Nationalpark Berchtesgaden

Schock und Ekel

Im Oktober 2017 habe ich den Nationalpark Berchtesgaden zum ersten und zum letzten Mal besucht. Ich war schockiert und angeekelt. Der Nationalpark ist zu einem Rummelplatz verkommen. Ich rate von einem Besuch ab.

Abraten vom Besuch

Dass mein Abscheu so groß ist, dass ich sogar von einem Besuch abrate, ist ungewöhnlich. Denn auch an anderen Nationalparks habe ich ganz fürchterliche Erfahrungen gemacht1siehe Ultraviolence und Ödland und Massentourismus am Brocken, aber meine heftigste Reaktion war einmal ein Boykott-Aufruf für den Nationalpark Bayerischer Wald. Aber dieser Aufruf galt nur für den nördlichen Teil zwischen Falkenstein und Rachel und schon ein paar Jahre später habe ich mich selbst nicht mehr daran gehalten und bin wieder dorthin gefahren. Im Nationalpark Berchtesgaden dagegen bin ich seit 2017 tatsächlich nicht mehr gewesen. Insofern waren meine Erfahrungen wohl wirklich schlimm.

Aus einem rundum verkorksten Urlaub sind zwei Artikel über einen Nationalpark geworden, der durch Massentourismus ruiniert wird.

  1. Massenabfertigung am Königssee
  2. Naturzerstörung durch den Neubau der Jennerbahn

Die drei Protestbriefe waren eine hilflose und ohnmächtige Form, meinen Ärger zu verarbeiten. Die sonderbaren Antworten, die ich bekommen habe, haben mich allerdings nur darin bestärkt, dem Park den Rücken zu kehren.

  1. Protestbrief an den Leiter des Nationalparks, Herrn Dr. Baier
  2. Protestbrief an Frau Stangassinger, die Geschäftsführerin und Marketingleiterin der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH
  3. Protestbrief an die Tourist-Information Ramsau

Ein halbes Jahr später habe ich das Buch Die Welt im Selfie – Eine Besichtigung des touristischen Zeitalters von Marco d’Eramo gelesen. Er schrieb, als würde er mich und meine Verachtung des Massentourismus persönlich kennen:

„Touristenbashing scheint der populärste Sport auf unserem Planeten zu sein – und zwar nach Strich und Faden. […] Die Touristen finden immer jemanden, der mehr Tourist ist als sie selber und den sie verabscheuen können.“

Ich fühlte mich ertappt und entlarvt. Lesen Sie hier meinen neuen Artikel: Über die Verachtung des Massentourismus – Eine Selbstkritik mithilfe des Buches „Die Welt im Selfie“ von Marco d’Eramo.

Etwas aber bleibt: In den Nationalpark Berchtesgaden bin ich nie wieder gefahren.

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