Abonnements immer mit 14-tägigem Widerrufsrecht

Martin Pusch hat heute einen guten Kommentar zu meinem Beitrag „Webseite schließen? Pro und Contra“ verfasst. In meiner Antwort habe ich u. a. geschrieben: 

18 € für die Freischaltung von 563 Artikeln ist IMHO ein sehr gutes Angebot, insbesondere wenn man es mit dem Preis von ähnlichen Büchern vergleicht.“

Nun könnte ein Leser, der sich mit Internetabonnements nicht so gut auskennt, vielleicht einwenden, dass man die Katze im Sack kauft. Die Qualität der Artikel könne man ja gar nicht beurteilen, weil diese hinter einer Paywall versteckt sind. Man bezahle also 18 €, ohne zu wissen, was man für sein Geld erhält. Bei Büchern sei das anders: Im Buchladen könne man sie sich ansehen, bevor man sie dann bezahlt. Und bei Amazon könne man sie zurückschicken. 

Nun – das mit der Katze im Sack stimmt nicht! Denn man hat ein 14-tägiges Widerrufsrecht:

„Du möchtest eine Mitgliedschaft kündigen? Du hast das Recht, binnen vierzehn Tagen ohne Angabe von Gründen deinen Kaufvertrag zu widerrufen.“

Dieses Widerrufsrecht ist EU-weit gültig. Es ist nichts Besonderes und nicht etwa ein besonderer Service von Steady, das die Abonnements verwaltet. Das kostenlose Lesen von Artikeln ist also im Prinzip immer noch möglich. Missbrauch ist nicht auszuschließen:

  • Ein Schüler der Biologie-Oberstufe kann 14 Tage lang meine Artikel kopieren oder das Lexikon für Fachbegriffe kostenlos benutzen.
  • Ein Urlauber kann während seines ganzen Urlaubs seine Wanderungen mit meinen Beschreibungen kostenlos planen.
  • Eine Bürgerinitiative kann sich 14 Tage lang kostenlos Tipps für ihre Auseinandersetzung mit Förstern und Bürgermeistern holen. Sie könnte auch ganze Briefe an Behörden kopieren oder aus meinen vielfältigen Erfahrungen lernen.

Das ist alles weiterhin möglich und ich kann es nicht verhindern. EU-Recht. Man werfe mir also nicht vor, dass ich das Engagement von Umweltschützern durch die Bezahlschranken sabotiere und mitschuldig am Untergang der Welt sei.

Der Support von Steady hat mir aber einen guten Rat gegeben: Andere Kunden haben das gleiche Problem wie ich und sind auf folgende Idee gekommen. Sie belohnen Abonnenten, die nicht widerrufen, mit kleinen Geschenken. Zunächst habe ich das für eine verrückte Idee gehalten. Aber dann hatte ich eine Idee für ein Geschenk: In Zukunft werden viele meiner YouTube-Videos nicht mehr öffentlich, sondern privat sein. Abonnenten erhalten Zugriff, wenn sie das möchten. Aber erst nach Ablauf der Widerrufsfrist. Folgende 14 Videos sind ab sofort privat. Weitere werden folgen:

 

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