Video „Der Wolfsschluchtweg bei Porta Westfalica“

Ich selbst gehe den Wolfsschluchtweg bei Porta Westfalica nicht mehr. Zum einen ist  es verboten. Zum anderen ist der Weg voller umgestürzter Bäume, die quer über dem Weg liegen. Und da kommt man mit einem frisch operierten künstlichen Knie- und Hüftgelenk nicht so gut drüber. Aber kürzlich lag ein USB-Stick mit Videos in meinem Briefkasten. Absender unbekannt. Vielleicht von einer Mitarbeiterin von Wald-und-Holz. Oder einer Mitarbeiterin des Umweltamts in Minden.

Hinweis: Das Video ist privat und nur für Abonnenten sichtbar.

Wie der Wolfsschluchtweg heute aussehen würde, wenn sich die Gegner der Sperrung wie z. B. die Redakteure des Mindener Tageblatts oder Stadtheimatpfleger Herbert Wiese durchgesetzt hätten, kann man seit Oktober 2023 direkt gegenüber am Jakobsberg auf der anderen Seite der Weser sehen. Weiterlesen

35 ha Prozessschutz – die Naturwaldzelle Rosenberg im Eggegebirge

Nach meinem Offenen Brief folgt nun der ausführliche Artikel zur Naturwaldzelle Nr. 70 – inklusive den ersten jemals veröffentlichten Bestandesbeschreibungen: Rosenberg im Eggegebirge.

Hinweis: Mein nächster Artikel erscheint am Freitiag, den 27.10. zum Thema: Naturgemäße Forstwirtschaft und Jagd – Exkursion mit Lucas von Fürstenberg durch den Forstbetrieb Brabecke.

Offener Brief an Herrn Striepen (Naturwaldzellen NRW)

Sehr geehrter Herr Striepen!

In Ihrer letzten E-Mail baten Sie mich, Fragen zur Naturwaldzelle Rosenberg (i. F. abgek. NWZ) direkt an Sie zu stellen und nicht etwa an Revierbeamte des Regionalforstamts Hochstift. Ich komme dieser Bitte gerne nach! Allerdings schreibe ich diese E-Mail dieses Mal als Offenen Brief, weil ich der Ansicht bin, dass der Inhalt Ihrer Antwort zum einen für eine breitere Öffentlichkeit interessant sein könnte und zum anderen sicherlich keinen Geheimhaltungsvorschriften unterliegt.

Vorab eine kleine Anekdote: Ich war gestern zu Besuch bei Lukas von Fürstenberg, der mich gut eine Stunde in seinem Revier im Sauerland herumfuhr. Ich war geradezu sprachlos, wie viel er über seinen Wald wusste: hier hatte sein Großvater dies gemacht, hier sein Vater jenes und er habe hier vor kurzem usw. etc. pp. Er wusste genau, wo was wächst, was wann warum gepflanzt worden war, wie hier der Boden, dort das Licht und da drüben die Temperatur am Boden Anfang April sei. Warum erzähle ich Ihnen das? Nun – Sie müssen mir nicht gleich die Temperatur am Boden der Steinbeke Anfang April mitteilen, aber die eine oder andere Information über die Naturwaldzelle Rosenberg wäre schon interessant. Zumal diese explizit zu den NWZ für „Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung“ gehört.

Quelle: Wildnis in Nordrhein-Westfalen

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Muffelwild in Naturwaldzelle

Am Montag wanderte ich den Buchen-Wildnis-Pfad rund um die Naturwaldzelle Rosenberg. Kurze Zeit, nachdem ich das folgende Video gedreht hatte, begegnete ich einem Mann, der mit seinem Hund dort Gassi ging. Wir kamen ins Gespräch und ich fragte ihn, ob er den Wildverbiss direkt neben uns bemerken würde. „Ja natürlich! Aber das ist ja eine Naturwaldzelle. So steht es da drüben auf dem Schild. Und ich denke mir, Rehe1Es sind nicht Rehe, sondern Mufflons, die hier ihren Schabernack treiben. gehören eben auch zur Natur!“ Darauf ich: „Wölfe und Bären auch!“

Stangenholz

Peter Wohlleben hat mich sehr beeinflusst. Vor allem seine Kritik am Schirmschlag im Buch „Wald ohne Hüter“ überzeugte mich. Denn man konnte das, was er beschreibt und kritisiert, in den Wäldern sehen: in Mühlheim, in Bottrop, in Essen, in Bückeburg, in Hessisch-Oldendorf. Besonders das bedauernswerte Schicksal der Überhälter fiel mir immer wieder auf::

„Diese letzten Mohikaner sollen wie im Urwald altern können, aber genau das geht ja gar nicht mehr. Ihres kompletten sozialen Umfeldes beraubt, kränkeln die verbliebenen Exemplare so stark, dass sie nach zwei bis drei Jahrzehnten dem Rest der Bäume in den Tod folgen.“1Peter Wohlleben, Wald ohne Hüter: Im Würgegriff von Jagdinteressen und Forstwirtschaft. Ein Förster erzählt, adiata Verlag 2007, S. 88 ff.,

Nun – es geht auch ganz anders. Man räumt die Überhälter zügig ab und lässt sie nicht noch jahrzehntelang herumstehen und langsam absterben. Übrig bleibt Stangenholz. Und zwar nur Stangenholz. Man spart sich die Phasen IV und V; auf Phase III folgt unmittelbar Phase VI.

Zu besichtigen ist das südwestlich von Bad Münder im Buchenwald der Reihebürgerschaft. Mit Förster Alexander Nebhuth habe ich telefoniert. Lesen Sie hier meinen neuen Artikel: Kein Freund von Peter Wohlleben.