Nationalpark Eifel – Umstrittener Buchenvoranbau

Einleitung

„Ein gepflanzter Wald ist eine grüne Kolonne von Rollstuhlfahrern.“ Das sage nicht ich, das sagt Peter Wohlleben. Er steht mit seiner Kritik am Buchenvoranbau nicht alleine. Es gibt zahlreiche Probleme. Trotzdem bemüht sich der Nationalpark Eifel, mit dieser Methode den Wald „umzubauen“, zu „entwickeln“ und zu „managen.“

Was ist denn hier los? – Fuhrtsbachtal 2013

Was ist denn hier los? – Wüstebach 2025

Achten Sie bitte auf den letzten Satz beider Schilder: „Urwälder von morgen“ entstehen hier neuerdings schon mal nicht mehr.

Lage von Fuhrtsbach und Wüstebach

Weil in diesem Artikel häufiger vom Fuhrtsbach und Wüstebach die Rede ist, hier eine Karte, die deutlich macht, wie nah beide Bäche beieinander liegen. Die Bewirtschaftung durch das Nationalparkforstamt ist in beiden Tälern dieselbe.


Größere Karte anzeigen

In der Mitte die B 258, westlich davon der Wüstebach, östlich der Fuhrtsbach.

Kritik am Waldumbau in Nationalparks

Die vielfältigen Probleme des Buchenvoranbaus habe ich bereits 2014 ausführlich dargestellt: Unnatürlicher Buchenvoranbau. Es ist das vierte Kapitel einer umfangreichen Kritik am Nationalparkforstamt: Nationalpark Eifel – Förstermärchen zum Waldumbau. In ähnlicher Form habe ich die Kritik für den Nationalpark Harz wiederholt und auch verschärft: Waldentwicklung als Maßnahme zur Arbeitsbeschaffung und Der Nationalpark Harz als Opfer der Förster. Aus gut informierten Quellen ist mir damals zugetragen worden, dass Teile der Verwaltung sich gerade über diese Artikel sehr geärgert haben.

Kaputtgebissene Buchen auf Kahlschlägen am Fuhrtsbach 2013

Der Buchenvoranbau am Wüstegarten war mir schon 2013 aufgefallen. Übrigens auch Peter Wohlleben bei unserem Fernsehtermin dort. Er erklärte mir damals, warum die kleinen Buchen, die unter den Schirm der Fichten gepflanzt worden waren, trotz der vielen Rehe in der Eifel nicht verbissen waren. Dies im Gegensatz zu Buchen, die auf Kahlschlägen gepflanzt und die kurz und klein gebissen wurden, wie z. B. am Fuhrts- und Perlenbach in unmittelbarer Nähe. Die Lösung des Rätsels verarbeitete ich damals in diesem Text: Wildverbiss im Banfebachtal.

Kaputtgebissene Buchen im Fuhrtsbachtal

Buchenvoranbau am Fuhrtsbach 2013

Fotografiert habe ich den Buchenvoranbau damals nicht am Wüstebach, sondern am Fuhrtsbach im Nationalparkbezirk Wahlerscheid, dem südlichsten Zipfel des Nationalparks. Den genauen Ort können Sie diesem Artikel entnehmen: Einsame alte Moorbirken auf Kahlschlägen am Fuhrtsbach.

Buchenvoranbau am Wüstebach 2025

Sabine hat mir im Dezember 2025 aktuelle Fotos vom Wüstebach geschickt. Hier sind die Fotos vom Buchenvoranbau – 12 Jahre später.

Die Urenkel von Sabine schicken dann meinen Urenkeln in „etwa 50 Jahren“ Fotos und sie überprüfen dann, wie die „selbstständige, weitere Ausbreitung der Buche“ funktioniert.

Nach oben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert