Kritik an der NDR-Reportage „Urwald von morgen“

Iran-Krieg Tag 134, Super-E10 2,15€.

Bei meinen Recherchen zum Windwurf im Naturwald Hohnenstein stieß ich auf eine Filmreportage des NDR: Ganz schön wild – Einsatz für den Urwald von morgen“.

Ich zahle die Rundfunkbeiträge nur noch widerwillig und für gewöhnlich schaue ich keine Sendungen des ÖRR mehr. Aber in diesem Fall habe ich eine Ausnahme gemacht. Denn Teile des Films spielen gewissermaßen direkt vor meiner Haustür und im „Urwald von morgen“ bin ich sehr häufig.

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Zum Niederknien schön – mein Märchenwald

Vielleicht wird Thomas Michler, Umweltpädagoge im Nationalpark Bayerischer Wald, nun schmunzeln oder vielleicht auch die Nase rümpfen, wenn ich von „Märchenwald spreche. Denn er schreibt:1zusammen mit Co-Autor Erik Aschenbrand

„Auch vom Wald existieren stereotype Vorstellungen. Weit verbreitet ist die Vorstellung vom grünen Märchenwald mit uralten Baumriesen, die als Symbole der Weisheit und der Dauerhaftigkeit der Natur interpretiert werden (Schama 1996). Diese stereotype Vorstellung vom Wald ist nicht nur aus Märchen und Filmen bekannt, sie wird derzeit z. B. auch erfolgreich von „Deutschlands berühmtestem Förster“ (Bild Zeitung 2017) Peter Wohlleben in seinen Büchern bedient.“2Erik Aschenbrand und Thomas Michler, Gestörte Heimat – Nationalparks zwischen Naturschutz, Tourismus und lokaler Akzeptanz, Naturschutz und Landschaftsplanung 04/2019, Hervorhebungen von mir

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4K-Video zur Stellungnahme des Umweltministeriums

Zur Verkehrssicherungsmaßnahme im FFH-Gebiet Porta Westfalica wurden viele Briefe geschrieben. Der längste und auch differenzierteste Brief kam vom Umweltministerium in Person von Dr. Luwe. Ich halte seinen Brief für typisch und könnte mir vorstellen, dass immer dann, wenn Bürger sich über – in ihren Augen skandalöse – Maßnahmen im Wald beim Umweltministerium beschweren, sie ähnliche Antwortschreiben erhalten: freundlich, verständnisvoll, objektiv, abwägend, seriös, fachmännisch.

Ich bin nicht enttäuscht über die Antwort von Dr. Luwe. Mehr kann und mehr darf man von einem Beamten in einer Spitzenposition des Umweltministeriums nicht erwarten. Es ist vielleicht sogar möglich, dass Dr. Luwe privat zu vorgerückter Stunde bei einem Glas Bier zugestehen würde, dass die Maßnahme in Porta ein ganz kleines bisschen speziell war. Vielleicht. Weil ich also den Brief für absolut typisch und hoch signifikant halte, habe ich ihn vertont und mit aktuellen Filmaufnahmen bebildert. Dass ich manchmal vielleicht ein bisschen zu pädagogisch, zu ironisch und zu sarkastisch geworden bin, möge man mir verzeihen. Wem angesichts dieser Bilder nicht das Herz blutet, der hat keines.

Das letzte Wort zur Verkehrssicherung in Porta Westfalica

Zur Verkehrssicherung im FFH-Gebiet bei Porta Westfalica sind viele Worte gewechselt worden. Das letzte Wort hat die Forstbehörde in Düsseldorf, genauer gesagt das Referat III.3 Forsthoheit, Planung und Waldnaturschutz im Landwirtschaftsministerium (MLV). Das letzte Wort hat Ministerialrat (MR) Herr Hueck.

Der in meinen Augen entscheidende Abschnitt lautet:

„Ein Abrutschen von umgestürzten Bäumen oder abgebrochenen Baumteilen in Hangbereichen über eine Distanz größer 30 m hangabwärts wird in Einzelfällen als realistisches Szenario eingeschätzt. […] Aus forstbehördlicher Sicht sehe ich keinen Anlass, die Maßnahme vor Ort zu prüfen.“

Sie finden die Stellungnahme von MR Hueck hier.