Die Kalamitätsflächen am Lörmecke-Turm im Sauerland

Ich war nicht auf dem Lörmecke-Turm, denn ich habe Höhenangst und eine Aussichtsplattform in 35 m Höhe und eine Wendeltreppe immer mit freiem Blick nach unten sind nichts für mich. Aber ich war am Lörmecke-Turm.

Als der Turm im Juni 2008 eingeweiht wurde, war die Welt im Sauerland noch in Ordnung. Damals war der Wald noch „zauberhaft mystisch“. Weiterlesen →

Adventskalender – 23. Dezember

Lörmecke-Tal nahe Bestwig im Sauerland

Wenn Sie irgendeinen beliebigen Förster fragen, warum die Fichten im Sauerland abgestorben sind, dann wird er Ihnen 4 Gründe nennen: Stürme, Hitze, Trockenheit und Borkenkäfer. Oder in den Worten von NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen: „Grund dafür ist in großem Maße der Klimawandel.„1Waldzustand NRW 2023

Wie aber ist es dann möglich, dass in Nordrhein-Westfalen prozentual gesehen 5-mal mehr Fichten abgestorben sind als in Bayern?2siehe Tabelle unten War die Hitze in NRW etwa schlimmer als in Bayern? Hat es in Bayern vielleicht mehr geregnet? Oder haben Frank Thonfeld3Thonfeld, F.; Gessner, U.; Holzwarth, S.; Kriese, J.; da Ponte, E.; Huth, J.; Kuenzer, C. A First Assessment of Canopy Cover Loss in Germany’s Forests after the 2018–2020 Drought Years. Remote Sens. 2022, 14, 562. https://doi.org/10.3390/rs14030562, CC BY 4.0 Deed und sein Team vielleicht die Satellitenbilder falsch ausgewertet und das sind in Bayern gar keine Nadelwälder mehr, sondern bereits die „klimaangepassten Mischwälder“, die in NRW erst noch gepflanzt werden?4Waldzustand NRW 2023

Dieselben Fragen drängen sich auf, wenn man Hessen mit Baden-Württemberg oder Sachsen-Anhalt mit Schleswig-Holstein vergleicht. In der Mitte Deutschlands sterben die Nadelwälder. Im Norden und Süden aber traten Verluste von über 6 % wie in Hessen oder NRW überhaupt nicht auf – schon gar nicht zwei Jahre hintereinander. Und Spitzenwerte wie der Verlust von 12 % in NRW für 2019 sind geradezu astronomisch hoch und außerhalb von NRW völlig unbekannt.5siehe unten

Seit wann ist der Klimawandel auf die Mitte Deutschlands beschränkt? Weiterlesen →

Adventskalender – 22. Dezember

Die vier Fotos oben sind – anders als die übrigen Fotos dieses Adventskalenders – nicht von mir. Sie stammen von Frank Thonfeld und wurden in dem folgenden Artikel veröffentlicht:

Thonfeld, F.; Gessner, U.; Holzwarth, S.; Kriese, J.; da Ponte, E.; Huth, J.; Kuenzer, C. A First Assessment of Canopy Cover Loss in Germany’s Forests after the 2018–2020 Drought Years. Remote Sens. 2022, 14, 562. https://doi.org/10.3390/rs14030562, CC BY 4.0 Deed

Leitmedien und Spitzenfunktionäre aus Umweltpolitik und Forstwirtschaft behaupten seit Jahren: „Der Wald in Deutschland stirbt!“ Der Artikel von Thonfeld und seinem Team widerlegt diese Behauptung.

1. Fehler: „Der Wald in Deutschland stirbt!“
Der Wald stirbt nicht überall in Deutschland, sondern komischerweise v. a. in ganz bestimmten Bundesländern. Betroffen sind hauptsächlich die Länder in der Mitte: Nordrhein-Westfalen, Hessen und Sachsen-Anhalt.1siehe Abbildung 10, a. a. O.

Abb. 8: Waldveränderungen (prozentualer Verlust der Waldfläche pro Sechseck) für alle Waldtypen und den Zeitraum Januar 2018–April 2021 (linkes Bild), 2018, 2019, 2020 und Januar–April 2021. Jedes Sechseck hat eine Fläche von ca. 87 km2. Weiterlesen →