Update zur Naturwaldzelle Nammer Berg

In der Nacht zum 11. März hatte es in Ostwestfalen geschneit. Ganz kurzentschlossen bin ich frühmorgens die 5 km zur Naturwaldzelle (NWZ) Nammer Berg gewandert, zu meinem Urwald vor den Toren der Stadt. Es war sensationell. Punkt.

Die neuen Fotos habe ich meinem alten Artikel über die NWZ hinzugefügt: NWZ im Winter 2023. Überhaupt konnte der Artikel ein kleines Update vertragen; der neue Abschnitt Informationen zur NWZ dreht sich v. a. um die Geschichte des dortigen Waldes, die bis in die Mitte des 19 Jahrhunderts sehr genau zurückverfolgt werden kann. Die Informationen stammen aus einem 40 Jahre alten Buch, das längst vergriffen ist und manchmal in Antiquariaten verramscht wird. Autor war damals ein gewisser Dr. H. Wachter, den heute niemand mehr kennt und der vermutlich seit langem tot ist. Es ist interessant, was er schreibt, und ebenso das, was er gerade nicht schreibt. Auch zum Wildverbiss gibt es neue Informationen. Den Abschluss des Updates bildet ein Abschnitt über Mikrohabitate der NWZ. Mikrohabitate sind ein sehr aktuelles Modethema – auch die Tagung zum 50jährigen Jubiläum der NWZ in NRW im Mai 2022 widmete ihm einen Vortrag.

Der Schnee war übrigens schon am Abend wieder geschmolzen. Die Erinnerung aber bleibt. Wie oben gesagt: Sensationell. Punkt.

Wildverbiss im Nationalpark Bayerischer Wald

Kahlschläge gibt es selbstverständlich nicht nur am Süntel in Niedersachsen. Auch Wildverbiss auf Kahlschlägen ist keine lokale Besonderheit des Süntels. Im Gegenteil: Es gibt vermutlich keinen einzigen Kahlschlag in Deutschland, wo die neu wachsenden kleinen Bäumchen nicht von Rehen oder Hirschen gefressen werden.

kurz und klein gebissene Vogelbeere am Ruckowitzberg

Das gilt auch für die Nationalparks – obwohl der wohlmeinende Bürger vielleicht zunächst einmal denken würde, dass wenigstens dort alles in Ordnung ist und auf den einstmals kahlen Flächen wieder neue junge Wälder in Hülle und Fülle spriessen. Dem ist nicht so. Und zwar nicht nur im NLP Eifel oder Harz, sondern auch im NLP Bayerischer Wald. Lange Zeit hatte ich geglaubt, dass dort gegen Rehe und Hirsche genauso konsequent vorgegangen würde wie gegen den Borkenkäfer. Dem ist nicht so.

Lesen Sie hier meinen neuen Artikel mit zahlreichen Fotos, die den Verbiss dokumentieren: Wildverbiss am Ruckowitzberg.

Außerdem gibt es ein Video vom Kahlschlag, in dem Sie die 62 % Vogelbeeren sehen können, die laut wissenschaftlicher Studie nicht verbissen sind. Und ich präsentiere Ihnen ein wissenschaftliches Forschungsprojekt am Ruckowitzberg, das Fragen über Fragen aufwirft.