Pressesprecher Gregor Wolf erklärt mir die Naturzonenerweiterung 2019

Schluss

Der Streit um die Borkenkäferbekämpfung im Falkensteingebiet geht auch 2020 weiter und er wird heftiger. Im August 2020 schaltet sich Grünen-MDL Toni Schuberl ein:1Den Hinweis auf Schuberl verdanke ich Herbert Pöhnl. Vielen Dank!

Im Telefonat mit Wolf wurde deutlich, dass die zentrale Rechtfertigung der NLP-Verwaltung für die Kahlschläge auch 13 Jahre nach Kyrill immer noch die Berufung auf Recht und Ordnung ist: „Wir sind gesetzlich verpflichtet!“ Genau das greift Schuberl an: „Die Borkenkäferbekämpfung ist illegal!“

„Das ist mehr Steppe, als Wald“, schimpft Schuberl. „Ich appelliere an alle Verantwortlichen, diesen Wahnsinn endlich zu beenden!“2Nach Auskunft des Ministers: Schuberl fordert Ende der Borkenkäferbekämpfung

Es ist erfreulich, dass ein Mitglied des Landtags öffentlich die Borkenkäferbekämpfung im NLP kritisiert. Aber nicht nur das hat mich gefreut. Die Passauer Neue Presse zeigt ein Foto, das sonst nie zu sehen ist: Es ist ein Foto des Riesenkahlschlags am Hirschgespreng.

Nachtrag: So sehr ich den Vorstoß des Grünen-MDL Schuberl begrüße – Anfragen an das Umweltministerium und Kritik einzelner grüner Landtagsabgeordneter an den Kahlschlägen gab es schon immer.3siehe z. B. die Aktivitäten des grünen Passauer Landtagsabgeordneten Eike Hallitzky 2007 und 2009 Es sei auch an die verhängnisvolle Rolle erinnert, die die Grünen 1997 bei der Erweiterung des NLPs gespielt haben: Sie haben geschlossen der Nationalpark-Verordnung zugestimmt. Diese ist die rechliche Grundlage für die Kahlschläge.4siehe Die Sitzung des Bayerischen Landtags am 10.7.1997 In meiner Analyse der Rede, die die grüne Landtagsabgeordnete Theresa Lödermann gehalten hat, schrieb ich:

„Die Grünen hatten 1997 in Bayern 6.544 Mitglieder. Der Karnevalsverein der NLP-Gegner brachte es damals auf 1.200 Mitglieder und vor denen schlotterte angeblich der gesamte Landtag des mächtigen Freistaats. Die Frage darf erlaubt sein, warum der große grüne Landesverband keine Demonstrationen gegen die Riesenkahlschläge im NLP auf die Beine stellen konnte.“

Auf diese Demonstration wartet der NLP seit über 10 Jahren.

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Ein Gedanke zu „Pressesprecher Gregor Wolf erklärt mir die Naturzonenerweiterung 2019

  1. Von Versteppung der Hochlagenflächen zwischen den Lackenhängen und der Linie Distelruck und Großer Hahnenbogen zu reden, ist völlig übertrieben. Auch dort braucht die Natur Zeit und wir mehr Gelassenheit. Ist es wirklich so schlimm, wenn zunächst kleinere und größere Lücken oder gar Waldlichtungen in der Größe von Weideschachten verbleiben? Ich meine nicht. Nicht auf jedem Quadratmeter muss gleich eine kleine Fichte wachsen. Denn dann hätte man gleich wieder einen Forst und keinen Naturwald.

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