Nun beschreibe ich das Gegenteil, eine Dystopie. In dieser düsteren Welt wird die Vergangenheit kontrolliert wie im Roman 1984 von George Orwell: Unbequeme geschichtliche Ereignisse werden gelöscht.
Der amerikanische Standup-Comedian Tim Dillon hielt in seiner Show vom 22.8.26 eine knapp zweiminütige Rede, in der er die Schließung der Strände in den USA forderte. Ich habe diesen Teil übersetzt und auf das Kerngebiet des Nationalparks Bayerischer Wald übertragen:
„Hier ist mein Standpunkt zu der ganzen Sache – und ich habe es schon einmal gesagt: Ich bin dafür, das Kerngebiet des Nationalparks Bayerischer Wald zu schließen. Dauerhaft. So ähnlich wie bei Covid das Hans-Eisenmann-Haus, das Haus zur Wildnis, das Waldgeschichtliche Museum, das Jugendwaldheim, das Wildniscamp, die Tier-Freigelände und das Waldspielgelände.
Ich bin für die Schließung des Kerngebiets. Ich bin dafür, das Kerngebiet zu schließen, weil es dort viele Auerhühner und Haselhühner gibt, wegen der Störungen, der Kükenaufzucht und all solchen Dingen.
Leute, wisst ihr was? Ich glaube, es ist an der Zeit, dass wir das ganze Kerngebiet im Nationalpark schließen. Das ist eine Ansicht, die ich mittlerweile vertrete – früher habe ich das nicht so gesehen. Ich war diesen Sommer einmal im Kerngebiet. Es war in Ordnung.
Aber wissen Sie, ich glaube, jetzt ist der Zeitpunkt für eine Schließung gekommen. Wir sollten ein Moratorium einführen. Lassen Sie uns ein fünfjähriges Moratorium beschließen: Man darf nicht mehr ins Kerngebiet gehen. Schluss damit, Kerngebiet zu! In fünf Jahren sehen wir uns die Sache noch einmal an.“
Ich werfe der Verwaltung des Nationalparks Bayerischer Wald vor, sie wolle die baumlose Grassteppe am Hirschgespreng verstecken, indem sie die Besucher von dieser Schmuddelecke weglenke.
Wenn jemand etwas scharf kritisiert, dann wird er häufig gefragt: „Was wollen Sie eigentlich? Wie sieht denn Ihr Programm aus? Wie würden Sie es denn machen?“ Nun, ich habe viele ganz konkrete Vorschläge, die ich in meinem neuen Kapitel skizziere.
Ich habe die Presseberichte des NP durchsucht, aber über den Rückbau der Forststraße am Hirschgespreng habe ich nichts gefunden. Vielleicht gab es eine kurze Meldung im Grafenauer Anzeiger. Vielleicht aber gab es auch gar keine Mitteilung darüber. Das Hirschgespreng ist nur wenigen bekannt und die Forststraße wurde nur von wenigen genutzt. Noch dazu ist sie eine Sackgasse und endet im Nirgendwo. Vielleicht hat die Verwaltung nur einen einzigen Grund gehabt für den Rückbau: Sie hat die Macht dazu.
„Der NP […]verwandelt so manche Forststraße in einen idyllischen Wandersteig.“1siehe Zurück zur Natur, Pressemitteilung vom 23.8.2019
Denn alle Gründe, die für gewöhnlich für einen Rückbau ins Feld geführt werden, sind nicht plausibel. Im neuen Kapitel diskutiere ich alle möglichen Gründe und verwerfe sie gleich wieder. Der Rückbau macht einfach keinen Sinn. Auch deswegen kann man auf die Idee kommen, dass die Verwaltung die baumlose Grassteppe verstecken und die Besucher weg vom Hirschgespreng lenken will.
ein fast unsichtbarer Steig nahe der tschechischen Grenze als Ergebnis des Wegerückbaus
Die Verwaltung des Nationalparks Bayerischer Wald könnte gegen meinen Vorwurf, sie wolle die baumlose Grassteppe am Hirschgespreng durch Wegerückbau und Besucherlenkung verstecken, folgenden Einwand erheben:
„Zugegeben, die Forststraße wurde rückgebaut. Aber ein Weg ist ja geblieben und an einigen Stellen ist er sogar ziemlich breit. Der Weg ist auch kein Geheimnis: Er ist ausgeschildert und in den Karten eingezeichnet. Vier Monate im Jahr, nämlich in der Zeit vom 15.7. bis 15.11., darf man ihn ungestraft gehen. Er führt zum Polednik (deutsch Mittagsberg).“