Stellungnahme des Umweltministeriums NRW zum Kahlschlag im FFH-Gebiet

“Das alles klingt bitter und ist bitter.”
Wolf Jobst Siedler1Tagesspiegel im Oktober 1961, zit. n. Wir waren noch einmal davongekommen – Erinnerungen, München 2004, S. 247

Anfang Februar d. J. hatte ich das Umweltministerium NRW um eine Stellungnahme zum Kahlschlag im FFH-Gebiet “Wälder bei Porta Westfalica” gebeten: Brief an MR Dr. Kiel, Leiter des Referats III-3 im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW. Die Antwort habe ich Ende April erhalten:

Umweltministerium_Verkehrssicherung_FFH-Gebiet

 

 

Besuch in der Naturwaldzelle Kluß

Mitte Oktober habe ich die Naturwaldzelle Kluß in der Nähe von Paderborn besucht. Ich habe dort die “Waldstruktur und Bodenvegetation” nicht “aufgenommen”. Auch “Stichprobenflächen”  und “Dauerbeobachtungsflächen” haben mich nicht interessiert. Ich habe keine Ahnung, ob dort “besondere Fragestellungen oder Aspekte untersucht werden” sollten. Es macht vermutlich keinen Sinn, “das Monitoring auf diesen Flächen intensiver” fortzuführen. Eine “Buchen-Fichten-Konkurrenz” wie in Hunau gibt es dort jedenfalls nicht. Der “Aspekt” Fichten hat sich auf der Paderborner Hochfläche erledigt. (Sämtliche Zitate aus Schützen – Forschen – Lernen, Konzept für die Naturwaldzellen in Nordrhein-Westfalen, S. 36 f.)

Der Landesbetrieb Wald-und-Holz-NRW hat die Naturwaldzelle Kluß nicht “für die Öffentlichkeitsarbeit ausgewählt”. Denn sie wird nicht “von vielen Erholungssuchenden genutzt” und ist auch nicht “durch Wanderwege erschlossen oder gut einsehbar”. Es macht hier keinen Sinn, “Erholungssuchende zu informieren und zur Schonung der Naturwaldzelle zu lenken”.

Wenn Sie zu der kleinen Minderheit gehören, die sich trotzdem für die Naturwaldzelle Kluß interessieren und ausgerechnet dort Erholung suchen, dann finden Sie hier meinen Artikel: Kluß bei Paderborn.

25-minütiges Video über den Kahlschlag in Porta Westfalica

Hinweis: Mein nächster Artikel erscheint am kommenden Freitag, den 1. Dezember – dann über die Naturwaldzelle Kluß. Über diese gibt es – im Gegensatz zur Naturwaldzelle Rosenberg1siehe dazu Offener Brief an Herrn Striepen (Naturwaldzellen NRW) – dank der Landesanstalt für Ökologie, Landschaftsentwicklung und Forstplanung Nordrhein-Westfalen (LÖLF) sehr viele hilfreiche Informationen.

Offener Brief an die Bürgermeisterin von Porta Westfalica

Ich habe Anke Grotjohann, Bürgermeisterin von Porta Westfalica, heute per Einschreiben einen Offenen Brief geschickt:

Schriftliche Anfrage zur Verkehrssicherung an der B482 im November 2023 mit Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz Nordrhein-Westfalen (IFG NRW)

Auszüge:

“Ich bitte um die Dokumente mit den Kontrollergebnissen des Waldes an der B482, der im November 2023 von der Verkehrssicherung betroffen war. Ich bitte um die Dokumente der Jahre 2021, 2022 und 2023.”

“Für die umfangreichen Fällungen benötigte die Stadt deshalb die Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde. Ich bitte um das Dokument mit dem Antrag auf Genehmigung und das Dokument mit der erteilten Genehmigung.”

“Aber östlich des Pionierwegs standen die gefällten Buchen viel – zum Teil sehr viel – weiter von der Straße entfernt als 30 m. Sie wurden sogar in einem Abstand von bis zu 100 m von der Straße gefällt. Warum?”

“Welchen konkreten Präzedenzfall kennt die Stadt Porta Westfalica, wo Buchen 100 m einen Hang hinuntergerutscht sind?

Den ganzen Brief finden Sie hier.

Kahlschlag im FFH-Gebiet – Tagebuch 19.11.2023

“Du spinnst!” Die beste Ehefrau von allen hält mich für verrückt. Gestern Abend sahen wir den israelischen Spielfilm Lemon-Tree (2008). Und ich behauptete, es gäbe einen Zusammenhang zwischen dem Film und der Verkehrssicherung an der B482. “Jetzt dreht mein Mann endgültig durch! Das hat doch überhaupt nichts miteinander zu tun! Im Film geht es um einen Zitronenhain in Palästina und bei Dir geht es um einen Buchenwald in Deutschland. Das ist doch etwas völlig anderes!”

Wenn Sie der besten Ehefrau von allen recht geben, dann brauchen Sie jetzt nicht weiterzulesen. Weiterlesen

Kahlschlag im FFH-Gebiet – Tagebuch 18.11.2013

“Aber im Zweifel: Baum ab!”
Landesbetrieb Wald-und-Holz NRW1FAQ – Verkehrssicherung bei Waldbäumen, S. 3

Am Samstag Vormittag parke ich am Bahnhof Porta Westfalica und gehe zum Bahnhofsvorplatz. Es ist das dritte Wochenende, an dem die B482 in beiden Richtungen gesperrt ist. Heute werden mit einem Kran die Baumstämme aus dem Hang geholt. Es gibt auf dem Hang keine Forststraße und auch keine Rückegassen. Und mit einem Seil kann man die Stämme auch nicht herausziehen: Das verhindert die viele Meter hohe Mauer, mit der der Hang zur Straße abschließt.

Vom Bahnhofsvorplatz kann man die Arbeiten gut beobachten. Ich stehe keine Minute dort, da kommen Herr Maier und Frau Müller vom Bauamt, um mich zu begrüßen. Sie freuen sich, mich zu sehen und laden mich zu einem Kaffee in ihren Bauwagen ein. Weiterlesen

Kahlschlag im FFH-Gebiet – Tagebuch 17.11.2023

Bürgermeisterin Anke Grotjohann antwortet nicht

Ich spreche mit einem Bekannten über den Kahlschlag.

Hinweis: Die ersten zwei Fotos dieses Tagebucheintrags haben eine Auflösung von 4K (Format 16 : 9, 3.840 x 2.160 Pixel) und sind rd. 5 MB groß. Je nach Internetgeschwindigkeit kann das Laden also etwas dauern.

Ich spreche auch über meine Ratlosigkeit, was nun zu tun sei. Er hat eine Idee: Ich solle doch einmal mit der Bürgermeisterin von Porta Westfalica sprechen. Wie bitte? Ich kann doch nicht einfach zur Bürgermeisterin gehen! Doch! Die habe eine Bürgersprechstunde und ich könne mir einfach einen Termin geben lassen. Da könne ich mich beschweren! Dafür sei diese Sprechstunde da!
Am Mittwoch rufe ich bei der Stadt an und werde mit dem Vorzimmer verbunden. Um was es denn gehe? Verkehrssicherung. B482. Aha! Soso! Nun, da müsse sie erst einmal Rücksprache halten. Sie rufe zurück. Weiterlesen

Kahlschlag im FFH-Gebiet – Tagebuch 16.11.2023

Im Dezember 2019 habe ich das folgende Foto vom Westhang des Jakobsbergs gemacht. Das Foto ist mit 4K13840 x 2880 Pixel, 4,4 MB sehr hoch auflösend; fast kann man die einzelnen Bäume zählen.

Das nächste Foto ist genau dasselbe Foto, nur habe ich mit einem gelben Strich den Pionierweg markiert. Weiterlesen