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Einleitung
Am 15. November 2021 hatten Peter Wohlleben und Prof. Dr. Pierre Ibisch „Strafanzeige wegen des Verdachts der wiederholten Gefährdung eines schutzbedürftigen Gebietes gemäß § 329 Abs. 4 StGB (Natura 2000-Gebiet ‚Montabaurer Höhe‘ in Rheinland-Pfalz)“ gestellt. Im Mittelpunkt ihrer Kritik standen die „großflächigen Räumungen mit schwerem Gerät“ auf der Montabaurer Höhe. Schon drei Wochen später antwortet die Staatsanwaltschaft Koblenz: Strafanzeige gegen [geschwärzt] wegen der Gefährdung schutzbedürftiger Gebiete. Sie lehnt die „Aufnahme strafrechtlicher Ermittlungen“ ab. „Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Straftat“ lägen nicht vor. Über Anzeige, Ablehnung und Hintergründe hatte ich in meinem Artikel vom April 2025 ausführlich berichtet: Umstrittene Klage von Peter Wohlleben und Pierre Ibisch gescheitert.
Köppelturm auf der Montabaurer HöheIm September 2025 habe ich die Montabaurer Höhe besucht und mir selbst ein Bild gemacht. Vor Ort habe ich mich getroffen mit Carsten Frenzel. Frenzel ist zertifizierter Waldpädagoge und arbeitet bei den Landesforsten Rheinland-Pfalz. Er ist dort zuständig für Waldinformation, Umweltbildung und Walderleben.
Die Seite ist gegliedert in folgende Abschnitte:
- Fünf Vorbemerkungen
- Anfahrt und Wanderweg
- Blick vom Köppelturm – 4 Jahre nach den Kahlschlägen
- Hintergrund: Die Frontal-21-Sendung über Kahlschläge – auch die auf der Montabaurer Höhe
- Was passiert auf der Montabaurer Höhe, wenn man Borkenkäferfichten stehen lässt?
- Eine kurze Geschichte zum Schluss
- Fotos in 4K
Fünf Vorbemerkungen
- In der Überschrift rede ich von „skandalisierten“ Kahlschlägen. Damit meine ich, dass die Kahlschläge bewusst zum Skandal aufgebauscht worden sind. In meinen Augen sind aber nicht die Kahlschläge das Problem, sondern die überhöhten Wildbestände: Es gibt auf der Montabaurer Höhe viel zu viele Rothirsche und auch Rehe. Nicht die Räumung der Borkenkäferfichten ist das Problem, sondern die ungenügende Jagd. Es sind Hirsche und Rehe, die eine naturnahe Wiederbewaldung verhindern, nicht Harvester und Forwarder.
- In der Überschrift spreche ich von „Kahlschlägen“. Der forstwirtschaftlich korrekte Ausdruck ist „Sanitär-“ oder auch „Kalamitätshieb“. Forstwirte mögen mir verzeihen.
- Ich rede davon, dass ich mich mit Carsten Frenzel „getroffen“ habe. In der Tat: Wir haben uns getroffen und haben miteinander geredet. Mehr nicht. Frenzel ist zwar Waldpädagoge, aber ich bin nicht sein Schüler. Nur weil ich das Waldbaukonzept von Peter Wohlleben kritisiere, heißt das nicht, dass ich nun das der Landesforsten Rheinland-Pfalz vertrete. An vielen Punkten haben Frenzel und ich feststellen müssen: „We agree to differ.“
- Differenzen hatten wir nicht nur bzgl. des richtigen Waldbaukonzepts. Auch bzgl. des richtigen Exkursionskonzepts hatten wir unterschiedliche Auffassungen. Ich persönlich hätte mir gewünscht, Frenzel wäre mit mir zu ausgewählten Standorten gefahren, um dann vor Ort zu zeigen, was die Förster dort gemacht haben und ob sie mit dem Ergebnis zufrieden sind. Leider sind wir nur zum Aussichtsturm auf dem Köppel gefahren. Aber von einer 30 m hohen Aussichtsplattform aus ist nur schlecht zu beurteilen, wie erfolgreich ein waldbauliche Maßnahme ist – zumal, wenn diese nur kilometerweit entfernt schemenhaft am Horizont zu sehen ist. Die meiste Zeit saßen wir in der Gaststätte Köppelhütte. Auf Google-Maps versuchte Frenzel mir zu zeigen, wo was wann gemacht worden sei. Es gibt Leser, die dies absurd finden werden: Da sitzen zwei in einer Stube – noch dazu in einer finsteren und fensterlosen Ecke – und der eine erklärt dem anderen, was man draußen sehen könnte, wenn man hinausgehen würde.
- Wenn ich Informationen oder Meinungen von Frenzel, Wohlleben, Ibisch, den Landesforsten oder sonst wem übernehme, mache ich das im Text kenntlich. Alles, was sonst in diesem Artikel steht, ist keine unumstößliche wissenschaftliche Tatsache, sondern meine eigene persönliche Meinung.
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