Wer ist Prof. Dr. Jürgen Bauhus?

Der Wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik (WBW) beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat 15 Mitglieder. Eines der wichtigsten und einflussreichsten Mitglieder scheint Jürgen Bauhus zu sein, Professor für Waldbau an der Universität Freiburg. Er ist z. B. einer der federführenden Autoren des Klimaschutzgutachtens und verteidigt dieses auch gegen die Kritik.

Prof. Dr. Jürgen Bauhus in der Fernsehsendung Faszination Wissen am 11.1.2016

Als ich mich mit dem Streit um das Klimaschutzgutachten des Wissenschaftlichen Beirats beschäftige, kommt mir der Name „Bauhus“ irgendwie bekannt vor. Irgendwann muss ich schon einmal über ihn gestolpert sein. Und dann erinnere ich mich: Bauhus spielte die Hauptrolle in einem Beitrag für die Fernsehsendung Faszination Wissen am 11.1.2016. Der Beitrag ist zum einen sehr ärgerlich, zum anderen aber so unglaublich skurril und grotesk, dass man ihn fast für einen gespielten Witz halten möchte. Er sagt sehr viel über einen der wichtigsten Professoren für Waldbau in Deutschland aus. Hier geht es zu meinem Artikel: Waldbauprofessor Jürgen Bauhus ringelt Fichten.

Meinungsmache durch Förster nach Sturmwürfen

Meinungsmache gibt es nicht nur im Bereich der Wirtschaft oder der Politik. ((zum Thema Meinungsmache siehe die Nachdenkseiten)) Meinungsmache gibt es auch in der Forstwirtschaft. Meine Vermutung ist: Nach dem Abräumen des Windwurfs am Huzenbacher See versuchten Forstbeamte des Kreisforstamts Freudenstadt ganz gezielt, die öffentliche Meinung durch Zeitungsartikel im Schwarzwälder Boten zu beeinflussen.

Ostufer des Huzenbacher Sees im Nationalpark Schwarzwald im Oktober 2015

Dass dies keine Verschwörungstheorie ist, belege ich mit Hilfe zahlreicher Indizien – u. a. mit Hilfe des Handbuchs Sturm – einer Arbeitshilfe für die Sturmschadensbewältigung. Es wurde 2005 von der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg herausgegeben. Darin finden sich detaillierte Empfehlungen für die Öffentlichkeitsarbeit nach Sturmereignissen. Hier geht es zu meinem Artikel: Meinungsmache nach dem Sturmwurf am Huzenbacher See.

Kahlschlag am Huzenbacher See – Teil 3

Der Huzenbacher See gehört seit Gründung des NLP Schwarzwalds am 1. Januar 2014 zur Kernzone des NLP. ((siehe Gebietsgliederung)) Die Räumung des Windwurfs an seinem Ost- und Südufer begann nach dem Sommersturm am 1. Juli 2012 und dauerte bis Mitte 2013. Nur ein halbes Jahr später wurden die kahlgeschlagenen 3 ha zur Kernzone des NLPs erklärt.

Huzenbacher See im April 2014 ((Foto von Christian Bollian))

Zum Zeitpunkt des Abtransports sämtlicher vom Sturm geworfener Fichten war der See zwar noch nicht Teil der Kernzone, aber er war bereits seit 13 Jahren Teil eines Schonwalds. Was in einem Schonwald erlaubt und was verboten ist, das erläutere ich im dritten Teil meines Berichts über den Kahlschlag am Huzenbacher See: Kahlschlag im Schonwald.

Kahlschlag am Huzenbacher See – Teil 2

Der zweite Teil meiner Serie über den Kahlschlag am Huzenbacher See ist fertig. Darin geht es um die Rolle von Jörg Ziegler, damals Leiter der Außenstelle Baiersbronn des Kreisforstamts Freudenstadt und heute Leiter des Fachbereichs 5 „Waldbau und Naturschutz“ im NLP Schwarzwald: Kahlschlag am Huzenbacher See.

„Wir können gespannt sein auf neue Waldbilder und Strukturen, auf das Schauspiel natürlicher und ungezähmter Entwicklung. Auf Wunder der Wildnis.“ ((Lyrik aus dem aktuellen Flyer „Willkommen im Nationalpark Schwarzwald“))

Huzenbacher See im Nationalpark Schwarzwald

„Bäume, die in Wirtschaftswäldern meist nur ein Drittel ihres natürlichen Alters erreichen, dürfen hier mehrere hunderte Jahre alt werden.“

„Unter dem Motto des Nationalparks ‚Natur Natur sein lassen‘ können die Wälder wieder eine Spur wilder werden.“ ((Beide Lippenbekenntnisse aus dem aktuellen Flyer „Willkommen im Nationalpark Schwarzwald“))

Huzenbacher See im Nationalpark Schwarzwald

Dies sind Bilder vom Huzenbacher See im Nationalpark Schwarzwald. Ein ausführlicher Bericht, wie es zu dem Kahlschlag kam und wer dafür verantwortlich ist, folgt im Lauf der nächsten Woche.

Nationalpark Schwarzwald: „Mut zur Wildnis“

Nationalpark Schwarzwald: „Eine Spur wilder“ ((Beide Werbesprüche aus dem aktuellen Flyer „Willkommen im Nationalpark Schwarzwald“))

Frohes Neues Jahr!

Ich wünsche allen meinen Lesern ein Frohes Neues Jahr!

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Bannwald am Hohen Ochsenkopf (NLP Schwarzwald), 100 m südsüdöstlich des Gipfels

Das Panoramafoto oben hat eine Auflösung von 2.572 x 800 Pixeln und eine Dateigröße 1,5 MB. Sie können sich das Foto auch in sehr viel höheren Auflösungen anschauen:

 

Der Wildnispfad des Forstamts Baden-Baden

Ich möchte das Jahr beenden mit einer großen Fotodokumentation. Es geht um den Wildnispfad des Forstamts Baden-Baden. Bei meinem Besuch Mitte Oktober war ich ziemlich begeistert und ich habe die Vorgeschichte des Pfads recherchiert. Ich möchte meinen Bericht nutzen, um zwei Förstern ein virtuelles Denkmal zu setzen: dem damaligen Leiter des Forstamts Baden-Baden, Dr. Anton Hammer, und dem damaligen Chef des Betriebshofs, August Bihlmeier. Hier geht es zu meiner Fotodokumentation: Der Wildnispfad des Forstamts Baden-Baden.

Reiseimpressionen aus dem Nationalpark Schwarzwald

Anti-Nationalpark-Plakat an einem Bauernhof nahe Kaltenbrunn im Oktober 2015

Nach einem ersten Versuch im April, der an Sturm, Nebel und Schneegestöber gescheitert war, habe ich im Oktober ein zweites Mal den NLP Schwarzwald besucht. Dieses Mal hatte ich mehr Erfolg. Fünf Tage lang bin ich durch den NLP gewandert. Für ausführliche Fotoreportagen fehlt mir momentan leider die Zeit. Deshalb möchte ich in diesem Beitrag zunächst ganz allgemeine Reiseimpressionen schildern. Weiterlesen

Bonde betreibt Geschichtsklitterung

Am 2. Oktober 2015 besuchte Alexander Bonde den Steigerwald. Bonde ist Mitglied der Grünen und Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg. In dieser Funktion war er verantwortlich für die Einrichtung des NLPs Schwarzwald am 1. Januar 2014.

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Glaubt man Bonde, dann war die Einrichtung des NLPs eine beispiellose Erfolgsgeschichte: Ängste von Anwohnern wurden ernst genommen, Skeptiker überzeugt und Mehrheiten gewonnen. Ich behaupte, Bonde betreibt Schönfärberei und Geschichtsklitterung. In Wirklichkeit war alles ganz anders. Weiterlesen

Berichte über NLP Schwarzwald müssen ausfallen

Mein Besuch im NLP Schwarzwald in der ersten Aprilwoche war ein Fiasko. Erst wütete Orkan Niklas, dann fiel Schnee. Die Räumfahrzeuge kamen mit den Schneemassen kaum nach. Fahrspuren vereisten. Räder von Lastwagen drehten durch. Laster lagen im Straßengraben oder standen quer über der Fahrbahn. Zusätzlich zum Schneegestöber verhinderte Nebel in den Hochlagen die Sicht. Autos fuhren nur noch Schritttempo. Das folgende Video entstand auf der Schwarzwaldhochstraße in unmittelbarer Nähe des Naturschutzzentrums Ruhestein:

 

 

In der zweiten Aprilwoche war ich im NLP Bayerischer Wald und dort hatte ich mehr Glück: Weiterlesen

Brief von Dr. Schlund, Leiter des NLPs Schwarzwald

Bereits im vergangenen Jahr hatte ich einen Briefwechsel mit Herrn Dr. Schlund, einem der beiden Leiter des neu gegründeten NLP Schwarzwald. Anlässlich der Veröffentlichung der Gebietsgliederung am 4. Februar 2015 ((siehe Drei Zonen abgesteckt: Rat beschließt erste Gliederung des Nationalparks Schwarzwald, Pressemitteilung vom 4. Februar 2015)) dokumentiere ich diesen Briefwechsel und nehme kritisch Stellung zum Brief von Herrn Dr. Schlund. Ich stehe dem Entwicklungsnationalpark mit großer Skepsis gegenüber: Brief von Dr. Schlund.

Försterparadies Nationalpark Schwarzwald?

Wenn Sie meinen, der Naturschutz habe heute mit der Eröffnung des Nationalparks Schwarzwald einen großen Sieg errungen, sollten Sie sich diese Seite auf der offiziellen Homepage des Nationalparks durchlesen. Sie heißt ganz offiziell und unverblümt: Holzeinschlag. Ich habe die große Sorge, dass es dort genauso zugehen wird wie in der Eifel und im Harz: Heerscharen von Forstwirten – im Nationalpark Harz sind es über 100 – werden in riesigen Entwicklungs- und Managementzonen den Wald  „umbauen“, die „Strukturvielfalt fördern“ und mit „phytosanitären“ Großkahlschlägen Borkenkäferkalamitäten „sanieren“. Sie werden Fichten fällen: 10.000nde von Festmetern jedes Jahr wie in der Eifel und im Harz. 30 Jahre lang.

Schauen Sie sich bitte auf der Homepage des Freundeskreis Nationalpark Schwarzwald  die Abbildung zur Zonierung an: Die Kernzone ist winzig im Vergleich zur Entwicklungs- und Managementzone. Schon mit dieser Grafik scheint man vor den Förstern und ihrem „Managementplan“ zu kapitulieren. Wenn mein Alptraum wahr wird, werden die Naturschutzverbände auch dort zu den Holzeinschlägen schweigen, wie sie es in der Eifel oder im Harz tun. Der Freundeskreis Nationalpark Schwarzwald wird sämtliche Kahlschläge und Holzeinschläge abnicken wie es auch der Freundeskreis Nationalpark Eifel gemacht hat. Viele Aktive, die jahrelang für den Nationalpark gekämpft haben, werden längst im Altenpflegeheim sein, da werden im NP Schwarzwald immer noch die Harvester Großkahlschläge in den Entwicklungszonen machen.

Kahlschlag im NP Eifel am Wüstebach, Oktober 2013