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Einleitung
Der 291 m hohe Mittelberg liegt im westlichen Weserbergland nördlich von Barksen, einem Ortsteil von Hessisch-Oldendorf. In direkter Nachbarschaft befindet sich der Hohenstein mit seinen Klippen, die ein sehr beliebtes Ausflugsziel sind.
Zwei Schutzgebiete
Nördlich des Mittelbergs liegen gleich zwei Schutzgebiete: das Naturschutzgebiet Hohenstein und das große FFH-Gebiet Süntel, Wesergebirge, Deister. Warum der Mittelberg nicht Teil der Schutzgebiete ist, ist unverständlich: Er ist genauso mit wertvollen, alten Buchenwäldern bedeckt wie seine Umgebung.
Meine Frau und ich fuhren auf der Hohensteinstraße zum Wanderparkplatz Försterlaube und kamen direkt an dem großen Hieb am Südhang des Mittelbergs vorbei. Im Frühjahr 2013 wurden dort viele schöne, über 120 Jahre alte Buchen gefällt.
Schirmschlag im Buchenwald des Mittelbergs
Diese Art der Holzernte nennt man Schirmschlag. Dieser Hieb ist in Verruf gekommen – nicht erst durch die heftige Kritik am Schirmschlag durch Peter Wohlleben.1siehe Wald ohne Hüter – im Würgegriff von Jagdinteressen und Forstwirtschaft; ein Förster erzählt, Adatia-Verlag 2007 Auch viele Landesforste wie z. B. Hessen-Forst rücken zumindest vom Großschirmschlag ab:
„grundsätzlich Großschirmschlagstrategien vermeiden“2Landesbetrieb HessenForst, Hessische Waldbaufibel, Kassel 2016
Ich habe den Schirmschlag am Beispiel des Harrl bei Bückeburg ausführlich beschrieben und kritisiert: Kritik am Schirmschlag im Harrl.
Kritik am Schirmschlag
Das Kronendach wird weit aufgerissen; es entstehen große schattenlose Zonen, ganz ähnlich wie bei einem Kahlschlag.
Nicht wenige Förster sprechen gerne davon, sie würden Bäume nur „einzelstammweise“ nutzen. Nach „Einzelstammnutzung“ sieht das hier aber nicht aus.
Förster versichern nicht selten, ihr Ziel sei ein mehrstufiger, ungleichaltriger und gemischter Wald. Hier aber werden zukünftig genau zwei Schichten einer einzigen Baumart entstehen: junge und alte Buchen.