Kritik an der Stellungnahme von Ulrich Mergner

Immer, wenn forstliche Laien die Frechheit besitzen, sich in die Belange eines Forstbetriebs einzumischen, haut dessen Chef erst einmal eine sogenannte Stellungnahme heraus. Diese ist für gewöhnlich gespickt mit forstlichem Fachchinesisch und jeder Menge Zahlen. Am Schluss kommt der Chef dann immer zu dem Ergebnis, dass der Laie ein Vollidiot ist, der sich nicht in Dinge einmischen sollte, von denen er keine Ahnung hat. Denn Ahnung hat immer nur der Chef. So auch in Ebrach.

Wenige Wochen, nachdem bekannt geworden war, dass der forstliche Laie und Landrat Günther Denzler knapp 800 ha des Forstbetriebs Ebrach unter Schutz stellen und dort die Holznutzung verbieten wollte, veröffentlichte dessen Chef Ulrich Mergner eine Stellungnahme mit ganz viel Fachchinesisch und noch mehr Zahlen.

Altforstung_2

Ich möchte exemplarisch ein Kapitel unter die Lupe nehmen und für den forstlichen Laien verständlich erklären. Hier geht es zu meinem Artikel: Alter der Buchenwälder im Fachgutachten von Ulrich Mergner.

Fällen von Douglasien am Scheuereckriegel

Im Oktober 2015 wurden in der Naturzone des Nationalparks Bayerischer Wald hunderte von Douglasien gefällt.

Dazu habe ich dem neuen Pressesprecher Köppl mehrere Fragen gestellt. Nur die wenigsten konnte er beantworten und verwies mich stattdessen an den Chef persönlich: Dr. Franz Leibl. Dieser ließ mir durch seine Sekretärin ausrichten, er lade mich jederzeit zu einem persönlichen Gespräch nach Grafenau ein. Leider wohne ich in Porta Westfalica. Bis Grafenau sind es 675 km.

Hier geht es zu meinem ausführlichem Bericht mit vielen Fragen und wenigen Antworten: Fällen von Douglasien in der Naturzone am Scheuereckriegel.

Fehlerkorrektur: Trittsteine doch online

In meinem Artikel Faktencheck: Naturwaldreservat Waldhaus vom 21. Dezember 2015 hatte ich folgendes behauptet:

„Nicht einmal für seinen eigenen Forstbetrieb legt Mergner die Karten offen auf den Tisch: Die Lage der Trittsteine kann im Internet nicht eingesehen werden. Diese Geheimniskrämerei ist unerträglich!“ ((Wie steht es um den Schutz der Urwaldreliktarten in Bayern?))

Das ist falsch. Trittsteine gehören ja zu den Klasse-1-Wäldern. ((zur Einteilung der Wälder in Klassen siehe Die 4 Waldklassen im Naturschutzkonzept der Staatsforsten)) Und die Lage der Klasse-1-Wälder der Bayerischen Staatsforsten kann auf deren Homepage eingesehen werden: Klasse-1-Wälder in Bayern. Wenn Sie dort auf der Karte oben rechts „Vollbildmodus“ und oben links „Satellit“ anklicken und dann auf Ebrach zoomen, sehen Sie das folgende Bild:

Trittsteine_EbrachDie gelbe Beschriftung der beiden Naturwaldreservate Waldhaus und Brunnstube und des Ortes Ebrach stammen von mir. Die kleinen grünen Bäumchen zeigen die Lage der Klasse-1-Wälder bzw. eben der Trittsteine an. Weiterlesen

Hans Stadler – Waldschutz in Unterfranken

Über die wichtige Rolle von Hans Stadler auf dem 1. Deutschen Naturschutztag in München 1925 hatte ich bereits berichtet: Der Streit um ein Waldschutzgebiet auf dem erstem Deutschen Naturschutztag 1925. Hier folgt nun der klassische Aufsatz von Stadler über Waldschutz in Unterfranken. Er erschien vor genau 90 Jahren in den Blättern für Naturschutz und Naturpflege, der Zeitschrift des Bund Naturschutz in Bayern. An Aktualität hat der Aufsatz nichts verloren:

Faktencheck: Exakte Daten über den Wald

Es folgt der zehnte Teil meiner Artikelserie zur Kritik des Trittsteinkonzepts des Forstbetriebs Ebrach. In seinem Aufsatz „Waldtrittsteine statt Großschutzgebiete“ ärgert sich Betriebsleiter Mergner über die Kartierung von Greenpeace im Spessart:

„Bäume mit Kluppe, Maßband und GPS-Gerät zu vermessen – wie Greenpeace das im Spessart praktiziert hat – ist genauso spektakulär wie unnötig. Die Bayerischen Staatsforsten haben ein umfangreiches Stichprobennetz, mit welchem alle zehn Jahre exakte Daten über Waldstruktur, die Baumarten, das Alter oder die Habitatstrukturen an Einzelbäumen erfasst werden.“ ((Waldtrittsteine, S. 22))

Noch mehr ärgert ihn natürlich das Kartierprojekt von BN und WWF in seinem eigenen Forstbetrieb. Wie es dazu kam, erkläre ich ausführlich in meinem Artikel: Faktencheck – Exakte Daten über den Wald.