Interview mit Alexander Nebhuth, Förster in Bad Münder

Alexander Nebhuth ist Förster der Forstgenossenschaft „Reihebürgerschaft der Stadt Bad Münder“. Er ist u. a. zuständig für die Wälder nördlich des Süntelturms. Über die großen Kahlschläge dort hatte ich bereits mehrfach geschrieben1z. B. Kuchen und Kahlschläge am Süntelturm. Förster Nebhuth war so freundlich, mit mir am Telefon ein langes Gespräch zu führen. Das Transkript folgt hier:

Wir bezahlen alles selber

Mit welchen Bäumen haben Sie die Kahlschläge aufgeforstet?
Wir wollen versuchen, möglichst ökologisch zu arbeiten. Aufgeforstet haben wir die Flächen mit Lärche, Douglasie, Fichte, Roteiche, Kirsche, Elsbeere, Speierling, Hickory und Ahorn sowie am Rande einige Rosskastanien.
Wer zahlt das? Weiterlesen

Weltuntergang am Wurmberg

Bei meinen Recherchen zum Kahlschlag am Wurmberg im Harz stoße ich im Archiv des Harz-Kuriers auf einen Artikel, der mich fassungslos macht. „Landesforsten – Wir haben die Lage nicht im Griff“. Da steht Dr. Klaus Merker, Präsident der Niedersächsischen Landesforsten, vor dem riesigen Kahlschlag am Wurmberg und er posiert dort für ein Pressefoto zusammen mit Forstamtsleiter, Bürgermeister und Landespolitikern. Sie stehen vor dem Kahlschlag und lächeln in die Kamera. Und nicht nur das: Merker gibt vor der Presse bekannt, dass die Landesforsten die Lage nicht im Griff haben! Früher wäre man für so etwas gefeuert worden.

Lesen Sie hier meinen dritten und letzten Artikel zum Wurmberg: Wurmberg, Weltuntergang und Wiederaufforstung.

Massive Schälschäden in der Hohen Schrecke

Die Hohe Schrecke ist ein Naturschutzgroßprojekt in Thüringen. 2.000 ha Wald sollen hier der forstlichen Nutzung entzogen und wieder Wildnis werden. Projektträger ist die Naturstiftung David, die vom BUND gegründet wurde. Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt mit 9,4 Mio. €. Eines der Juwelen des Projekts ist das Wiegental, ein großer geschlossener Bestand von bis zu 250jährigen Buchen, wie es ihn nirgendwo sonst in Deutschland gibt. Ich habe im August das Wiegental besucht und war entsetzt: Nahezu alle jungen Bäume – Buche, Ahorn, Esche, ob fingerdick oder armdick – waren von Rothirschen geschält.

geschälte Ahornbäume im Wiegental

Ich dokumentiere die Schälschäden ausführlich mit hochauflösenden Fotos. Im Anschluss daran fasse ich ein Telefoninterview mit Dr. Dierk Conrady, dem Projektleiter vor Ort, zusammen, das ich gestern geführt habe. Weitere Telefoninterviews mit Förstern und Wildtierbiologen werden in den nächsten Tagen folgen. Hier geht es zu meinem Bericht: Massive Schälschäden im Wiegental.

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Reise in die Finsternis

Auf die Idee zu dieser Reportage hat mich der nordrhein-westfälische Umweltminister Remmel gebracht. Remmel war Anfang September zu Besuch in Lichtenau, wo er den Streit zwischen Landwirten und Jägern wegen viel zu hoher Rotwildbestände schlichten wollte. Dabei sprach er von Wildschäden, die in die Millionen gehen könnten – und zwar auf den Feldern und im Wald.1 Also beschloss ich, mir den Wald in Lichtenau einmal anzuschauen.

Es war schlimm, ganz schlimm. Wenn Bäume vor Schmerzen schreien könnten, müssten sich die Bewohner von Lichtenau die Ohren zuhalten.

Lichtenau_Wildschaeden_1000

Hier geht es zu meiner ausführlichen Reportage mit vielen hochauflösenden Fotos: Wildschäden durch Rothirsche in Lichtenau.

  1. siehe Rothirschzucht im Eggegebirge []