Neuer Offener Brief an die Verwaltung des Nationalparks Harz

In meinem letzten Artikel habe ich Zahlen zum Holzeinschlag aus einem Brief von Frau Bauling veröffentlicht. Frau Bauling gehört zur Spitze der Verwaltung im Nationalpark (NLP) Harz.1Sie leitet den Fachbereichs 3 (Waldbehandlung und Wildbestandsregulierung). Und sie ist die Vizechefin. Ihr Brief enthält mehr als nur die nackten Zahlen zum Holzeinschlag. Ihre Erläuterungen und die anliegenden Karten zu „Strukturpflegemaßnahmen“ und „Pflanzungen“ haben mich zum Nachdenken angeregt und Fragen aufgeworfen. Deshalb schreibe ich einen zweiten Offenen Brief. In dessen Zentrum steht ein großer Kahlschlag in der Nähe von Braunlage, der schon von der B 4 ins Auge fällt. Dort waren zuvor laut offizieller Karte der NLP-Verwaltung „Strukturpflegemaßnahmen“ durchgeführt und Buchen gepflanzt worden:

Lesen Sie hier meinen neuen Artikel mit zahlreichen neuen Fotos und einem neuen Video: Nachdenken über einen Brief der Nationalparkverwaltung.

Hinweis: Mein nächster Artikel erscheint am 10. Dezember – dann zu dem Thema „Das Scheitern der Borkenkäferbekämpfung im Nationalpark Harz im Spiegel der Tätigkeitsberichte“.

Nationalpark Harz: 250.000 Festmeter in 2 Jahren

Im Nationalpark (NLP) Harz wurden 2018 und 2019 insgesamt rd. 250.000 Festmeter Holz eingeschlagen. Das sind riesige Mengen, die an Spitzenwerte im NLP Bayerischer Wald erinnern.

NLP Harz in der Nähe des Eckerstausees im Mai 2020

Weder die Zeitungen noch das Fernsehen nennen diese Zahlen. Die Tätigkeitsberichte des NLPs schweigen seit 2015 über die Einschlagsmengen.1ganz anders die Tätigkeitsberichte des NLP Bayerischer Wald, siehe z. B. den Jahresbericht 2019, S. 29 Die Zahlen stehen in der Antwort von Frau Bauling auf meinen Offenen Brief. Bauling ist Vize-Chefin des NLPs.

Lesen Sie hier meinen neuen Artikel: 25 Holzlaster pro Tag.

Hinweis: Der nächste Artikel erscheint am 30.11. – dann mit weiteren Überlegungen zur umfangreichen Antwort von Sabine Bauling.

Eine Stätte des Grauens

Es ist nur einer von den unzähligen Kahlschlägen im Nationalpark (NLP) Harz. Nur wenige Wanderer verirren sich hierhin. Vereinzelt rasen Mountainbiker vorbei. Niemand achtet auf die vielen kleinen Buchen. Sie wurden einfach auf den Kahlschlag gepflanzt. Mitten in die pralle Sonne. Ohne schützenden Zaun. Denn den hätten sie gebraucht gegen die vielen tausend Hirsche im Harz. Kein Mensch kümmert sich um die kleinen Buchen. Nur die Hirsche. Die fressen sie auf. Ein Buchenwald wird hier nie wachsen.

Dabei weiß die NLP-Leitung ganz genau, was die Hirsche tun. Das beweist ein Vortrag von NLP-Chef Pusch. Lesen Sie hier meinen neuen Artikel Wildverbiss auf dem Kahlschlag am Schwarzen Graben.

Hinweis: Der nächste Artikel erscheint am 24.11. – dann mit der Antwort von Sabine Bauling, der stellvertretenden Leiterin des NLP Harz, auf meinen Offenen Brief.

Lügt Nationalparkchef Andreas Pusch?

„Politiker müssen die Fähigkeit entwickeln, zu glauben, was sie sagen.“
Peter Sloterdijk

In meinem letzten Beitrag hatte ich Sie dazu ermuntert, selbst zu denken. Denn man muss kein sogenannter Experte sein, um den Zustand des Waldes im Nationalpark Harz zu beurteilen. Auch die Frage in meinem neuen Video „Lügt NLP-Chef Andreas Pusch?“ können Sie selbst beantworten. Es geht noch einmal um den Kahlschlag am Meineckenberg an der Bremer Hütte.

Auf der folgenden Seite zeige ich mit historischen Überfliegungsbildern von Google-Earth den schrittweisen Kahlschlag an der Bremer Hütte. Weiterlesen

Lothar Wieler und Andreas Pusch

„Wir gehen alle davon aus, dass im nächsten Jahr Impfstoffe zugelassen werden. Wir wissen nicht genau, wie die wirken, wie gut die wirken, was die bewirken. Aber ich bin sehr optimistisch, dass es Impfstoffe gibt.“
Lothar Wieler1Phoenix-Interview vom 15.10.2020, Min. 28:29[/mfn]

„Das ist also ein üppiges Wachstum, was hier festgestellt werden kann.“
Andreas Pusch

Einleitung

Lothar Wieler und Andreas Pusch haben viele Gemeinsamkeiten:

  • Beide sind Chefs: der eine des Robert-Koch-Instituts, der andere des Nationalparks Harz
  • Beide haben die Unterstützung ihrer Ministerien: hinter Wieler steht das Gesundheits-, hinter Pusch das Umweltministerium.
  • Beide genießen das Vertrauen ihrer Vorgesetzten: Wieler das der Kanzlerin, Pusch das des Ministerpräsidenten.
  • Beide sind Helden in den Mainstream-Medien; Wieler ist Fachmann für Hygiene, Pusch für Naturschutz.
  • Beide sind immun gegen Kritik. Wer Wieler kritisiert, ist Verschwörungstheoretiker; wer Pusch kritisiert, Umweltsau.
  • Beide gelten als Experten ihres Fachs. Wer den Rücktritt von Wieler fordert, hat keine Ahnung von Medizin, wer den von Pusch fordert, keine von Forstwirtschaft.
Andreas Pusch (links) hat Ahnung von Forstwirtschaft


In diesem Artikel geht es nicht um Wieler. Es geht um Pusch. Denn Kritik an Wieler gibt es genug – natürlich nicht im Mainstream, aber zumindest in den freien Medien. Kritik an Pusch aber gibt es überhaupt nicht.1Die Bürgermeisterin von Schierke, Christiane Hopstock, ist die Ausnahme von der Regel. Nicht einmal in den freien Medien.2Ein Beispiel für die Kritiklosigkeit der freien Medien ist ein Artikel von Karl-Friedrich Weber über Kahlschläge im Nationalpark. Keine Kritik, nirgends! Meine Webseite ist eine Ausnahme; einer muss anfangen.3siehe Foto Weiterlesen

Dramatischer Wildverbiss im Nationalpark Harz

„Menschen brauchen Natur, um sich zu regenerieren. Und zwar eine ernsthafte Natur und kein Maisfeld oder eine Güllewiese.“
Franz Leibl, Leiter des NLP Bayerischer Wald150 Jahre Nationalpark Bayerischer Wald: Interview mit Dr. Franz Leibl und Prof. Jörg Müller

Ich veröffentliche heute ein neues Video zum Wildverbiss im NLP Harz.

Zunächst zeige ich, wie eine nicht verbissene Buchennaturverjüngung aussieht und erkläre, was Wildverbiss überhaupt ist; Drehort ist das FFH-Gebiet Wälder bei Porta Westfalica. Dann zeige und kommentiere ich den Großkahlschlag im Kleinen Sandtal im NLP Harz. Im Tal wurden nach Kyrill große Flächen kahlgeschlagen, um den Borkenkäfer zu bekämpfen. Auf die kahlen Flächen wurden dann Buchen gepflanzt. Diese wurden von den Hirschen alle und ohne Ausnahme kurz und klein gebissen.

Diesen Großkahlschlag im Sandtal hatte ich bereits vor 6 Jahren gefilmt: Weiterlesen

Die Versteppung eines Waldnationalparks

Das Schlusskapitel meines gestern veröffentlichen Artikels dreht sich um die Kritik des Grünen-MDL Toni Schuberl an der Borkenkäferbekämpfung im NLP Bayerischer Wald:

„Das ist mehr Steppe, als Wald“, schimpft Schuberl. „Ich appelliere an alle Verantwortlichen, diesen Wahnsinn endlich zu beenden!“1Nach Auskunft des Ministers: Schuberl fordert Ende der Borkenkäferbekämpfung

Schuberl veranschaulicht seinen Vorwurf am Beispiel des Hirschgesprengs. Vielleicht werden nun einige denken: Das Hirschgespreng ist doch sicherlich eine Ausnahme! Schuberl übertreibt! Leider trifft der Vorwurf der Versteppung auch noch auf viele andere Gebiete des Falkenstein-Rachel-Gebiets zu. Die folgenden zwei hochauflösenden Fotos, die mir Herbert Pöhnl freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, zeigen das Gebiet südlich des Schachtenhauses:2siehe auch meinen Blog-Eintrag Gfällei – vorprogrammierter Kahlschlag

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2019 – Streit um die Borkenkäferbekämpfung im Nationalpark Bayerischer Wald

Vor einem Jahr sorgte Forstwirt Peter Langhammer für Schlagzeilen: Er forderte öffentlich ein Ende der sinnlosen Borkenkäferbekämpfung im NLP Bayerischer Wald und wandte sich an Bürgermeister, Landräte, den NLP-Chef und den bayerischen Umweltminister.1Forstwirt Peter Langhammer fordert Ende der „sinnlosen Borkenkäferbekämpfung“, da Hog’n vom 21.10.2019

Langhammer mahnte zu einem Umdenken:

„Das ursprüngliche Ziel der Käferbekämpfung im Erweiterungsgebiet des Nationalparks, der Wunsch, hier grüne Nadelwälder auf nennenswerten Flächen zu erhalten, ist inzwischen völlig illusorisch. Es gibt keinen einzigen fachlichen Grund mehr für eine Käferbekämpfung im Innern des Nationalparks.“2Hervorhebungen von F.-J. A.

Unterstützung bekam Langhammer von Jens Schlüter, Chef der Grünen Niederbayerns.3„Käferbekämpfung ist schädlich“, Passauer Neue Presse vom 1.8.2019 Ergebnis der Proteste war die Erweiterung der Naturzone um fast 900 ha.4Nationalpark: Naturzone wächst auf fast 73 Prozent, Passauer Neue Presse vom 22.10.2019

Ein Bericht darüber von NLP-Pressesprecher Gregor Wolf lies bei mir mehrere Fragen offen. Ich rief ihn an. Das Telefonat entwickelte sich zu einem fruchtbaren Dialog über den Sinn der Borkenkäferbekämpfung im NLP. Lesen Sie hier meinen Bericht: Pressesprecher Gregor Wolf erklärt mir die Naturzonenerweiterung 2019.

Weltuntergang am Wurmberg

Bei meinen Recherchen zum Kahlschlag am Wurmberg im Harz stoße ich im Archiv des Harz-Kuriers auf einen Artikel, der mich fassungslos macht. „Landesforsten – Wir haben die Lage nicht im Griff“. Da steht Dr. Klaus Merker, Präsident der Niedersächsischen Landesforsten, vor dem riesigen Kahlschlag am Wurmberg und er posiert dort für ein Pressefoto zusammen mit Forstamtsleiter, Bürgermeister und Landespolitikern. Sie stehen vor dem Kahlschlag und lächeln in die Kamera. Und nicht nur das: Merker gibt vor der Presse bekannt, dass die Landesforsten die Lage nicht im Griff haben! Früher wäre man für so etwas gefeuert worden.

Lesen Sie hier meinen dritten und letzten Artikel zum Wurmberg: Wurmberg, Weltuntergang und Wiederaufforstung.