2009 – Riesige Totholzflächen am Rachel und keine am Falkenstein

Wie erlebte ein normaler Tourist im Jahr 2009 die riesigen Totholzflächen am Rachel? Und wie sah der Falkenstein aus, als es dort noch lebende Fichten gab?

Lesen Sie hier das zweite und dritte Kapitel meines neuen Artikels: 2009 – Mein erster Besuch im Nationalpark Bayerischer Wald.

Nationalpark Bayerischer Wald: Totholzflächen im Rachel-Lusen-Gebiet

Von der Pressestelle im Nationalpark Bayerischer Wald habe ich auch die folgenden Zahlen zu den geräumten und den belassenen Totholzflächen im Rachel-Lusen-Gebiet erhalten:

Rachel-Lusen-Gebiet   
JahrbelassengeräumtGesamt
198879,43 79,43
198933,29 33,29
199025,13 25,13
199116,25 16,25
199239,097,3546,45
1993124,711,08125,79
199459,940,1160,05
1995351,580,58352,15
1996786,5038,17824,67
1997543,4172,80616,20
1998878,3830,77909,15
1999555,15142,82697,97
200038,8710,0148,87
200195,892,1298,01
200266,7424,9291,66
2003132,5919,21151,80
2004273,6827,86301,54
2005397,9785,20483,18
2006384,00216,16600,16
2007288,6389,62378,25
2008179,1130,23209,34
200942,425,2147,63
201026,894,4131,31
201112,240,4312,67
20126,541,818,35
201313,062,2215,28
20144,871,976,84
20157,336,6413,97
20164,756,9011,65
201713,199,5922,78
201811,747,0618,80
201941,0160,29101,30
202030,8711,2342,09
202132,3819,5251,90
202260,4833,2693,74
2023143,4236,54179,96
Gesamt   
1998-20235801,521006,086807,60

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2009 – Totholzflächen am Hochschachten

In meinem letzten Beitrag habe ich Zahlen zu den Totholzflächen im Falkenstein-Rachel-Gebiet veröffentlicht. Zahlen sind abstrakt. Was aber bedeutete es konkret, wenn 2009 268 ha geräumt wurden? War das viel? Hat das überhaupt jemand bemerkt?

Ich war 2009 im Nationalpark und vermutlich war ich damals ein ganz normaler Urlauber. Ich kannte weder Wohlleben noch Bibelriether. Über Nationalparks wusste ich nichts und über den Bayerischen Wald noch weniger. Was habe ich damals gesehen? Fotos, die ich auf einer Tour zum Hochschachten gemacht habe, geben Antwort.

Lesen Sie hier den ersten Teil meines neuen Artikels: 2009 – Mein erster Besuch im Nationalpark Bayerischer Wald.

Nationalpark Bayerischer Wald: Totholzflächen im Falkenstein-Rachel-Gebiet

Die Öffentlichkeitsarbeit im Nationalpark Bayerischer Wald ist vorbildlich. Von der Pressestelle habe ich die Zahlen zu den geräumten und den belassenen Totholzflächen im Falkenstein-Rachel-Gebiet erhalten.

Falkenstein-Rachel-Gebiet
JahrbelassengeräumtGesamt
19885,46 5,46
19891,97 1,97
19900,34 0,34
19910,32 0,32
19920,30 0,30
19937,44 7,44
19942,88 2,88
199516,15 16,15
 40,420,4940,91
 21,81 21,81
 81,85 81,85
 62,094,9667,05
20006,2699,93106,19
 15,40 15,40
 6,02 6,02
 20,750,0320,78
 12,295,2417,54
20059,98 9,98
 15,83 15,83
 17,22 17,22
 67,09186,86253,94
 36,48262,79299,27
201061,12141,00202,12
 79,5626,11105,67
 34,4619,5454,01
 25,316,8832,20
 13,6221,0934,71
201535,8022,3458,14
 26,6114,9141,51
 65,3539,13104,47
 104,9434,99139,93
 347,83175,40523,23
2020196,8311,47208,29
 284,9430,36315,30
 517,30149,11666,42
 420,50101,59522,09
Gesamt   
1998-20232565,451353,743919,18

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Kyrill im Nationalpark Bayerischer Wald – 20 Jahre später

Mithilfe meines neuen Videos können Sie sich selbst ihre eigene persönliche Meinung bilden. Sie können vergleichen:

Sie können sich also selbst ein Urteil bilden über den Sinn der Maßnahmen zum Schutz des Fichtenwalds vor dem Borkenkäfer in den Jahren nach Kyrill 2007. In das Video gehen zusätzlich auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse ein zur Totholzentwicklung der Jahre 2014–2023: Seit 2022 gehören endlich 75% des Nationalparks zur Naturzone und ausgerechnet jetzt, wo nicht mehr eingegriffen werden darf, jetzt breitet sich der Borkenkäfer wieder aus. Für die einen ein Traum: „Endlich darf der Käfer fressen! Morgendämmerung der Totholzkäfer!“ Für die anderen ein Alptraum: „Waldfriedhof! Totholzwüsten! Kaputtgeschützt!“

Meine Überlegungen zum Schluss des Videos sind eher traurig: Der Nationalpark scheint nur ein Thema zu kennen – den Borkenkäfer. Ursula Schuster ist nun die vierte Chefin, die Bürgern, Politikern und Medien den Borkenkäfer erklärt. Seit über 50 Jahren: Streit um Borkenkäfer. Streit um Naturzone. Streit um Managementzone. Immer dieselben Parolen. Wir müssen dies. Wir müssen das. Wenn wir jetzt nicht sofort. Sonst stirbt. Immer mischen alle mit: Landräte, Bürgermeister, Wirtschaftsminister, Umweltminister, Forstminister, Mitglieder des Landtags, Mitglieder des Bundestags, Vorsitzender des LBV, Vorsitzender des BN. Und täglich grüßt das Murmeltier! Würde Sinner morgen von den Toten auferstehen, er könnte nahtlos da weitermachen, wo er 2011 aufgehört hat.1siehe Streit um Nationalpark beigelegt – zumindest vorerst, SZ vom 23.4.24 und Schutzzone im Nationalpark Bayerischer Wald wird verändert, SZ vom 22.4.24 und Von „sinnvolle Entscheidung“ bis „fachlich absurd“, SZ vom 8.4.24

Kommunikation mit der Pressestelle des Nationalparks Bayerischer Wald über Sanitärhiebe

Google-Earth – Belassene Totholzflächen am Großen Falkenstein

Schon am 17.11.2025 antwortet die Pressestelle auf meine Anfrage tags zuvor:

Sehr geehrter Herr Adrian,

die Entwicklung der Totholzflächen (geräumt und nicht geräumt) im Nationalpark Bayerischer Wald finden Sie auf unserer Homepage:
https://www.nationalpark-bayerischer-wald.bayern.de/service/downloads/doc/berichte/bericht_walddynamik_2014_2023.pdf

Mit freundlichen Grüßen
Pressestelle
Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald
Freyunger Straße 2
94481 Grafenau

Ich bin beschämt; diesen Bericht hatte ich übersehen. Bislang kannte ich nur den Bericht von 2006 bis 2011.  Trotzdem gebe ich mich mit der Antwort nicht ganz zufrieden und frage nach: Weiterlesen

Offener Brief – Sanitärhiebe im Erweiterungsgebiet des Nationalparks Bayerischer Wald

Sehr geehrter Herr Wolf,
ich habe mir in der vergangenen Woche einmal die Mühe gemacht, für das Erweiterungsgebiet die jährlichen Zahlen zum Borkenkäferholzeinschlag aus den Jahresberichten zusammenzustellen und zu addieren. Von 1998 bis 2024 kommt man auf knapp 1 Mio. fm – 953.421 fm, um genau zu sein. Leider habe ich eine solche Zusammenstellung in Publikationen des Nationalparks nicht gefunden.

Was ich leider auch nicht gefunden habe, sind jährliche Zahlen zur Fläche der Sanitärhiebe. Man könnte natürlich nun mit Zahlen über den durchschnittlichen Holzvorrat in Bayerischen Wäldern die Flächen berechnen – Grok schlägt rd. 400 fm/ha vor. Aber ich frage lieber Sie als Pressesprecher. Die Nationalparkverwaltung direkt zu fragen, das empfiehlt Grok übrigens explizit: „Dort liegen die internen Jahresstatistiken“. Also:

Wie viele ha wurden jährlich von 1998 bis 2024 im Erweiterungsgebiet geräumt?

Ich erwarte nicht, dass Sie die Zahlen aufschlüsseln nach Borkenkäfer, Windwurf, Schneebruch oder 500m-Schutzzone. Es steht Ihnen natürlich frei, das im Sinne einer weitestgehenden Transparenz zu tun. Es reicht aber die jährliche Gesamt-Fläche, die ausgeräumt wurde – so, wie es in den Jahresberichten um den jährlichen Gesamt-Holzeinschlag geht.

Gerne dürfen Sie natürlich zusätzlich auch die jährlichen Zahlen für die nicht-ausgeräumten, belassenen Flächen (Borkenkäfer, Windwurf, Schneebruch) angeben!

Mit freundlichen Grüßen
gez. Franz-Josef Adrian

Sanitärhiebe am Hirschgespreng östlich von Spiegelhütte

Knapp 1 Mio. Festmeter Käferholz im Erweiterungsgebiet des Nationalparks Bayerischer Wald

Die KI von Google lügt. Auf die Frage „Wie viele fm Holz wurden im Falkenstein-Rachel-Gebiet von 1998 bis 2024 im Nationalpark Bayerischer Wald eingeschlagen?“ antwortet sie:

„Die Menge des eingeschlagenen Holzes ist daher vermutlich minimal oder nicht vorhanden.“

Wechselt man in den KI-Modus, erfährt man angeblich mehr: Weiterlesen

Wiesen statt Wald am Rindelsteig

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ja, mir fehlt es an „ästhetischem Empfinden“ (Müller/Simonis) für die Naturprozesse am Rachel im Nationalpark Bayerischer Wald. Die „waldsteppenartigen Totholzflächen“ dort finde ich wirklich nicht schön. Das heißt aber nicht, dass es mir an „Akzeptanz“ (Müller/Simonis) dafür fehlt. Die Natur macht das eben so und dann soll sie es so machen. In Ordnung. Dafür ist schließlich ein Nationalpark da.

Wofür ich aber überhaupt keine „Akzeptanz“ habe, das sind die riesigen Kahlschläge zwischen Falkenstein und Rachel. Vom Rindelsteig aus kann man sie gut sehen. Kein Wald mehr, keine Waldsteppen, sondern große grüne Wiesen. Man möchte junge Rinder darauf grasen lassen wie früher am benachbarten Rindel- und Albrechtschachten. Direkt neben diesen Wiesen: die nach Kyrill 2007 nicht geräumten Windwürfe am Lackenberg und Sandl. Und auch wenn Müller/Simonis das vielleicht nicht gerne hören: Ich freue mich über den dort „nachwachsenden Wald“ und bin begeistert über die „üppige Naturverjüngung“. Und Müller/Simonis liegen bei mir völlig falsch: Diese Freude und diese Begeisterung entspringen nicht „forstlichen und ökonomischen Holzproduktionsgefühlen“. Ich habe ganz einfach den Wunsch nach einem „grünen Wald“, auch wenn Aschenbrand/Michler das vielleicht irgendwie doof finden.

Schauen Sie sich hier meine neue Dokumentation an über die geräumten und die nicht geräumten Flächen am Rindelsteig. Die hochauflösenden Fotos wurden bereits 2020 gemacht, aber bislang noch nicht veröffentlicht: Riesenkahlschlag am Rindelloch – 13 Jahre nach Kyrill.

Video – Waldsteppe am Großen Rachel im Nationalpark Bayerischer Wald

Das Video zeigt knapp 13 Minuten lang die „waldsteppenartigen Totholzflächen“ am Großen Rachel im Nationalpark Bayerischer Wald. Der Ausdruck stammt nicht von Gegnern des Nationalparks – die würden vermutlich von „Waldfriedhof“ sprechen – sondern von Dr. Jörg Müller, Vize-Chef im Nationalpark, und Rainer Simonis, Förster dort. Diese Waldsteppen erstrecken sich in den Hochlagen des Parks „kilometerweit“ (Wenn der Borkenkäfer geht, kommt der Gartenrotschwanz, LBV-Vogelschutz, Heft 1, 2011).

Das Video ist ohne Kommentar und auch ohne Begleitmusik.
Bilden Sie sich bitte Ihre eigene Meinung! Meine Meinung dazu kennen Sie.

Die Aufnahmen entstanden auf dem Rachelsteig von Oberfrauenau zum Waldschmidthaus im September 2019. Es wird sich seitdem vermutlich nicht viel geändert haben. Die Natur ist sehr langsam dort oben. Genauso wie die Umbauarbeiten am Waldschmidthaus, das laut Pressestelle des Parks voraussichtlich noch bis zum Sommer 2027 geschlossen ist.