Gestern Abend lief im BR die Dokumentation „Der halbwilde Wald -50 Jahre Nationalpark Bayerischer Wald“ von Jürgen Eichinger. In der BR-Mediathek kann man sich ihn anschauen. Da ich selbst einen einminütigen Auftritt in dem Film habe, bin ich befangen und möchte den Film nicht kommentieren. Aber hiermit eröffne ich die Diskussion über den Film: Was ist Ihre Meinung?
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Die Versteppung eines Waldnationalparks
Das Schlusskapitel meines gestern veröffentlichen Artikels dreht sich um die Kritik des Grünen-MDL Toni Schuberl an der Borkenkäferbekämpfung im NLP Bayerischer Wald:
„Das ist mehr Steppe, als Wald“, schimpft Schuberl. „Ich appelliere an alle Verantwortlichen, diesen Wahnsinn endlich zu beenden!“1Nach Auskunft des Ministers: Schuberl fordert Ende der Borkenkäferbekämpfung
Schuberl veranschaulicht seinen Vorwurf am Beispiel des Hirschgesprengs. Vielleicht werden nun einige denken: Das Hirschgespreng ist doch sicherlich eine Ausnahme! Schuberl übertreibt! Leider trifft der Vorwurf der Versteppung auch noch auf viele andere Gebiete des Falkenstein-Rachel-Gebiets zu. Die folgenden zwei hochauflösenden Fotos, die mir Herbert Pöhnl freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, zeigen das Gebiet südlich des Schachtenhauses:2siehe auch meinen Blog-Eintrag Gfällei – vorprogrammierter Kahlschlag
2019 – Streit um die Borkenkäferbekämpfung im Nationalpark Bayerischer Wald
Vor einem Jahr sorgte Forstwirt Peter Langhammer für Schlagzeilen: Er forderte öffentlich ein Ende der sinnlosen Borkenkäferbekämpfung im NLP Bayerischer Wald und wandte sich an Bürgermeister, Landräte, den NLP-Chef und den bayerischen Umweltminister.1Forstwirt Peter Langhammer fordert Ende der „sinnlosen Borkenkäferbekämpfung“, da Hog’n vom 21.10.2019
Langhammer mahnte zu einem Umdenken:
„Das ursprüngliche Ziel der Käferbekämpfung im Erweiterungsgebiet des Nationalparks, der Wunsch, hier grüne Nadelwälder auf nennenswerten Flächen zu erhalten, ist inzwischen völlig illusorisch. Es gibt keinen einzigen fachlichen Grund mehr für eine Käferbekämpfung im Innern des Nationalparks.“2Hervorhebungen von F.-J. A.
Unterstützung bekam Langhammer von Jens Schlüter, Chef der Grünen Niederbayerns.3„Käferbekämpfung ist schädlich“, Passauer Neue Presse vom 1.8.2019 Ergebnis der Proteste war die Erweiterung der Naturzone um fast 900 ha.4Nationalpark: Naturzone wächst auf fast 73 Prozent, Passauer Neue Presse vom 22.10.2019
Ein Bericht darüber von NLP-Pressesprecher Gregor Wolf lies bei mir mehrere Fragen offen. Ich rief ihn an. Das Telefonat entwickelte sich zu einem fruchtbaren Dialog über den Sinn der Borkenkäferbekämpfung im NLP. Lesen Sie hier meinen Bericht: Pressesprecher Gregor Wolf erklärt mir die Naturzonenerweiterung 2019.
Wildnis am Steinfleckberg im NLP Bayerischer Wald
Der NLP Harz betreibt zur Zeit eine große Imagekampagne: „Baustelle Natur! Hier baut die Natur eine neue Wildnis.“ Der NLP betreibt Etikettenschwindel: abgestorbene Fichtenwälder sind keine Wildnis. Wenn Sie wirklich Wildnis sehen wollen, sollten Sie zum Steinfleckberg im NLP Bayerischer Wald fahren. Im Sommer 2019 habe ich dort meine zweite große Wanderung gemacht – auf Wanderwegen, die zwar nicht verboten, aber nicht markiert, nicht ausgeschildert und ziemlich abenteuerlich sind.
Lesen Sie hier meinen neuen Artikel mit zwei Videos und vielen hochauflösenden Fotos: Vom Lusen über den Steinfleckberg zur Reschbachklause.
Angst um den Tourismus im Nationalpark Harz
Der Präsident des Harzklubs – „Der Harz geht nicht ohne uns!“ – und der Leiter des Nationalparks Harz sind ziemlich beste Freunde. 2018 traten beide Seite an Seite auf einer gemeinsamen Informationsveranstaltung auf. Ein Foto zeigt Dr. Oliver Junk und Andreas Pusch, wie sie fröhlich in die Pressekameras strahlen.
Der Ehrenvorsitzende des Harzklubs ist Dr. Albrecht von Kortzfleisch und er ist kein Freund von Herrn Pusch.
Ein halbes Jahr vor der Informationsveranstaltung sorgte ein Zeitungsartikel im Harz-Kurier für Aufsehen, in dem der Ehrenvorsitzende den NLP heftig kritisiert und wegen des Fichtensterbens Schäden für den Tourismus befürchtet. Politiker und Tourismusfachleute waren verunsichert. Eine vom Ehrenvorsitzenden geforderte Meinungsumfrage wurde prompt durchgeführt. Die NLP-Verwaltung reagierte mit einer PR-Kampagne. Eine zweite PR-Kampagne startete der Harzer Tourismusverband. Noch boomt der Tourismus im Harz. Aber kommen die Urlauber auch wieder? Lesen Sie hier meinen Artikel: Der Zorn des alten Mannes.



