Schluss! Statt Wald gibt es in Zukunft Solarparks! Und aus Wald-und-Holz-NRW wird Solar-und-Green-Energy-NRW!”

 

Adventskalender – 13. Dezember

2020 exportiert der Landesbetrieb Wald und Holz NRW fast die Hälfte seiner Fichten nach Asien. Und macht trotzdem über 12 Mio. € Verlust. Warum hat man die Fichten nicht einfach stehen gelassen?

“Wie die beiden Vorjahre war auch das Jahr 2020 durch den Einschlag von Kalamitätsholz geprägt. Rund 95 % des Holzeinschlages entfielen auf die Baumartengruppe Fichte. Die regionalen Absatzmärkte waren nicht in der Lage, das anfallende Kalamitätsholz aufzunehmen, so dass rund 40 % der verkauften Holzmenge in den Export (v. a. nach Asien) gingen.”1Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Nachhaltigkeitbericht 2020/21, S. 64

 

Adventskalender – 12. Dezember

Sehe ich das richtig? Der Forstbetrieb des Landes NRW hat 2020 einen Verlust von 12,8 Mio. € gemacht? Nach einem Verlust von 9,2 Mio. € im Vorjahr? Und das, obwohl sich die verkaufte Holzmenge fast verdoppelt hat?

“Die Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Holz sind gegenüber dem Geschäftsjahr 2019
um 12,2 % angestiegen. Im Jahr 2020 hat sich die eingeschlagene und verkaufte Holzmenge von 964 Tfm auf 1.850 Tfm fast verdoppelt. Der durchschnittliche Holzerlös lag um 43 % unter dem Vorjahreserlös (22,07 EUR/fm; Vorjahr: 38,61 EUR/fm). Kalamitätsbedingt sind die Kosten insbesondere für die Aufarbeitung, Bereitstellung und Lagerung des Holzes stark angestiegen (EUR 26,2 Mio.; Vorjahr: EUR 20,5 Mio.). […] Insgesamt konnte mit TEUR –12.757 das Geschäftsfeldergebnis des Vorjahres (TEUR –9.211) bei weitem nicht erreicht werden.”1Nachhaltigkeitsbericht 2020/2021, S. 64

 
 

 

 

Besuch in der Naturwaldzelle Kluß

Mitte Oktober habe ich die Naturwaldzelle Kluß in der Nähe von Paderborn besucht. Ich habe dort die “Waldstruktur und Bodenvegetation” nicht “aufgenommen”. Auch “Stichprobenflächen”  und “Dauerbeobachtungsflächen” haben mich nicht interessiert. Ich habe keine Ahnung, ob dort “besondere Fragestellungen oder Aspekte untersucht werden” sollten. Es macht vermutlich keinen Sinn, “das Monitoring auf diesen Flächen intensiver” fortzuführen. Eine “Buchen-Fichten-Konkurrenz” wie in Hunau gibt es dort jedenfalls nicht. Der “Aspekt” Fichten hat sich auf der Paderborner Hochfläche erledigt. (Sämtliche Zitate aus Schützen – Forschen – Lernen, Konzept für die Naturwaldzellen in Nordrhein-Westfalen, S. 36 f.)

Der Landesbetrieb Wald-und-Holz-NRW hat die Naturwaldzelle Kluß nicht “für die Öffentlichkeitsarbeit ausgewählt”. Denn sie wird nicht “von vielen Erholungssuchenden genutzt” und ist auch nicht “durch Wanderwege erschlossen oder gut einsehbar”. Es macht hier keinen Sinn, “Erholungssuchende zu informieren und zur Schonung der Naturwaldzelle zu lenken”.

Wenn Sie zu der kleinen Minderheit gehören, die sich trotzdem für die Naturwaldzelle Kluß interessieren und ausgerechnet dort Erholung suchen, dann finden Sie hier meinen Artikel: Kluß bei Paderborn.

Kahlschlag im FFH-Gebiet – Tagebuch 10.11.2023

Freitag, den 10.11.2023

Um 13 Uhr rufe ich Herrn Schockemöhle an. Nein, der sei nicht im Hause. Der Termin dauere länger. Um was gehe es denn? Ich klage ihr mein Leid und sie hört mir zu: offenbar sei eine Verkehrssicherung völlig aus dem Ruder gelaufen. FFH-Gebiet! Kahlschlag! Die Bäume seien gesund. Da stimme etwas nicht! Sie notiert sich meine Nummer. Herr Schockemöhle rufe zurück. Er ruft nicht zurück. In meinem Hinterkopf höre ich eine böse Stimme: Natürlich ruft er nicht zurück! Was hast du Idiot denn erwartet?

Ich lese mir noch einmal den Zeitungsartikel durch: Die machen morgen weiter! Und da steht “wie die Stadtverwaltung mitteilt”. Also suche ich die Nummer des Umweltamts in Porta Westfalica heraus. Aber natürlich ist niemand mehr zu erreichen. Erst jetzt fällt mir auf: Wieso ist überhaupt die Stadtverwaltung zuständig? Es ist doch gar kein Stadtwald! Warum hat Schockemöhle nicht zurückgerufen? Gut, es ist Freitag-Nachmittag, aber es geht um ein FFH-Gebiet und um einen Kahlschlag. Da sollte man doch wenigstens kurz mal durchklingeln! Ich werde misstrauisch. Was, wenn er sich zweimal hat verleugnen lassen?

Abends rufe ich noch einmal die Webseite des Mindener Tageblatts auf. Vielleicht habe ich etwas überlesen. Vielleicht gibt es irgendwo noch einen klitzekleinen Hinweis!  Und da entdecke ich – hinter der Paywall – einen ganz neuen Artikel von heute. Ich bezahle 1,90 € für ein Probe-Abo und lese den ganzen Artikel – es ist ein Alptraum: Großflächiger Pilzbefall: Mehr Bäume als geplant an der B482 in Porta gefällt.

Muffelwild in Naturwaldzelle

Am Montag wanderte ich den Buchen-Wildnis-Pfad rund um die Naturwaldzelle Rosenberg. Kurze Zeit, nachdem ich das folgende Video gedreht hatte, begegnete ich einem Mann, der mit seinem Hund dort Gassi ging. Wir kamen ins Gespräch und ich fragte ihn, ob er den Wildverbiss direkt neben uns bemerken würde. “Ja natürlich! Aber das ist ja eine Naturwaldzelle. So steht es da drüben auf dem Schild. Und ich denke mir, Rehe1Es sind nicht Rehe, sondern Mufflons, die hier ihren Schabernack treiben. gehören eben auch zur Natur!” Darauf ich: “Wölfe und Bären auch!”