Webseite schließen? Pro und Contra

Konsequenzen für die Zukunft

Weiter oben hatte ich zur Fehlersuche aufgefordert. Ich selbst habe drei gefunden:

1. Fehler

Die Rechnung geht nur auf, wenn die Zahl der Abonnenten gleich bleibt. Gegenwärtig nimmt sie fast monatlich ab. Auch der Preis für das Webhosting darf nicht höher werden. Angesichts der Inflation ist das eher unwahrscheinlich. Diese mindert natürlich auch den realen Wert der Einkünfte. 

2. Fehler

Ein Abonnement macht nur Sinn, wenn es immer neue Inhalte gibt. Ein Buch bezahle ich auch nur einmal und nicht jedes Jahr neu. In dem Moment aber, in dem ich neue Artikel schreibe, entstehen Kosten und meine Einnahmen gehen zügig gegen Null.

3. Fehler

Aber nehmen wir an, alle Abonnenten und auch der Sponsor sind mit einem Einfrieren der Seite einverstanden und zahlen wacker ihre Beiträge, auch ohne dass ich neue Artikel schreibe. Sie selbst ziehen dann aus meiner Webseite keinen Nutzen mehr, denn sie haben ja schon alles gelesen. Nun – vielleicht nicht alles, aber zumindest das, was sie interessiert. Und Neues kommt ja nicht mehr hinzu.

Die Abonnenten zahlen dann nicht für sich, sondern für andere. Andere, die die Webseite neu entdecken und alles kostenlos lesen können, was nicht hinter der Paywall ist. Und bislang stand vieles eben nicht hinter der Paywall, weil ich darauf hoffte, dass die kostenfreien Artikel Leser davon überzeugen könnten, ein Abo abzuschließen und meine Arbeit zu fördern und zu honorieren.

Das hat sich als Irrtum erwiesen. Ein Leser schrieb mir eine E-Mail, in der er mich bat, die Seite online zu lassen. Er habe den Artikel zum Lörmecketurm gelesen und fand die Informationen sehr wertvoll. Ein Abo hat er nicht abgeschlossen. Der Leser hatte nicht die Spur eines schlechten Gewissens.

Welche Konsequenzen ziehe ich für die Zukunft?

  • Ich werde einen neuen Artikel pro Monat schreiben. Ansonsten machen die Abos keinen Sinn.
  • Ich werde alle neuen Artikel hinter die Paywall stellen. Ansonsten zahlen die Abonnenten für Trittbrettfahrer.
  • Vielleicht werde ich nicht mehr ganz so viel Arbeit in die neuen Artikel investieren wie noch vor 10 Jahren. Das würde zumindest die reinen Arbeitskosten reduzieren.
  • Die reinen Arbeitskosten kann ich reduzieren. Fahrt- und Übernachtungskosten nicht. Vielleicht rutsche ich so wieder in die roten Zahlen. Vielleicht aber gibt es auch neue Abonnenten. Wunder geschehen.
  • Ich werde alle alten Artikel hinter die Paywall stellen. Das wird eine Weile dauern, denn das ist sehr zeitaufwendig. Was wiederum die Arbeitskosten erhöht.

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2 Gedanken zu „Webseite schließen? Pro und Contra

  1. Guten Tag,
    Ihr Engagement für den Wald ist wertvoll! Allerdings keine ich keine Webseite, die (nur) mit sachlicher Aufklärung Geld verdient – diese Erwartung ist unrealistisch. Geld wird nur verdient, wenn die Webseiten auf bestimmte Zielgruppen zugeschnitten werden und zielgruppengerechte, attraktive kommerzielle Angebote enthalten, wie Führungen oder Waldbaden. Mehr Geld wird auf Youtube und Tiktok verdient, und fast nur über soziale Medien werden heutzutage auch junge Menschen erreicht. Demonstrationen und sehr engagierte Waldbesetzungen gegen Waldabholzungen gibt es durchaus manchmal, wie etwa beim Braunkohle-Tagebau Hambach und bei der Tesla-Fabrik in Grünheide. Mögliche Aktivitäten gegen Abholzungen im Wirtschaftswald werden frühzeitig von der mächtigen Waldbesitzerlobby bekämpft.
    Gruß,
    Martin Pusch

    • Guten Abend Herr Pusch, danke für Ihren Kommentar! Geld verdienen ist ein weites Feld … Ich rede nicht von vierstelligen Monatsbeträgen. Auch nicht von hohen dreistelligen. Mir geht es nur darum, meine Arbeitskosten zu decken. 50 Abonnenten, vielleicht etwas mehr. In der freien Wirtschaft würde man von Aufwandsentschädigung sprechen. Meine Zielgruppe ist zugeschnitten auf den mündigen Bürger, der sich über bestimmte Wälder (Nationalparks, Naturschutzgebiete etc.) und die waldbaulichen und naturschutzfachlichen Maßnahmen dort informieren möchte. Sie nennen mein kommerzielles Angebot zu Recht „sachliche Aufklärung“. Ob das „attraktiv“ ist, muss der Leser entscheiden. 18 € für die Freischaltung von 563 sind IMHO ein sehr gutes Angebot, insbesondere wenn man es mit dem Preis von ähnlichen Büchern vergleicht. Hinzu kommt das riesige Angebot an Fotos. Das finden Sie in keinem Buch. Es gibt Bekannte, die mich ausschimpfen und von „Ausverkauf“ und „Billigangebot“ reden. Wenn „kommerzielle sachliche Aufklärung“ im besten Deutschland aller Zeiten aber nicht möglich ist, gut – dann ist das so.
      Sie erwähnen Hambach … Darüber habe ich mehrere, sehr lange Artikel geschrieben und meine entschiedene Ablehnung – nun hinter Paywall – ausführlich begründet.
      Ich verstehe Sie bestimmt falsch, wenn Sie mir empfehlen, Waldbaden anzubieten, nicht wahr? Sie haben Humor! Aber offenbar leider kein Abo. Gut. Aber dann müssen Sie in Zukunft auf meine sachliche Aufklärung verzichten. Und wenn ich für den Aufwand sachlicher Aufklärung – hinter Paywall – nicht entschädigt werde, gut – dann höre ich damit auf. Ich bin kein beschäftigungsloser Journalist auf der verzweifelten Suche nach Einnahmen. Wo keine Nachfrage, da kein Angebot.
      VG
      Franz-Josef Adrian

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