Einleitung
Ich habe nicht wegen der Wälder in Kalabrien Urlaub gemacht.
Ich war wegen der griechischen Tempel dort und wegen der alten Kirchen. Mit den Wäldern Süditaliens hatte ich mich noch nie beschäftigt und es hatte mich auch nie interessiert. Meine ersten Eindrücke an der Ostküste am Ionischen Meer waren auch katastrophal und bestätigten meine Vorurteile: Die Römer haben vor 2.000 Jahren alles abgeholzt! Und wenn sensationsgeile Reporter spektakuläre Fotos vom Klimawandel und der unmittelbar bevorstehenden Apokalypse machen möchten, dann sind sie hier goldrichtig! Im Vergleich zur Mondlandschaft südlich von Bova sind selbst noch die schlimmsten und größten Kahlschläge resp. Sanitärhiebe im Sauerland geradezu eine grüne Idylle.
Aber das ist nur die halbe Wahrheit über Kalabrien.
Auf meinen Fahrten zu den alten Kirchen und Ausgrabungsstätten fuhr ich sehr oft durch grüne Wälder. Nicht nur sehr oft, sondern auch sehr lange. Manchmal so lange, dass ich schon leichte Panik verspürte, aus dem Wald gar nicht mehr hinauszukommen. Und um eines gleich klarzustellen: Wir sprechen von Süditalien. Große Wälder. Grüne Wälder. Gesunde Wälder. Kein Waldsterben. Süditalien.
Und so kam ich auf die Idee, dass ich doch auch wenigstens einmal eine Wanderung durch diese Wälder machen sollte. Nicht immer nur Kirchen und griechische Tempel. Das war leichter gesagt als getan, denn mein Reiseführer1Ilona Witten, Kalabrien – DuMont Reise-Taschenbuch, 22001 machte dazu überhaupt keine Vorschläge. Von meinen Schwierigkeiten als Tourist, der kein Italienisch spricht, einfach mal so eine Wanderung zu planen, erzähle ich dann bei meinem nächsten Artikel mehr. Es war jedenfalls nicht mein Reiseführer und auch nicht das Internet, was mir half, sondern ein Hinweisschild an der Straße: „Giganti della Sila – Parco Nazionale della Sila“ Und kurzentschlossen folgte ich einfach dem Hinweisschild.
Mit den „Giganten“ von Sila sind 58 riesige Kiefern gemeint, die bis zu 45 m hoch sind und einen Durchmesser von bis zu 2 m haben. Sie sollen bis zu 350 Jahre alt sein. Sie stehen im Naturschutzgebiet „Die Giganten der Sila“ (I Giganti della Sila). Dieses wiederum ist Teil des Sila-Nationalparks (Parco Nazionale della Sila). Der Park liegt im Sila-Gebirge in Kalabrien, der südlichsten Region des italienischen Festlands.
Der Artikel ist gegliedert in folgende Abschnitte:
Hinweis für Fotografen: Die Fotos wurden mit dem Honor Magic5 Pro gemacht.
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