Idee zur unbekannten Pionierbaumart am Wüstebach

In meinem gestern veröffentlichten Artikel Adlerfarn statt Auenwald spreche ich auch über einen unbekannten Pionierbaum, der dort in großen Mengen auf dem Kahlschlag am Wüstebach wächst:

Pionierbaum am Wüstebach im Nationalpark Harz

Ich habe hin und her überlegt, welche Baumart das sein könnte. Weiterlesen

Frohe Weihnachten!

Ich wünsche allen Lesern Frohe Weihnachten!

Rachel im Winter

Das Foto stammt aus dem Artikel „Winterwanderung zum Rachel“. Der Artikel beginnt so:

Man kann die Hochlagen am Rachel so fotografieren, dass der Betrachter den Eindruck gewinnt, dort sei der Wald tatsächlich komplett abgestorben und nichts anderes als ein riesiger Baumfriedhof übrig geblieben. Alles tot. Überall nur graue Baumleichen. Es scheint so, als hätte der Borkenkäfer den ganzen Wald aufgefressen. Der Anblick ist verstörend.

Vielleicht verstört Sie der Anblick des Fotos oben auch. Das soll ein Weihnachtsbild sein? Weiterlesen

Ein ganz normaler Tourist 2009 im Nationalpark Bayerischer Wald

Ich habe das letzte Kapitel meines Artikels „2009 – Mein erster Besuch im Nationalpark Bayerischer Wald“ geschrieben. Es handelt von einer „Tour zum Ochsenriegel und Felswandergebiet“. Den Abschluss des Artikels bilden „Schlussbemerkungen über einen normalen Touristen“. Denn 2009 war ich tatsächlich ein ganz normaler Tourist. Ich war kein Wutbürger, der sich über tote Fichten aufregte. Genauso wenig war ich ein Aktivist, der sich an Fichten kettet, die geräumt werden sollen. Einen solchen hat es ohnehin dort nie gegeben. Eine Grünen-Politikerin wie Lisa Badum, die sich im Steigerwald an Bäume kettet,1siehe Grünen-MdB Badum kettet sich an Steigerwald-Buche gibt es nicht im Nationalpark Bayerischer Wald.

Nein, die toten Fichten haben mich 2009 nur als Fotograf interessiert. Und die riesigen Kahlschläge im Falkenstein-Rachel-Gebiet habe ich 2009 überhaupt nicht gesehen.

Tiefenentspannter Tourist am Wanderparkplatz Sagwassersäge 

Das sollte sich erst 5 Jahre später ändern: Im Oktober 2014 erscheinen meine ersten drei Artikel. In den Schlussbemerkungen habe ich sie verlinkt. Ich zähle sie immer noch zum Besten, was ich bislang geschrieben habe.

Totholzflächen im Nationalpark Bayerischer Wald

Nach den Zahlen zu den Totholzfächen im nördlichen Falkenstein-Rachel– und im südlichen Rachel-Lusen-Gebiet folgen nun die offiziellen Zahlen der Pressestelle zum Gesamtgebiet:

Gesamtgebiet   
JahrbelassengeräumtGesamt
198884,89 84,89
198935,26 35,26
199025,46 25,46
199116,57 16,57
199239,397,3546,74
1993132,151,08133,23
199462,820,1162,93
1995367,730,58368,30
1996826,9238,66865,58
1997565,2272,80638,01
1998960,2330,77991,00
1999617,24147,78765,02
200045,12109,94155,06
2001111,292,12113,41
200272,7624,9297,68
2003153,3419,24172,58
2004285,9733,10319,08
2005407,9585,20493,16
2006399,83216,16616,00
2007305,8589,62395,47
2008246,19217,09463,28
200978,90268,00346,90
201088,01145,41233,43
201191,8026,54118,34
201241,0121,3562,36
201338,379,1147,48
201418,4923,0641,55
201543,1228,9872,10
201631,3621,8053,16
201778,5448,72127,26
2018116,6842,05158,72
2019388,84235,69624,53
2020227,6922,69250,39
2021317,3249,88367,20
2022577,78182,38760,16
2023563,92138,12702,04
Gesamt   
 1988-20238464,062360,2910824,35

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2009 – Totholzflächen am Lusen

Vielleicht fragen sich einige Leser: Warum veröffentlicht der keine aktuellen Fotos mehr? Warum diese alten Fotos von 2009? Nun – der erste Grund ist eine „deutliche Zunahme einer Achillodynie mit entzündlichen und degenerativen Veränderungen usw. usf.“. Deswegen Fotos aus besseren Tagen.

Es gibt allerdings einen zweiten Grund: Es macht Sinn, sich z. B. Fotos vom Lusen im Jahr 2009 anzuschauen und sie dann zu vergleichen – entweder mit eigenen aktuellen Erfahrungen oder aktuellen Fotos. Man sieht dann, wie sich der Wald entwickelt hat und wer damals recht gehabt hat: diejenigen, die den Weltuntergang prophezeiten, oder diejenigen, die für Gelassenheit und Geduld plädierten.

Lesen Sie hier das vierte Kapitel des Artikels über meinen ersten Besuch im Nationalpark Bayerischen Wald: 26.7.2009 – Tour zum Lusen.

2009 – Riesige Totholzflächen am Rachel und keine am Falkenstein

Wie erlebte ein normaler Tourist im Jahr 2009 die riesigen Totholzflächen am Rachel? Und wie sah der Falkenstein aus, als es dort noch lebende Fichten gab?

Lesen Sie hier das zweite und dritte Kapitel meines neuen Artikels: 2009 – Mein erster Besuch im Nationalpark Bayerischer Wald.

Totholzflächen im Rachel-Lusen-Gebiet

Von der Pressestelle im Nationalpark Bayerischer Wald habe ich auch die folgenden Zahlen zu den geräumten und den belassenen Totholzflächen im Rachel-Lusen-Gebiet erhalten:

Rachel-Lusen-Gebiet   
JahrbelassengeräumtGesamt
198879,43 79,43
198933,29 33,29
199025,13 25,13
199116,25 16,25
199239,097,3546,45
1993124,711,08125,79
199459,940,1160,05
1995351,580,58352,15
1996786,5038,17824,67
1997543,4172,80616,20
1998878,3830,77909,15
1999555,15142,82697,97
200038,8710,0148,87
200195,892,1298,01
200266,7424,9291,66
2003132,5919,21151,80
2004273,6827,86301,54
2005397,9785,20483,18
2006384,00216,16600,16
2007288,6389,62378,25
2008179,1130,23209,34
200942,425,2147,63
201026,894,4131,31
201112,240,4312,67
20126,541,818,35
201313,062,2215,28
20144,871,976,84
20157,336,6413,97
20164,756,9011,65
201713,199,5922,78
201811,747,0618,80
201941,0160,29101,30
202030,8711,2342,09
202132,3819,5251,90
202260,4833,2693,74
2023143,4236,54179,96
Gesamt   
1998-20235801,521006,086807,60

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2009 – Totholzflächen am Hochschachten

In meinem letzten Beitrag habe ich Zahlen zu den Totholzflächen im Falkenstein-Rachel-Gebiet veröffentlicht. Zahlen sind abstrakt. Was aber bedeutete es konkret, wenn 2009 268 ha geräumt wurden? War das viel? Hat das überhaupt jemand bemerkt?

Ich war 2009 im Nationalpark und vermutlich war ich damals ein ganz normaler Urlauber. Ich kannte weder Wohlleben noch Bibelriether. Über Nationalparks wusste ich nichts und über den Bayerischen Wald noch weniger. Was habe ich damals gesehen? Fotos, die ich auf einer Tour zum Hochschachten gemacht habe, geben Antwort.

Lesen Sie hier den ersten Teil meines neuen Artikels: 2009 – Mein erster Besuch im Nationalpark Bayerischer Wald.

Totholzflächen im Falkenstein-Rachel-Gebiet

Die Öffentlichkeitsarbeit im Nationalpark Bayerischer Wald ist vorbildlich. Von der Pressestelle habe ich die Zahlen zu den geräumten und den belassenen Totholzflächen im Falkenstein-Rachel-Gebiet erhalten.

Falkenstein-Rachel-Gebiet
JahrbelassengeräumtGesamt
19885,46 5,46
19891,97 1,97
19900,34 0,34
19910,32 0,32
19920,30 0,30
19937,44 7,44
19942,88 2,88
199516,15 16,15
 40,420,4940,91
 21,81 21,81
 81,85 81,85
 62,094,9667,05
20006,2699,93106,19
 15,40 15,40
 6,02 6,02
 20,750,0320,78
 12,295,2417,54
20059,98 9,98
 15,83 15,83
 17,22 17,22
 67,09186,86253,94
 36,48262,79299,27
201061,12141,00202,12
 79,5626,11105,67
 34,4619,5454,01
 25,316,8832,20
 13,6221,0934,71
201535,8022,3458,14
 26,6114,9141,51
 65,3539,13104,47
 104,9434,99139,93
 347,83175,40523,23
2020196,8311,47208,29
 284,9430,36315,30
 517,30149,11666,42
 420,50101,59522,09
Gesamt   
1998-20232565,451353,743919,18

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Kyrill im Nationalpark Bayerischer Wald – 20 Jahre später

Mithilfe meines neuen Videos können Sie sich selbst ihre eigene persönliche Meinung bilden. Sie können vergleichen:

Sie können sich also selbst ein Urteil bilden über den Sinn der Maßnahmen zum Schutz des Fichtenwalds vor dem Borkenkäfer in den Jahren nach Kyrill 2007. In das Video gehen zusätzlich auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse ein zur Totholzentwicklung der Jahre 2014–2023: Seit 2022 gehören endlich 75% des Nationalparks zur Naturzone und ausgerechnet jetzt, wo nicht mehr eingegriffen werden darf, jetzt breitet sich der Borkenkäfer wieder aus. Für die einen ein Traum: „Endlich darf der Käfer fressen! Morgendämmerung der Totholzkäfer!“ Für die anderen ein Alptraum: „Waldfriedhof! Totholzwüsten! Kaputtgeschützt!“

Meine Überlegungen zum Schluss des Videos sind eher traurig: Der Nationalpark scheint nur ein Thema zu kennen – den Borkenkäfer. Ursula Schuster ist nun die vierte Chefin, die Bürgern, Politikern und Medien den Borkenkäfer erklärt. Seit über 50 Jahren: Streit um Borkenkäfer. Streit um Naturzone. Streit um Managementzone. Immer dieselben Parolen. Wir müssen dies. Wir müssen das. Wenn wir jetzt nicht sofort. Sonst stirbt. Immer mischen alle mit: Landräte, Bürgermeister, Wirtschaftsminister, Umweltminister, Forstminister, Mitglieder des Landtags, Mitglieder des Bundestags, Vorsitzender des LBV, Vorsitzender des BN. Und täglich grüßt das Murmeltier! Würde Sinner morgen von den Toten auferstehen, er könnte nahtlos da weitermachen, wo er 2011 aufgehört hat.1siehe Streit um Nationalpark beigelegt – zumindest vorerst, SZ vom 23.4.24 und Schutzzone im Nationalpark Bayerischer Wald wird verändert, SZ vom 22.4.24 und Von „sinnvolle Entscheidung“ bis „fachlich absurd“, SZ vom 8.4.24

Kommunikation mit der Pressestelle des Nationalparks Bayerischer Wald über Sanitärhiebe

Google-Earth – Belassene Totholzflächen am Großen Falkenstein

Schon am 17.11.2025 antwortet die Pressestelle auf meine Anfrage tags zuvor:

Sehr geehrter Herr Adrian,

die Entwicklung der Totholzflächen (geräumt und nicht geräumt) im Nationalpark Bayerischer Wald finden Sie auf unserer Homepage:
https://www.nationalpark-bayerischer-wald.bayern.de/service/downloads/doc/berichte/bericht_walddynamik_2014_2023.pdf

Mit freundlichen Grüßen
Pressestelle
Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald
Freyunger Straße 2
94481 Grafenau

Ich bin beschämt; diesen Bericht hatte ich übersehen. Bislang kannte ich nur den Bericht von 2006 bis 2011.  Trotzdem gebe ich mich mit der Antwort nicht ganz zufrieden und frage nach: Weiterlesen

Offener Brief – Sanitärhiebe im Erweiterungsgebiet des Nationalparks Bayerischer Wald

Sehr geehrter Herr Wolf,
ich habe mir in der vergangenen Woche einmal die Mühe gemacht, für das Erweiterungsgebiet die jährlichen Zahlen zum Borkenkäferholzeinschlag aus den Jahresberichten zusammenzustellen und zu addieren. Von 1998 bis 2024 kommt man auf knapp 1 Mio. fm – 953.421 fm, um genau zu sein. Leider habe ich eine solche Zusammenstellung in Publikationen des Nationalparks nicht gefunden.

Was ich leider auch nicht gefunden habe, sind jährliche Zahlen zur Fläche der Sanitärhiebe. Man könnte natürlich nun mit Zahlen über den durchschnittlichen Holzvorrat in Bayerischen Wäldern die Flächen berechnen – Grok schlägt rd. 400 fm/ha vor. Aber ich frage lieber Sie als Pressesprecher. Die Nationalparkverwaltung direkt zu fragen, das empfiehlt Grok übrigens explizit: „Dort liegen die internen Jahresstatistiken“. Also:

Wie viele ha wurden jährlich von 1998 bis 2024 im Erweiterungsgebiet geräumt?

Ich erwarte nicht, dass Sie die Zahlen aufschlüsseln nach Borkenkäfer, Windwurf, Schneebruch oder 500m-Schutzzone. Es steht Ihnen natürlich frei, das im Sinne einer weitestgehenden Transparenz zu tun. Es reicht aber die jährliche Gesamt-Fläche, die ausgeräumt wurde – so, wie es in den Jahresberichten um den jährlichen Gesamt-Holzeinschlag geht.

Gerne dürfen Sie natürlich zusätzlich auch die jährlichen Zahlen für die nicht-ausgeräumten, belassenen Flächen (Borkenkäfer, Windwurf, Schneebruch) angeben!

Mit freundlichen Grüßen
gez. Franz-Josef Adrian

Sanitärhiebe am Hirschgespreng östlich von Spiegelhütte

Knapp 1 Mio. Festmeter Käferholz im Erweiterungsgebiet des Nationalparks Bayerischer Wald

Die KI von Google lügt. Auf die Frage „Wie viele fm Holz wurden im Falkenstein-Rachel-Gebiet von 1998 bis 2024 im Nationalpark Bayerischer Wald eingeschlagen?“ antwortet sie:

„Die Menge des eingeschlagenen Holzes ist daher vermutlich minimal oder nicht vorhanden.“

Wechselt man in den KI-Modus, erfährt man angeblich mehr: Weiterlesen

Wiesen statt Wald am Rindelsteig

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ja, mir fehlt es an „ästhetischem Empfinden“ (Müller/Simonis) für die Naturprozesse am Rachel im Nationalpark Bayerischer Wald. Die „waldsteppenartigen Totholzflächen“ dort finde ich wirklich nicht schön. Das heißt aber nicht, dass es mir an „Akzeptanz“ (Müller/Simonis) dafür fehlt. Die Natur macht das eben so und dann soll sie es so machen. In Ordnung. Dafür ist schließlich ein Nationalpark da.

Wofür ich aber überhaupt keine „Akzeptanz“ habe, das sind die riesigen Kahlschläge zwischen Falkenstein und Rachel. Vom Rindelsteig aus kann man sie gut sehen. Kein Wald mehr, keine Waldsteppen, sondern große grüne Wiesen. Man möchte junge Rinder darauf grasen lassen wie früher am benachbarten Rindel- und Albrechtschachten. Direkt neben diesen Wiesen: die nach Kyrill 2007 nicht geräumten Windwürfe am Lackenberg und Sandl. Und auch wenn Müller/Simonis das vielleicht nicht gerne hören: Ich freue mich über den dort „nachwachsenden Wald“ und bin begeistert über die „üppige Naturverjüngung“. Und Müller/Simonis liegen bei mir völlig falsch: Diese Freude und diese Begeisterung entspringen nicht „forstlichen und ökonomischen Holzproduktionsgefühlen“. Ich habe ganz einfach den Wunsch nach einem „grünen Wald“, auch wenn Aschenbrand/Michler das vielleicht irgendwie doof finden.

Schauen Sie sich hier meine neue Dokumentation an über die geräumten und die nicht geräumten Flächen am Rindelsteig. Die hochauflösenden Fotos wurden bereits 2020 gemacht, aber bislang noch nicht veröffentlicht: Riesenkahlschlag am Rindelloch – 13 Jahre nach Kyrill.

Video – Waldsteppe am Großen Rachel im Nationalpark Bayerischer Wald

Das Video zeigt knapp 13 Minuten lang die „waldsteppenartigen Totholzflächen“ am Großen Rachel im Nationalpark Bayerischer Wald. Der Ausdruck stammt nicht von Gegnern des Nationalparks – die würden vermutlich von „Waldfriedhof“ sprechen – sondern von Dr. Jörg Müller, Vize-Chef im Nationalpark, und Rainer Simonis, Förster dort. Diese Waldsteppen erstrecken sich in den Hochlagen des Parks „kilometerweit“ (Wenn der Borkenkäfer geht, kommt der Gartenrotschwanz, LBV-Vogelschutz, Heft 1, 2011).

Das Video ist ohne Kommentar und auch ohne Begleitmusik.
Bilden Sie sich bitte Ihre eigene Meinung! Meine Meinung dazu kennen Sie.

Die Aufnahmen entstanden auf dem Rachelsteig von Oberfrauenau zum Waldschmidthaus im September 2019. Es wird sich seitdem vermutlich nicht viel geändert haben. Die Natur ist sehr langsam dort oben. Genauso wie die Umbauarbeiten am Waldschmidthaus, das laut Pressestelle des Parks voraussichtlich noch bis zum Sommer 2027 geschlossen ist.

Keine blühenden Landschaften am Rachel

Schon einmal habe ich mich mit den Waldsteppen am Rachel im Nationalpark Bayerischer Wald beschäftigt: Von Wüsten und Waldsteppen am Rachel. Ich möchte es noch einmal tun. Nicht nur, um Lesern, die noch nicht am Rachel waren, zu zeigen, wie Waldsteppen aussehen. 20 Jahre nach dem Borkenkäfer.

Es geht mir in meinem neuen Artikel darum, dass niemand von den Verantwortlichen jemals davon gesprochen hat, dass diese Waldsteppen entstehen könnten. Erst sprach niemand vom Borkenkäfer. Und als der dann halt da war, sprach niemand von Waldsteppen. Und dass die Verjüngung Jahrzehnte dauern könnte. Bis zum Jahr 2011, als Müller/Simonis auf einmal wie selbstverständlich von Waldsteppen und Totholzflächen sprachen. Kilometerweit. Und das sei auch gut so!

Immer noch gibt es auf der Homepage des Nationalparks keine Informationen zu Waldsteppen, geschweige denn ein Informationsschild darüber vor Ort am Rachel. Was es aber auch nicht besser machen würde. Lesen Sie hier meinen neuen Artikel mit Zitaten aus Büchern über den Nationalpark von 1974, 1998 und 2005, die einen fassungslos zurücklassen: Waldsteppen am Rachel.

Waldsteppe – Antwort der Pressestelle des Nationalparks Bayerischer Wald

Zur Waldsteppe am Rachel hatte ich eine Frage gestellt an die Pressestelle des Nationalparks Bayerischer Wald. Diese arbeitet mit einer Schnelligkeit, die ebenso unglaublich wie vorbildlich ist. Pressesprecher Gregor Wolf1siehe auch Pressesprecher Gregor Wolf erklärt mir die Naturzonenerweiterung 2019 antwortet noch am Tag meiner Anfrage:

Sehr geehrter Herr Adrian,
vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Interesse an der Entwicklung der Wälder im Nationalpark.

Zu Ihrer Anfrage kann ich Ihnen mitteilen, dass es leider keine aktuelleren Artikel gibt, die sich mit der Waldentwicklung speziell im Gebiet des Rachels beschäftigen. Wir werten derzeit die Ergebnisse unserer umfassenden Inventur der Nationalparkwälder aus und werden diese voraussichtlich im Laufe des nächsten Jahres veröffentlichen. Bereits jetzt können wir aber sagen, dass die von Ihnen zitierte Aussage aus dem Artikel von Jörg Müller weiterhin zutrifft und die Wälder am Rachel sich im Vergleich zum Lusen zeitlich verzögert, aber dennoch stetig weiter verjüngen.

Auch die in diesem Artikel getroffene Aussage, dass waldfreie Flächen und Lückenstrukturen ein wichtiges Merkmal von Naturwäldern sind und hohe Bedeutung für die Biodiversität haben, trifft weiterhin zu.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen damit weiterhelfen.

Hinweis: Diese Antwort dürfen Sie gern in ungekürzter Form auf ihrer Homepage veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüßen
Gregor Wolf
Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Datenschutzbeauftragter

 

Wildverbiss im Nationalpark Bayerischer Wald

Kahlschläge gibt es selbstverständlich nicht nur am Süntel in Niedersachsen. Auch Wildverbiss auf Kahlschlägen ist keine lokale Besonderheit des Süntels. Im Gegenteil: Es gibt vermutlich keinen einzigen Kahlschlag in Deutschland, wo die neu wachsenden kleinen Bäumchen nicht von Rehen oder Hirschen gefressen werden.

kurz und klein gebissene Vogelbeere am Ruckowitzberg

Das gilt auch für die Nationalparks – obwohl der wohlmeinende Bürger vielleicht zunächst einmal denken würde, dass wenigstens dort alles in Ordnung ist und auf den einstmals kahlen Flächen wieder neue junge Wälder in Hülle und Fülle spriessen. Dem ist nicht so. Und zwar nicht nur im NLP Eifel oder Harz, sondern auch im NLP Bayerischer Wald. Lange Zeit hatte ich geglaubt, dass dort gegen Rehe und Hirsche genauso konsequent vorgegangen würde wie gegen den Borkenkäfer. Dem ist nicht so.

Lesen Sie hier meinen neuen Artikel mit zahlreichen Fotos, die den Verbiss dokumentieren: Wildverbiss am Ruckowitzberg.

Außerdem gibt es ein Video vom Kahlschlag, in dem Sie die 62 % Vogelbeeren sehen können, die laut wissenschaftlicher Studie nicht verbissen sind. Und ich präsentiere Ihnen ein wissenschaftliches Forschungsprojekt am Ruckowitzberg, das Fragen über Fragen aufwirft.

„Alles ver-rückt!“ – Leibl und Müller zu Corona

„Die Maske ist ein Instrument der Freiheit.“
Markus Söder
„Ich bin nicht zufrieden: die Ergebnisse sind nicht hart genug, dass wir Unheil abwehren.“
Angela Merkel

Einleitung

Bei der Recherche für meinen letzten Artikel zum Nationalpark (NLP) Bayerischer Wald stolpere ich über den Blog-Eintrag vom 16. September 2020: Alles ver-rückt – 50 Jahre Nationalpark Bayerischer Wald: Interview mit Dr. Franz Leibl und Prof. Jörg Müller. Ich gebe dem Blogger völlig recht: Es ist tatsächlich alles verrückt – auch dieses Interview. Es ist sogar völlig verrückt.

Selbstverständlich ist auch meine Kritik an Leibl und Müller völlig verrückt. Denn die Gesellschaft ist über das Coronavirus tief gespalten: Leibl und Müller glauben an die Verhältnismäßigkeit der Anti-Corona-Maßnahmen und die Gefährlichkeit des Virus. Ich nicht. Zwischen uns herrscht ein unüberbrückbarer Graben. Weiterlesen

Diskussion über den Film „Der halbwilde Wald“

Gestern Abend lief im BR die Dokumentation „Der halbwilde Wald -50 Jahre Nationalpark Bayerischer Wald“ von Jürgen Eichinger. In der BR-Mediathek kann man sich ihn anschauen. Da ich selbst einen einminütigen Auftritt in dem Film habe, bin ich befangen und möchte den Film nicht kommentieren. Aber hiermit eröffne ich die Diskussion über den Film: Was ist Ihre Meinung?