Einleitung
Hinweis: Der folgende Text stellt eine individuelle Meinungsäußerung dar. Auch wenn ich persönlich im August 2026 vor Ort war und meine Behauptungen mit Fotos, Karten und Zitaten begründe, so ist der Text doch keine wissenschaftliche Untersuchung. Wenn Sie sachliche Fehler finden oder anderer Meinung sind, schreiben Sie es bitte in den Kommentar.
Wenn Bürger einen Kahlschlag im Wald kritisieren, verteidigen Förster diese Maßnahme häufig mit dem Argument:
„Ich gebe Ihnen recht: Im Moment sieht das hier nicht schön aus. Aber kommen Sie mal in 10 Jahren wieder! Dann sieht es hier ganz anders aus!“
Am Hirschgespreng im Nationalpark (im Folgenden abgekürzt mit NP) wurden 2010 über 100 ha Fichtenwald geräumt. Der Borkenkäfer wurde bekämpft. Aber dort sieht es auch nach 16 Jahren nicht schön aus. Es sieht nicht anders aus: keine jungen Fichten, keine Vogelbeeren mit ihren hübschen roten Früchten. Dort wächst nur Gras. Keine bunten Blumen, keine Himbeeren. Nur Gras. Die natürliche Walderneuerung ist flächig und langfristig ausgeblieben.
Das Hirschgespreng ist kein Ruhmesblatt für die Nationalparkverwaltung (im Folgenden abgekürzt mit NPV). Erstens hat sie die Natur nicht Natur sein lassen, zweitens hat die Borkenkäferbekämpfungsmaßnahme unerwünschte Folgen gehabt und drittens kann jeder diese Folgen sehen.
Der normale Besucher sieht sie aber nicht. Denn er kennt das Hirschgespreng gar nicht und er bekommt es auch nicht zu Gesicht.
Man könnte auf die Idee kommen, dass Absicht dahintersteckt: Die NPV will die ausgebliebene Walderneuerung am Hirschgespreng verheimlichen.
Ob bewusste Absicht oder Zufall – immerhin war es bis 2020 prinzipiell möglich, sich das Hirschgespreng aus der Nähe anzuschauen: Denn es gab eine hervorragend ausgebaute breite Forststraße dorthin. Auf dieser konnte man sicher und bequem bis zu einem Wendehammer ganz im Osten, nah der tschechischen Grenze, gehen.
Diese Forststraße aber gibt es nicht mehr: Sie wurde rückgebaut. Übrig geblieben ist 2026 nur noch ein schmaler Weg und auch dieser endet nach wenigen 100 m. Ist dieser Rückbau nun Zufall oder bewusste Absicht?
Themen
Es geht in diesem Artikel nicht nur um den Sinn und Unsinn des Rückbaus von Forststraßen, was scheinbar zu einem ganz speziellen Hobby der Verwalter von Nationalparks und Schutzgebieten geworden ist. Man hat ja sonst nichts zu tun.
Es geht um die Folgen des Rückbaus für die Besucher und um das Problem der Besucherlenkung. Was sollen sie sehen und was sollen sie nicht sehen? Wie lenkt man die Besucher hin zu den Schokoladenseiten eines Schutzgebiets und weg von den Schmuddelecken?
Und es geht um die Geschichte des NPs Bayerischer Wald. Diese Geschichte war voller Konflikte und heftiger Auseinandersetzungen. Es wurden schwere Fehler auf allen Seiten gemacht. Diese Geschichte geht gerade verloren. Es wird weggelassen. Es wird vertuscht. Es ist nicht mehr auffindbar.
Gliederung
Der Artikel ist gegliedert in folgende Abschnitte:
- Der normale Besucher des NPs und die Unkenntnis des Hirschgesprengs
- Die Forststraße am Hirschgespreng und die Dreharbeiten des BR im Juni 2020
- Anhang – Karten zum Hirschgespreng
Nach oben
Zurück zur Einleitung
Nächste Seite: Der normale Besucher des NPs und die Unkenntnis des Hirschgesprengs