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Einleitung
Am Wüstebach im Nationalpark Eifel hat es kein Fichtensterben gegeben. Das ist sonderbar, denn ab 2018 hieß es immer: „In Deutschland sterben die Fichten, und schuld ist der Klimawandel!“
FAZ vom 21.12.2020Und die Fichten starben ja auch. Sie starben im Harz. Sie starben im Sauerland. Nur am Wüstebach im Nationalpark Eifel – da starben sie nicht. Und sagen Sie jetzt bitte nicht: „Ja am Wüstebach! Da ist es nass! Da gab es keine Dürre! Da blieben die Fichten gesund! Da hatte der Borkenkäfer keine Chance!“ Sie sollten den Wüstebach einmal sehen. Das ist erstens ein sehr kleiner Bach. Zweitens gibt es auch im Sauerland und im Harz Bäche. Und drittens ist ja auch ein Bach vom Klimawandel betroffen. Nein, dass die Fichten am Wüstebach nicht starben, ist sonderbar. Gibt es in der Eifel keinen Klimawandel? Das kann doch nicht sein! Und überhaupt, stimmt das denn? Gab es wirklich kein Fichtensterben am Wüstebach? Wo sind die Beweise?
Das sind viele Fragen. Ich möchte versuchen, sie in vier Schritten zu beantworten. In den ersten drei Schritten geht es um die Beweise für das Ausbleiben des Fichtensterbens in der Eifel, im vierten Schritt dann um den Klimawandel.
Fotos
Als Erstes möchte ich Ihnen die Fotos zeigen, die Sabine mir geschickt hat. Wie ich bereits in einem anderen Artikel sagte: Sabine heißt sie nicht wirklich. Die Frau, die mir den USB-Stick mit Fotos und Videos geschickt hat, möchte anonym bleiben. Ich nenne sie einfach Sabine. Ihre Fotos zeigen große, dicke, grüne und gesunde Fichten. Es sind wahre Prachtexemplare, die das Herz eines jeden Forstmannes höher schlagen lassen. Ich finde die Fotos sehr überzeugend. Das schreibe ich ohne jede Ironie. Solche kolossalen Fichten habe ich lange nicht gesehen.
Kalamitätskarte
Dann möchte ich Ihnen Bilder der „Kalamitätskarte Nadelwald“ zeigen. Das sind Überfliegungsbilder, in denen die geräumten Kahlflächen nach dem Fichtensterben rot eingezeichnet sind. Die „Kalamitätskarte Nadelwald“ wird vom Internetportal Waldinfo.NRW zur Verfügung gestellt und dahinter steht das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Karte ist also ganz offiziell und vertrauenswürdig. Ich zeige Ihnen drei Bilder vom Wüstebach in der Eifel und drei vom Lörmecketurm im Sauerland. Sie können dann die roten Flächen am Lörmecketurm mit denen am Wüstebach vergleichen. Die Bilder vom Sauerland sind knatschrot, die der Eifel haben nur ein paar rote Flecken. Ich finde das überzeugend.
Studie
Anschließend zeige ich noch eine Abbildung aus einer wissenschaftlichen Studie von Frank Thonfeld und seinem Team.1Thonfeld, F.; Gessner, U.; Holzwarth, S.; Kriese, J.; da Ponte, E.; Huth, J.; Kuenzer, C. A First Assessment of Canopy Cover Loss in Germany’s Forests after the 2018–2020 Drought Years. Remote Sens. 2022, 14, 562. https://doi.org/10.3390/rs14030562, CC BY 4.0 Deed Sie haben Satellitenaufnahmen ausgewertet und das Ausmaß des Fichtensterbens in Deutschland bestimmt. Auch die Abbildung von Thonfeld zeigt, wie unterschiedlich das Fichtensterben in Deutschland war: im Sauerland und im Harz dramatisch, in der Eifel nur ein wenig.
Klimawandel
Wenn aber die Fichten im Nationalpark Eifel tatsächlich nicht sterben oder nur ein Teil, was bedeutet das dann für den Klimawandel? Der ist doch an allem schuld! Das ist doch bestätigt! Wissenschaft … Langzeitstudie … Universität … immer schlimmer … noch nie so viele … unwiederbringlich verloren … apokalyptische Bilder! Stimmt das? Diese Frage möchte ich zum Schluss diskutieren.
tagesschau vom 13.9.2023Vier Kapitel
Es folgen nun also vier Kapitel:
- Fotos der Fichtenwälder am Wüstebach im Nationalpark Eifel
- Bilder der Kalamitätskarte Nadelwald – Vergleich des Sauerlands und der Eifel
- Wissenschaftliche Studie – Ausmaß des Fichtensterbens in Deutschland
- Der Klimawandel und das Ausbleiben des Fichtensterbens in der Eifel
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