Förster Roland Wiese und der “Brotbaum” Fichte im Sauerland

“Die Fichte bleibe der ‘Brotbaum’ im Sauerland – auch im Stadtforst.” Wer das sagt, ist Förster Roland Wiese und er sagt das im Oktober 2017 vor Mitgliedern des Stadtrats von Meschede. Der Zeitungsartikel in der Westfalenpost trägt den Titel “Wie sich der Wald in Meschede durch den Klimawandel ändert”. Und nein – ich habe das nicht erfunden. Diesen Artikel und diesen Satz von Wiese gibt es wirklich. 3 Monate vor Friederike.

Wiese war über 3 Jahrzehnte Förster im Forstamt von Meschede im Sauerland. Von 2013 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2023 war er dessen Leiter.1siehe Meschede: Neuer Stadtförster im Amt, radio sauerland vom 18.12.2023 Allein für diese 10 Jahre habe ich im Archiv der Westfalenpost 30 Artikel über Wiese und den Stadtforst gefunden. Er hat ihm “seinen eigenen Stempel” aufgedrückt: “So ein Revier bekommt einen ganz anderen Touch, wenn man das über viele Jahre macht.”2Lebensaufgabe im Stadtwald gefunden, Westfalenpost vom 12.6.2013 Und nein – das sage nicht ich, das sagt Wiese selbst.

Lesen Sie hier meinen neuen Artikel: Stadtförster Roland Wiese und die Westfalenpost.

Hinweise: Am Dienstag, den 6.2.24, veröffentliche ich den nächsten offenen Brief an Denis Loeffke, Bürgermeister von Ilsenburg im Harz.

Naturverjüngung als Alternative zur Wiederaufforstung

Wenn man zu der immer kleiner werdenden Minderheit gehört, die noch die Westfalenpost liest, so könnte man auf den Gedanken kommen, dass es zur Wiederaufforstung im Sauerland keine Alternative gibt: Der “Wald der Zukunft” muss selbstverständlich künstlich gepflanzt werden! Der Wald der Gegenwart sieht so aus:

Stadtforst Meschede südlich des Lörmecketurms

Ein Thema, über das im Sauerland scheinbar wenig gesprochen wird, ist die Naturverjüngung. Deshalb habe ich viele Informationen dazu zusammengetragen und einen Artikel geschrieben: Naturverjüngung auf Kahlschlägen.

Hinweis: Mein nächster Artikel erscheint am Freitag, dem 2. Februar. Dann zu Zeitungsartikeln über den Stadtforst Meschede.

Die Leiterin des Forstamts Warstein zu den Kahlschlägen am Lörmecke-Turm

Wenn ich früher über Kahlschläge berichtet habe, war es immer ganz einfach, den Verantwortlichen zu finden. In Nationalparks beispielsweise gibt es eine Nationalparkverwaltung mit Fachabteilungen und Revierleitern. Und es gibt eine offizielle Homepage, hübsch mit Karten und mit Pressemitteilungen. Ganz schnell hatte man den ausgemacht, der die Kahlschläge angeordnet hatte. Außerhalb der Nationalparkgrenzen aber, da wird es ganz schnell ganz unübersichtlich.

Für die Kahlflächen rund um den Lörmecke-Turm im Sauerland sind offiziell gleich zwei Regionalforstämter von Wald-und-Holz NRW zuständig: für die Flächen im Norden das RFA Soest-Sauerland, für die im Süden das RFA Oberes Sauerland. Allerdings sind die Regionalforstämter nur hoheitlich zuständig, d. h. sie betreuen die Flächen im Auftrag von Eigentümern, und es sind die Eigentümer, die sagen, wo es lang geht. Und wenn die Eigentümer Städte sind, dann haben sie sogar ein eigenes Forstamt mit eigenen Förstern.

So auch am Lörmecke-Turm: die nördlichen Flächen beförstert das Forstamt der Stadt Warstein. Leiterin ist Lena Arens und sie hat mir erklärt, was die Stadt Warstein da so macht: Forstamtsleiterin Lena Arens zu den Kalamitätsflächen am Lörmecke-Turm.

Was tun mit abgestorbenen Fichten im Wald?

Die riesigen Flächen mit abgestorbenen Fichten am Plackweg im Sauerland wurden vollständig geräumt. Entstanden sind quadratkilometergroße Freiflächen.

Screenshot Waldrodung am Lörmecke Turm Warstein.

Hoheitlich zuständig sind zwar die Förster des Landesbetriebs Wald-und-Holz NRW. Aber dem Landesbetrieb gehören die Flächen nicht; Eigentümer sind Privatleute, Städte, Gemeinden und auch Kirchen. Und der Eigentümer entscheidet, was passiert. Die Förster können lediglich Vorschläge machen und beratend zur Seite stehen. Weiterlesen

Die Kalamitätsflächen am Lörmecke-Turm im Sauerland

Ich war nicht auf dem Lörmecke-Turm, denn ich habe Höhenangst und eine Aussichtsplattform in 35 m Höhe und eine Wendeltreppe immer mit freiem Blick nach unten sind nichts für mich. Aber ich war am Lörmecke-Turm.

Als der Turm im Juni 2008 eingeweiht wurde, war die Welt im Sauerland noch in Ordnung. Damals war der Wald noch “zauberhaft mystisch”. Weiterlesen

Wildverbiss im Sauerland

Im Mittelpunkt meines Adventskalenders standen die riesigen Kahlschläge nördlich von Bestwig im Sauerland. Dass es dort viel zu viele Rehe gibt, kann man mit den Fotos schlecht beweisen: bestenfalls die Abwesenheit von Naturverjüngung zeigt indirekt, dass die Jagd dort völlig versagt. Auch Weisergatter gibt es keine. Nichtsdestotrotz gibt es deutliche Hinweise, dass das hier kein Wald, sondern ein Wildpark ist. Keine 100 m westlich des Parkplatzes Hirschpuff sieht es so aus:

Fichtenverjüngung unter Buchen.