Schneelochweg und Brockenurwald
Ich selbst gehe den Schneelochweg im Nationalpark Harz nicht mehr. Es ist gefährlich und es ist verboten. Aber 2020 lag ein USB-Stick mit Fotos in meinem Briefkasten. Absender unbekannt. Vielleicht von einer Mitarbeiterin des Nationalparks. Die Fotos zeigen: Der Borkenkäfer macht auch aus dem berühmten Brockenurwald Kleinholz.
Lesen Sie hier meinen neuen Artikel: Schneelochweg im Herbst 2020.
Stangenholz
Peter Wohlleben hat mich sehr beeinflusst. Vor allem seine Kritik am Schirmschlag im Buch „Wald ohne Hüter“ überzeugte mich. Denn man konnte das, was er beschreibt und kritisiert, in den Wäldern sehen: in Mühlheim, in Bottrop, in Essen, in Bückeburg, in Hessisch-Oldendorf. Besonders das bedauernswerte Schicksal der Überhälter fiel mir immer wieder auf::
„Diese letzten Mohikaner sollen wie im Urwald altern können, aber genau das geht ja gar nicht mehr. Ihres kompletten sozialen Umfeldes beraubt, kränkeln die verbliebenen Exemplare so stark, dass sie nach zwei bis drei Jahrzehnten dem Rest der Bäume in den Tod folgen.“1Peter Wohlleben, Wald ohne Hüter: Im Würgegriff von Jagdinteressen und Forstwirtschaft. Ein Förster erzählt, adiata Verlag 2007, S. 88 ff.,
Nun – es geht auch ganz anders. Man räumt die Überhälter zügig ab und lässt sie nicht noch jahrzehntelang herumstehen und langsam absterben. Übrig bleibt Stangenholz. Und zwar nur Stangenholz. Man spart sich die Phasen IV und V; auf Phase III folgt unmittelbar Phase VI.
Zu besichtigen ist das südwestlich von Bad Münder im Buchenwald der Reihebürgerschaft. Mit Förster Alexander Nebhuth habe ich telefoniert. Lesen Sie hier meinen neuen Artikel: Kein Freund von Peter Wohlleben.
Video zur Wiederaufforstung am Süntelturm
Aufforstung von Kahlschlägen am Süntelturm
Über die riesigen Kahlschläge rund um den Süntelturm im Weserbergland hatte ich schon mehrfach berichtet: Kuchen und Kahlschläge am Süntelturm, Erhart Kästner zum Süntel, Adolf Hitler ist an allem schuld! und Interview mit Alexander Nebhuth, Förster in Bad Münder. Aber die abgestorbenen Fichtenwälder werden nicht nur abgeräumt, sie werden auch wieder aufgeforstet. Und auf meiner letzten Wanderung zum Süntelturm kam ich an großen Flächen vorbei, die erst vor kurzem aufgeforstet worden waren. Und so etwas hatte ich noch nie gesehen:
Das sah ja aus wie ein Acker, der gepflügt worden war! Und die Fichtensetzlinge waren dann fein säuberlich in Reih und Glied in die Ackerfurchen gepflanzt worden. Das Ganze erinnerte an ein Maisfeld, nur eben mit Fichten. Ich wollte genaueres wissen und rief wieder den zuständigen Förster Alexander Nebhuth an. Das Interview können Sie hier lesen: Interview mit Alexander Nebhuth, Förster in Bad Münder.
