Der Klimawandel und der Nationalpark Harz

Wenn in einem Stadtwald die Fichtenwälder absterben, dann hat ein städtisches Forstamt wie z. B. das der Stadt Warburg damit kein Problem: Denn es ist ja für den Schaden nicht verantwortlich. Es hat nichts falsch gemacht. Der Klimawandel ist schuld. Man holzt den abgestorbenen Fichtenwald ab, pflanzt einen klimastabilen Mischwald und fertig. Alle sind zufrieden.

Wenn in einem Nationalpark die Fichtenwälder absterben, ist es nicht ganz so einfach. Ein Nationalparkamt wie z. B. das im Harz hat dann sehr wohl ein Problem. Zwar hat auch das Nationalparkamt selbstverständlich nichts falsch gemacht und auch hier ist der Klimawandel schuld. Aber man kann den Fichtenwald nicht einfach abholzen und kann auch keinen klimastabilen Mischwald pflanzen. Denn in einem Nationalpark gilt: Natur Natur sein lassen! Wenn das Nationalparkamt genauso handeln würde wie ein städtisches Forstamt, dann könnte man den Nationalpark Harz auch gleich dicht machen. Also hat man ein Problem:

  • Auf der einen Seite ist der Klimawandel. Und der ist selbstverständlich ganz schrecklich und die Zukunft ist grauenvoll!
  • Auf der anderen Seite ist die Natur. Und die soll man einfach machen lassen. Die hilft sich selber. Also ist es doch nicht so schlimm. Weil die Natur ja immer eine Lösung findet. So jedenfalls hat man es jahrelang erzählt. Wildnis! Urwald! Das verträgt sich schlecht mit Kahlschlägen und künstlich gepflanztem Mischwald. Esskastanien und Douglasien im Brockenurwald? Das geht gar nicht!

Also muss sich das Nationalparkamt etwas einfallen lassen. Das Ergebnis ist ein Spagat:

  • Auf der einen Seite: „Hitze! Dürre! Alarm! Der Wald stirbt! Panik! Hitzetote!“
  • Auf der anderen Seite: „Alles schon mal dagewesen! Ruhe bewahren! Geduld! Die Natur findet immer einen Weg!“

Die einen sagen dies, die anderen das. Und manchmal reden sie bunt durcheinander. Genau dies habe ich gefunden bei der Analyse der Informationsschilder, die das Nationalparkamt in den Jahren des großen Fichtensterbens im Park aufgestellt hat. Lesen Sie hier meinen neuen Artikel: Der Klimawandel und die Informationsschilder im Nationalpark Harz.

Dr. Peter Meyer (NW-FVA) zu den vielen Ebereschen im Brockenurwald

Dr. Peter Meyer ist Leiter der Abteilung für Waldnaturschutz in der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) in Göttingen und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat für Waldpolitik. Ich habe ihm nach meiner Wanderung über den Höllenstieg zum Brocken eine E-Mail geschrieben und gefragt, ob er vielleicht eine Erklärung für die vielen Ebereschen im Brockenurwald hat.

Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,
wir hatten vor Jahren einmal einen E-Mail-Austausch zum NLP Harz. Ich erinnere mich noch gerne daran. Damals war ich auf meiner Webseite sehr kritisch mit dem NLP umgegangen: Kahlschläge, Wildverbiss usw. Sie waren sehr viel diplomatischer, hatten aber am Bsp. des Bruchbergs die Schäden durch Rotwild an den Laubbäumen und insbesondere der Eberesche sehr gut dokumentiert. Weiterlesen

Video: Der Höllenstieg zum Brocken

Ein 8-minütiges Video möge meinen Artikel über den Höllenstieg zum Brocken ergänzen. Die eingespielten Audiokommentare entstammen zwei Quellen:

Beide Autoren sind mittlerweile gestorben: Stern 2019, Bibelriether 2025.1Stets im Gedächtnis wird mir bleiben, wie Bibelriether mir 2014 beim Verfassen des Artikels Die Verdopplung der Borkenkäferschutzzone geholfen hat. Die im Film eingespielten Aussagen beziehen sich zwar auf den Nationalpark Bayerischen Wald. Seit 2018 passen sie aber auch auf den Nationalpark Harz.

Nationalpark Kellerwald – Vorbildliche Kommunikation des Nationalparkamts

Der NLP Kellerwald ist freundlicher zu seinen Kritikern1siehe z. B. Wildverbiss im Banfetal und Kahlschlag bei Bringhausen als der NLP Harz. Es liegen Welten zwischen der Antwort des NLP Harz und der des NLP Kellerwald auf meine Fragen. Über das Kontaktformular der NLP-Webseite hatte ich am 9. Juni eine Anfrage zur fehlenden Eichenverjüngung an der Kahlen Hardt gestellt.

14 Tage später antwortet der Leiter der Naturschutz-Abteilung und Vize-Chef des NLP Achim Frede persönlich:2Hervorhebungen von mir

Sehr geehrter Herr Adrian,
vielen Dank für ihre Anfrage und Aufmerksamkeit für das Naturgeschehen in unserem Nationalpark. Weiterlesen