Nehmen wir einmal an, Sinner sitzt auf seiner Wolke im Himmel und beobachtet von dort das Geschehen in seinem Nationalpark. Was denkt er, wenn er den großflächig abgestorbenen Fichtenwald rund um den Falkenstein sieht?
Hochlagenfichtenwald am Großen Falkenstein
- 13 Jahre lang habe ich den Borkenkäfer bekämpft. Hunderte Hektar habe ich räumen lassen.1Siehe Totholzflächen im Nationalpark Bayerischer Wald Alles umsonst!
- Immer habe ich an die Wissenschaft geglaubt. Über 99% der Wissenschaftler waren sich einig: Es gibt eine Kaltklimafichtenrasse in den Hochlagen! Und jetzt kommen die Politiker und leugnen die Wissenschaft!
- Die Borkenkäferbekämpfung in den Entwicklungszonen war notwendig. Sie war naturverträglich. Sie war gut für den Holzmarkt. Sie war naturschutzrechtlich unstrittig. Und plötzlich stoppen die Politiker die Bekämpfung und ruinieren alles!
- Ich habe es immer gewusst, aber ich habe mitgemacht. Wir haben alle mitgemacht. Was tut man nicht alles, um Leitender Forstdirektor zu werden?
Hintergrund
Am 23. Juni 2022 erließ die bayerische Staatsregierung unter Leitung des Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder mit Zustimmung des Bayerischen Landtags die Verordnung 791-4-2-U. Sie trat eine Woche später, am 1. Juli 2022, in Kraft. Mit dieser Verordnung wurde §14 der Nationalpark-Verordnung (NPVO) ersatzlos gestrichen.2siehe Bayern-Recht – Verkündungsplattform Fundstelle GVBL. 2022 S. 277
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