Adventskalender – 5. Dezember

„Fichtenwälder sind naturferne Holzäcker, von denen einer der Großen der Weltliteratur, Robert Musil, einmal treffend sagte, sie provozierten Gedanken an Bretterwände, die oben grün verputzt seien. Der Literaturnobelpreisträger Elias Canetti sah in diesem Kunstforst ein Symbol für das marschierende deutsche Heer: rigide, aufrecht und in großer Dichte und Zahl.“ ((Horst Stern, Bemerkungen über einen sterbenden Wald))

Der Bürgermeister von Ilsenburg antwortet nicht

Franz-Josef Adrian
Porta Westfalica

Landesbeauftragter für den Datenschutz Sachsen-Anhalt
Informationsfreiheitsbeauftragter des Landes Sachsen-Anhalt
Otto-von-Guericke-Straße 34a
39104 Magdeburg

Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich fühle mich in meinem Recht auf Informationszugang nach dem IZG LSA verletzt. Verstoßen gegen Vorschriften des IZG LSA hat meines Erachtens der Bürgermeister der Stadt Ilsenburg, Herr Denis Loeffke (Harzburger Straße 24, 38871 Ilsenburg). Weiterlesen

Adventskalender – 4. Dezember

„Die älteste bisher bekannte Massenvermehrung des Buchdruckers, damals als ‚Wurmtrocknis‘ bezeichnet, wurde 1618 im Tharandter Wald beobachtet (Blankmeister und Hengst 1971), also in einer Klimaphase, die als ‚Kleine Eiszeit‘ in die Geschichte einging. Auch spätere Massenvermehrungen dieses für die Fichte so wichtigen Schadinsekts wie die ‚Große Wurmtrocknis‘ 1780 bis 1795 im Harz und 1873 bis 1876 im Böhmischen und Bayerischen Wald waren nicht auf eine Temperaturerhöhung, sondern auf das Brutraumangebot nach Schneebruch- und Sturmwurfschäden zurückzuführen (Gmelin 1787, Escherich 1923).“ ((LWF Wissen 63, S. 61, Hervorhebungen von F.-J. A.))

1. Advent

„Vertreter aller Fraktionen im nordrhein-westfälischen Landtag haben sich am Donnerstag besorgt über den Zustand der Wälder im Land geäußert.“1In Sorge um den Zustand der Bäume: Landtag debattiert, Mindener Tageblatt vom 8.12.2022

„Auf rund einem Viertel der Schadflächen sei bereits mit der Wiederbewaldung begonnen worden“, Wissenschaftsministerin Ina Brandes in Vertretung für Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (beide CDU)2ebd.

„Jetzt sind sie halt weg!“

Ich habe heute den Artikel Naturgemäße Forstwirtschaft und Jagd – Lucas von Fürstenberg abgeschlossen. Im Schlusskapitel zeige ich nicht Bilder vom Revier in Brabecke sondern von meiner Rückfahrt durch das Sauerland. Fürstenberg hatte mir die L776 von Nuttlar nach Rüthen empfohlen: der Anblick sei „sensationell“.

Die L776 ist kein Insidertipp. Fürstenberg verrät mir kein Geheimnis. Praktisch das ganze Sauerland ist eine einzige Kalamitätsfläche. Trotzdem möchte man fast meinen, die Regierung in NRW sei irgendwie stolz darauf. Sie hat nämlich für die riesigen Kahlschläge eine eigene Webseite eingerichtet: Waldinfo.NRW. Niemand bricht fassungslos in Tränen aus. Niemand hat ein schlechtes Gewissen. „Jetzt sind sie halt weg!“ Man hat immer alles richtig gemacht. Und wenn man es falsch gemacht hat, dann konnte man es vorher nicht wissen. Schuld am Fichtensterben im Sauerland ist der Klimawandel. Punkt! Wer anderes behauptet, ist ein Staatsfeind und gesichert rechtsextremistisch.
L776 Nuttlar – Rüthen, Waldinfo.NRW – Waldschäden und Gefahrenabwehr – Kalamitätskarte Nadelwald