Die Erfolglosigkeit der NGOs im Steigerwald

Noch nie gab es eine große und machtvolle Demonstration für einen Nationalpark Steigerwald. Und es wird sie vermutlich auch nie geben. Denn der Steigerwald ist nicht der Hambacher Forst. Mit der Panik vor der Klimakatastrophe kann man Zigtausende mobilisieren, mit dem Nationalpark nicht. Der Versuch der Grünen-MdB Lisa Badum, die Schüler und Studenten von Fridays For Future und Extinction Rebellion in den Steigerwald zu locken, schlug fehl: statt der erhofften 1.500 oder gar 15.000 kamen 150. Und selbst die sog. Aktivisten von Extinction Rebellion bauten keine Baumhäuser wie im Hambi oder Danni und sie lieferten sich auch keine Scharmützel mit der Polizei; im Steigi kletterten sie für die Fernsehkameras kurz auf Bäume und als das Fernsehteam wieder weg war, kletterten sie brav wieder hinunter.

Lesen Sie hier meinen neuen Artikel: Aktivisten allein im Wald.

Hinweis: In der nächsten Woche veröffentliche ich einen Artikel zu Extinction Rebellion im Steigerwald.

„Nationalpark-Aktivisten“ und die Grüne Lisa Badum

Am 28.12. fragt die Main-Post noch, ob Nationalpark-Aktivisten eine Waldmaschine beschädigt haben. Schon einen Tag später steht fest: Sie haben! Das Spray soll zwar abwaschbar sein, aber die Wellen der Empörung schlagen hoch im Steigerwald. Im Zentrum des Skandals steht Grünen-MdB Lisa Badum, die sich mit einem Plakat auf dem Forwarder hat fotografieren lassen und diese Fotos auf Twitter veröffentlicht hat. Von der Beschmierung will sie nichts mitbekommen haben.

Lesen Sie hier meinen neuen Artikel: Nationalpark-Aktivisten beschädigen Forwarder – die Rolle von Grünen-MdB Lisa Badum

Die Verwaltung des Nationalparks Harz und der Klimawandel

Nur mal so angenommen: Aktivisten von Extinction Rebellion würden am Bahnhof Wernigerode die Brockenbahn – die Dampfloks fahren mit Kohle – blockieren. „Burn Capitalism, Not Coal!“, „Rettet die Fichten!“, „Dies ist ein Notfall!“ „Es geht ums Überleben!“, „Jetzt handeln!“, „Fichtensterben stoppen!“

DAVID HOLT, CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons

Was würde Andreas Pusch, Chef im Nationalpark (NLP) Harz, dazu sagen? Nach der Lektüre der NLP-Tätigkeitsberichte bin ich mir nicht mehr sicher, ob er sich für die Dampfloks und gegen Extinction Rebellion aussprechen würde. Die Tätigkeitsberichte der letzten zwei Jahre reden ganz häufig vom Klimawandel und sie tun das einseitig, verkürzt und übertrieben, teilweise sogar sachlich falsch. Glaubt man den Tätigkeitsberichten, dann scheint das Wetter im NLP nur noch extrem zu sein: Dürre, Hitze und Stürme.

Ich habe die Stellen zu Wetter und Klima aus den Tätigkeitsberichten herausgesucht und kommentiert. Außerdem habe ich die Daten zum Klima zusammengetragen, die die Tätigkeitsberichte verschweigen. Daraus ist der längste Artikel dieses Jahres geworden: Wetter und Klimawandel in den Tätigkeitsberichten des Nationalparks Harz.

Hinweis: Allen meinen Lesern wünsche ich einen Guten Rutsch!

Das Scheitern der Borkenkäferbekämpfung im Nationalpark Harz

Im Juli 2018 macht Andreas Pusch, Leiter des Nationalparks Harz, eine Aussage, die seine Zuhörer bewusst in die Irre führt:

„Ich habe vorhin gesagt, wir lassen den Käfer laufen bei uns. Es gibt ein paar Ausnahmen. In der Kernzone trifft das uneingeschränkt zu. An der Außengrenze bekämpfen wir den Käfer, um die anliegenden Wirtschaftswälder zu schützen.“

Pusch tut so, als ob der Nationalpark nur aus Kernzone und Außengrenze besteht. „Ein paar Ausnahmen“? Von wegen! Pusch lässt eine ganze Zone weg: nämlich die Naturentwicklungszone. Rund 40 % der Nationalparkfläche (siehe Tätigkeitsbericht 2018, S. 31) – fast 10.000 ha – lässt er einfach unter den Tisch fallen. Er hat seine Gründe: Denn in dieser Zone wurde der Borkenkäfer fast drei Jahrzehnte lang massiv bekämpft. Von wegen „den Käfer laufen lassen“! Erst 2018 kapitulierte der Nationalpark vor dem Borkenkäfer. Die jahrzehntelange Borkenkäferbekämpfung in der Entwicklungszone war gescheitert.

Die Tätigkeitsberichte lassen weder die Naturentwicklungszone noch die Borkenkäferbekämpfung weg. Über diese berichten sie stolz. Bis 2018. Bis Friederike. Lesen Sie hier meinen neuen Artikel: Das Scheitern der Borkenkäferbekämpfung im Nationalpark Harz im Spiegel der Tätigkeitsberichte.

Hinweis: Der letzte Artikel dieses Jahres erscheint am 31. Dezember. Sein Thema wird sein: Der Klimawandel im Nationalpark Harz im Spiegel der Tätigkeitsberichte. Soviel vorab: Die NLP-Verwaltung dramatisiert den Klimawandel und seine Folgen wie Aktivisten von Fridays For Future. Ich warte darauf, dass Aktivisten von Extinction Rebellion die kohlebetriebene Brockenbahn besetzen und die NLP-Verwaltung Beifall klatscht. (siehe dazu die PR-Veranstaltung Klimawandel beeinflusst Wildnisentwicklung)

Neuer Offener Brief an die Verwaltung des Nationalparks Harz

In meinem letzten Artikel habe ich Zahlen zum Holzeinschlag aus einem Brief von Frau Bauling veröffentlicht. Frau Bauling gehört zur Spitze der Verwaltung im Nationalpark (NLP) Harz.1Sie leitet den Fachbereichs 3 (Waldbehandlung und Wildbestandsregulierung). Und sie ist die Vizechefin. Ihr Brief enthält mehr als nur die nackten Zahlen zum Holzeinschlag. Ihre Erläuterungen und die anliegenden Karten zu „Strukturpflegemaßnahmen“ und „Pflanzungen“ haben mich zum Nachdenken angeregt und Fragen aufgeworfen. Deshalb schreibe ich einen zweiten Offenen Brief. In dessen Zentrum steht ein großer Kahlschlag in der Nähe von Braunlage, der schon von der B 4 ins Auge fällt. Dort waren zuvor laut offizieller Karte der NLP-Verwaltung „Strukturpflegemaßnahmen“ durchgeführt und Buchen gepflanzt worden:

Lesen Sie hier meinen neuen Artikel mit zahlreichen neuen Fotos und einem neuen Video: Nachdenken über einen Brief der Nationalparkverwaltung.

Hinweis: Mein nächster Artikel erscheint am 10. Dezember – dann zu dem Thema „Das Scheitern der Borkenkäferbekämpfung im Nationalpark Harz im Spiegel der Tätigkeitsberichte“.

Nationalpark Harz: 250.000 Festmeter in 2 Jahren

Im Nationalpark (NLP) Harz wurden 2018 und 2019 insgesamt rd. 250.000 Festmeter Holz eingeschlagen. Das sind riesige Mengen, die an Spitzenwerte im NLP Bayerischer Wald erinnern.

NLP Harz in der Nähe des Eckerstausees im Mai 2020

Weder die Zeitungen noch das Fernsehen nennen diese Zahlen. Die Tätigkeitsberichte des NLPs schweigen seit 2015 über die Einschlagsmengen.1ganz anders die Tätigkeitsberichte des NLP Bayerischer Wald, siehe z. B. den Jahresbericht 2019, S. 29 Die Zahlen stehen in der Antwort von Frau Bauling auf meinen Offenen Brief. Bauling ist Vize-Chefin des NLPs.

Lesen Sie hier meinen neuen Artikel: 25 Holzlaster pro Tag.

Hinweis: Der nächste Artikel erscheint am 30.11. – dann mit weiteren Überlegungen zur umfangreichen Antwort von Sabine Bauling.

Eine Stätte des Grauens

Es ist nur einer von den unzähligen Kahlschlägen im Nationalpark (NLP) Harz. Nur wenige Wanderer verirren sich hierhin. Vereinzelt rasen Mountainbiker vorbei. Niemand achtet auf die vielen kleinen Buchen. Sie wurden einfach auf den Kahlschlag gepflanzt. Mitten in die pralle Sonne. Ohne schützenden Zaun. Denn den hätten sie gebraucht gegen die vielen tausend Hirsche im Harz. Kein Mensch kümmert sich um die kleinen Buchen. Nur die Hirsche. Die fressen sie auf. Ein Buchenwald wird hier nie wachsen.

Dabei weiß die NLP-Leitung ganz genau, was die Hirsche tun. Das beweist ein Vortrag von NLP-Chef Pusch. Lesen Sie hier meinen neuen Artikel Wildverbiss auf dem Kahlschlag am Schwarzen Graben.

Hinweis: Der nächste Artikel erscheint am 24.11. – dann mit der Antwort von Sabine Bauling, der stellvertretenden Leiterin des NLP Harz, auf meinen Offenen Brief.

Lügt Nationalparkchef Andreas Pusch?

„Politiker müssen die Fähigkeit entwickeln, zu glauben, was sie sagen.“
Peter Sloterdijk

In meinem letzten Beitrag hatte ich Sie dazu ermuntert, selbst zu denken. Denn man muss kein sogenannter Experte sein, um den Zustand des Waldes im Nationalpark Harz zu beurteilen. Auch die Frage in meinem neuen Video „Lügt NLP-Chef Andreas Pusch?“ können Sie selbst beantworten. Es geht noch einmal um den Kahlschlag am Meineckenberg an der Bremer Hütte.

Auf der folgenden Seite zeige ich mit historischen Überfliegungsbildern von Google-Earth den schrittweisen Kahlschlag an der Bremer Hütte. Weiterlesen

Lothar Wieler und Andreas Pusch

„Wir gehen alle davon aus, dass im nächsten Jahr Impfstoffe zugelassen werden. Wir wissen nicht genau, wie die wirken, wie gut die wirken, was die bewirken. Aber ich bin sehr optimistisch, dass es Impfstoffe gibt.“
Lothar Wieler1Phoenix-Interview vom 15.10.2020, Min. 28:29[/mfn]

„Das ist also ein üppiges Wachstum, was hier festgestellt werden kann.“
Andreas Pusch

Einleitung

Lothar Wieler und Andreas Pusch haben viele Gemeinsamkeiten:

  • Beide sind Chefs: der eine des Robert-Koch-Instituts, der andere des Nationalparks Harz
  • Beide haben die Unterstützung ihrer Ministerien: hinter Wieler steht das Gesundheits-, hinter Pusch das Umweltministerium.
  • Beide genießen das Vertrauen ihrer Vorgesetzten: Wieler das der Kanzlerin, Pusch das des Ministerpräsidenten.
  • Beide sind Helden in den Mainstream-Medien; Wieler ist Fachmann für Hygiene, Pusch für Naturschutz.
  • Beide sind immun gegen Kritik. Wer Wieler kritisiert, ist Verschwörungstheoretiker; wer Pusch kritisiert, Umweltsau.
  • Beide gelten als Experten ihres Fachs. Wer den Rücktritt von Wieler fordert, hat keine Ahnung von Medizin, wer den von Pusch fordert, keine von Forstwirtschaft.
Andreas Pusch (links) hat Ahnung von Forstwirtschaft


In diesem Artikel geht es nicht um Wieler. Es geht um Pusch. Denn Kritik an Wieler gibt es genug – natürlich nicht im Mainstream, aber zumindest in den freien Medien. Kritik an Pusch aber gibt es überhaupt nicht.1Die Bürgermeisterin von Schierke, Christiane Hopstock, ist die Ausnahme von der Regel. Nicht einmal in den freien Medien.2Ein Beispiel für die Kritiklosigkeit der freien Medien ist ein Artikel von Karl-Friedrich Weber über Kahlschläge im Nationalpark. Keine Kritik, nirgends! Meine Webseite ist eine Ausnahme; einer muss anfangen.3siehe Foto Weiterlesen