2009 – Mein erster Besuch im Nationalpark Bayerischer Wald

26.7.2009 – Tour zum Ochsenriegel und Felswandergebiet

Wie oben schon gesagt kam ich bereits am frühen Nachmittag wieder am Parkplatz an und entschied mich spontan, noch eine zweite Tour zu machen: Relativ nah lagen der Ochsenriegel und das Felswandergebiet.

Fotogene tote Fichten

Wie sehr mich damals die nicht geräumten Totholzflächen beeindruckten, wird an der Anzahl meiner Fotos deutlich: Auf dieser Wanderung machte ich insgesamt 32 Fotos. Bei jedem zweiten Foto sind tote Fichten das Hauptmotiv: stehend, liegend oder abgebrochen. Am liebsten kreuz und quer. Hier eine Auswahl:

Belassene Totholzflächen im Rachel-Lusen-Gebiet

Man könnte vielleicht einwenden: „Kein Wunder! Im Rachel-Lusen-Gebiet gab es 2009 eben sehr viele Totholzflächen. Was hätten Sie denn sonst fotografieren sollen?“ Dieser Einwand trifft einen Punkt: Nicht nur, dass in diesem Gebiet 2009 42 ha belassene Totholzflächen neu hinzukamen. Noch wichtiger ist, dass sich von 1988 bis 2008 bereits unglaubliche 5.350 ha angesammelt hatten.1siehe Totholzflächen im Rachel-Lusen-Gebiet Das war 10 Jahre vor dem großen Fichtensterben und der Nationalpark hatte damals sicherlich ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland.

Aber von dem Ganzen wusste ich damals noch nichts. Denn wie weiter oben schon gesagt: Ich war damals ein ganz normaler Tourist ohne jegliches Vorwissen über Nationalparks, Naturschutz, Totholz usw. etc. pp. Auch ein Sensationsreporter war ich nicht und ich plante nicht, einen vermeintlichen Skandal aufzudecken wie 1997 Wolfgang Metzner vom STERN: Kaputtgeschützt.2STERN vom 9. Oktober 1997

aus: Dr. Franz Leibl, 50 Jahre Walddynamik im Nationalpark Bayerischer Wald, S. 6

Ich hätte nun wirklich andere Dinge fotografieren können als tote Fichten: Moose, Flechten, Blumen, Felsen. Aber tote Fichten fand ich vermutlich einfach fotogener. Möglich ist auch, dass ich im Hinterkopf irgendwelche Unterrichtsreihen über die Entwicklung des Borkenkäfers ausklamüserte. Seine Gangsysteme fotografierte ich jedenfalls gleich zweimal:

Die Goldleiste

Noch etwas erregte damals meine Aufmerksamkeit: ein großer Käfer, der über den Weg krabbelte. Gleich siebenmal habe ich ihn fotografiert:

Was ich da fotografierte, habe ich damals überhaupt nicht gewusst. Käfer spielten im Biologieunterricht keine Rolle. Erst jetzt – 16 Jahre später – habe ich ihn für diesen Artikel bestimmt. Vermutlich handelt es sich um eine Goldleiste (Carabus violaceus) aus der Familie der Laufkäfer.3Ich habe sie mit der Web-App „NABU Insektensommer“ bestimmt. Laufen konnte sie tatsächlich ausgezeichnet: Alle Fotos von damals sind mehr oder weniger unscharf. Dass ich einmal seitenlange Artikel über Totholzkäfer schreiben würde, zeichnete sich damals wirklich nicht ab: Artenvielfalt auf belassenen Borkenkäferflächen – Käfer.

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