2019 – Streit um die Borkenkäferbekämpfung im Nationalpark Bayerischer Wald

Vor einem Jahr sorgte Forstwirt Peter Langhammer für Schlagzeilen: Er forderte öffentlich ein Ende der sinnlosen Borkenkäferbekämpfung im NLP Bayerischer Wald und wandte sich an Bürgermeister, Landräte, den NLP-Chef und den bayerischen Umweltminister.1Forstwirt Peter Langhammer fordert Ende der „sinnlosen Borkenkäferbekämpfung“, da Hog’n vom 21.10.2019

Langhammer mahnte zu einem Umdenken:

„Das ursprüngliche Ziel der Käferbekämpfung im Erweiterungsgebiet des Nationalparks, der Wunsch, hier grüne Nadelwälder auf nennenswerten Flächen zu erhalten, ist inzwischen völlig illusorisch. Es gibt keinen einzigen fachlichen Grund mehr für eine Käferbekämpfung im Innern des Nationalparks.“2Hervorhebungen von F.-J. A.

Unterstützung bekam Langhammer von Jens Schlüter, Chef der Grünen Niederbayerns.3„Käferbekämpfung ist schädlich“, Passauer Neue Presse vom 1.8.2019 Ergebnis der Proteste war die Erweiterung der Naturzone um fast 900 ha.4Nationalpark: Naturzone wächst auf fast 73 Prozent, Passauer Neue Presse vom 22.10.2019

Ein Bericht darüber von NLP-Pressesprecher Gregor Wolf lies bei mir mehrere Fragen offen. Ich rief ihn an. Das Telefonat entwickelte sich zu einem fruchtbaren Dialog über den Sinn der Borkenkäferbekämpfung im NLP. Lesen Sie hier meinen Bericht: Pressesprecher Gregor Wolf erklärt mir die Naturzonenerweiterung 2019.

Wildnis am Steinfleckberg im NLP Bayerischer Wald

Der NLP Harz betreibt zur Zeit eine große Imagekampagne: „Baustelle Natur! Hier baut die Natur eine neue Wildnis.“ Der NLP betreibt Etikettenschwindel: abgestorbene Fichtenwälder sind keine Wildnis. Wenn Sie wirklich Wildnis sehen wollen, sollten Sie zum Steinfleckberg im NLP Bayerischer Wald fahren. Im Sommer 2019 habe ich dort meine zweite große Wanderung gemacht – auf Wanderwegen, die zwar nicht verboten, aber nicht markiert, nicht ausgeschildert und ziemlich abenteuerlich sind.

Lesen Sie hier meinen neuen Artikel mit zwei Videos und vielen hochauflösenden Fotos: Vom Lusen über den Steinfleckberg zur Reschbachklause.

Angst um den Tourismus im Nationalpark Harz

Der Präsident des Harzklubs – „Der Harz geht nicht ohne uns!“ – und der Leiter des Nationalparks Harz sind ziemlich beste Freunde. 2018 traten beide Seite an Seite auf einer gemeinsamen Informationsveranstaltung auf. Ein Foto zeigt Dr. Oliver Junk und Andreas Pusch, wie sie fröhlich in die Pressekameras strahlen.

Der Ehrenvorsitzende des Harzklubs ist Dr. Albrecht von Kortzfleisch und er ist kein Freund von Herrn Pusch.

Ein halbes Jahr vor der Informationsveranstaltung sorgte ein Zeitungsartikel im Harz-Kurier für Aufsehen, in dem der Ehrenvorsitzende den NLP heftig kritisiert und wegen des Fichtensterbens Schäden für den Tourismus befürchtet. Politiker und Tourismusfachleute waren verunsichert. Eine vom Ehrenvorsitzenden geforderte Meinungsumfrage wurde prompt durchgeführt. Die NLP-Verwaltung reagierte mit einer PR-Kampagne. Eine zweite PR-Kampagne startete der Harzer Tourismusverband. Noch boomt der Tourismus im Harz. Aber kommen die Urlauber auch wieder? Lesen Sie hier meinen Artikel: Der Zorn des alten Mannes.

Einfach mal im Nationalpark anrufen!

Nationalpark Bayerischer Wald. Ich wandere vom Zwieslerwaldhaus zum Falkenstein. Nach 1 km komme ich durch einen Wald, wo alle Fichten vom Borkenkäfer gefressen worden sind. Alle tot, aber sie stehen noch. Nach 2 km komme ich durch einen Wald, wo alle Fichten gefällt worden sind. Die einen werden gefällt, die anderen bleiben stehen – und das in direkter Nachbarschaft. Warum?

Ich habe mit der Försterin Frau Pflug telefoniert. Sie hat es mir erklärt. Lesen Sie hier meinen neuen Artikel mit vielen Fotos und einem Video: Borkenkäferbekämpfung auf dem Weg zum Falkenstein.