Einleitung
Wer ist schuld am Insektensterben? Die Landwirte oder die Verbraucher? Prof. Dr. Steidle vom Institut für Zoologie der Universität Hohenheim weiß die Antwort. Am 20.2.2018 hält er einen Vortrag über das Insektensterben.
Dabei redet er nicht nur über die naturwissenschaftlichen Ursachen des Insektensterbens, sondern auch über die ökonomischen Ursachen:
„Bevor ich jetzt zu den Ursachen komme, möchte ich im Prinzip in das gleiche Horn stoßen wie mein Vorredner gerade. Ich habe zwar nur den Rest der Rede gehört, aber letztendlich geht es nicht darum, die Landwirte an den Pranger zu stellen, sondern das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Wenn wir alle gerne billige Lebensmittel kaufen wollen, dann muss der Landwirt die billig produzieren. Und wir haben gerade gehört, dass es nicht nur darum geht, sondern der Landwirt agiert auch letztendlich global und EU-weit. Und dann muss er einfach ganz billig produzieren und das geht eben nicht nachhaltig. Ich denke, wir müssen einfach viel mehr Geld für unsere Produkte ausgeben, bereit sein auszugeben.“
Ich halte diese Aussagen für falsch und werde dies ausführlich begründen. Regelmäßige Leser meines Blogs werden sich wundern, dass ich über Landwirtschaft schreibe, wo ich mich doch sonst nur mit der Forstwirtschaft beschäftige. Der Grund ist, dass der oben zitierte Abschnitt genauso von einem Forstwissenschaftler stammen könnte. Man muss nur Land- durch Forstwirt und Lebensmittel durch Bau- oder Brennholz ersetzen:
„Wenn wir alle gerne billiges Brennholz kaufen wollen, dann muss der Forstwirt dies billig produzieren.“
Deshalb ist das Thema dieses Artikels nicht nur die ökonomische Unbedarftheit von Professoren für Biologie, sondern auch von Professoren für Forstwissenschaft. Auch ihre makroökonomische Unwissenheit feiert immer wieder fröhliche Urstände. Der Artikel ist gegliedert in folgende Kapitel:
- Schuster, bleib bei deinen Leisten!
- „Nachhaltige Landwirtschaft ist teurer!“
- Die Irrtumsanfälligkeit ökonomischer Prognosen
- „Das ist ein gesamtwirtschaftliches Problem!“
- „Wir müssen viel mehr Geld für unsere Lebensmittel ausgeben!“
- Schluss – Plädoyer für die Rückeroberung des Staates
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