Ich habe an Stefan Adler, den Waldreferenten des NABU, einen offenen Brief wegen der Großkahlschläge im Nationalpark Harz geschrieben.
Großkahlschlag an der Bremer Hütte im Nationalpark HarzHier geht es zum Brief … Weiterlesen
Ich habe an Stefan Adler, den Waldreferenten des NABU, einen offenen Brief wegen der Großkahlschläge im Nationalpark Harz geschrieben.
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Bei der Borkenkäferbekämpfung im Nationalpark Harz werden zur Zeit auf dem Großkahlschlag am Heinrich-Heine-Weg die Rückegassen in Schlammwüsten verwandelt. Darüber habe ich einen ausführlichen Artikel geschrieben: Schlammcatchen mit Borkenkäfern.
Ich ziehe Parallelen zum Super-GAU der Borkenkäferbekämpfung am Falkenstein im Nationalpark Bayerischer Wald und verlinke einen großartigen Fernsehbeitrag des Magazins quer vom Bayerischen Rundfunk zum Thema.
Ich habe einen weiteren großen Artikel geschrieben, in dem ich mich ausführlich mit Fehlentwicklungen im Nationalpark Harz auseinandersetze: Waldentwicklung als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.
Kahlschlag im Süden des Frankenbergs, im Hintergrund rechts der BrockenMeine Kritik am Nationalpark Harz rettet zwar nicht die Fichtenwälder vor weiteren Kahlschlägen, aber immerhin führt sie zu kleinen Änderungen an den Texten auf der Nationalpark-Homepage. Ursprünglich lautete der Text auf der Seite mit dem Titel „Natur schützen: Waldentwicklung im Nationalpark Harz“ folgendermaßen:
„Im Nationalpark überlassen wir den Wald in bereits naturnahen Gebieten einfach sich selbst und vertrauen auf seine Kräfte (Naturdyamikzone). In anderen Bereichen helfen wir ihm sanft auf die Sprünge, halten den Borkenkäfer fern oder fördern den Kreislauf des Lebens aus Werden und Vergehen (Naturentwicklungszone).“ (Hervorhebung von mir)
In meinem Beitrag „Der Nationalpark Harz als Opfer der Förster“ war mir das Wort „sanft“ aufgefallen:
„Das Wort „sanft“ ist gelogen: In Wirklichkeit ist das eine Drohung: „Ich werde Dir gleich auf die Sprünge helfen!“ Fichtenforste werden „entwickelt“, wie ungezogene Gören erzogen werden.“
Nun hat die Nationalparkverwaltung das Wort „sanft“ von der Homepage streichen lassen. Immerhin! An der verrückten Idee, einem Wald „auf die Sprünge zu helfen“, hält man weiterhin fest.
Hier die Links zu Screenshots der betreffenden Homepage:
unsanfte Waldentwicklung im Nationalpark HarzForstdirektor Gerd Ahnert (Fachgebietsleiter Waldentwicklung) im Bericht der Lokalzeit Aachen:
„Ein Kahlschlag ist im ersten Moment ästhetisch unschön. Und er hat auch andere Nachteile. Das ist richtig. Aber ich denke, in diesem Fall gab es keine großen Alternativen. Es war die Lücke da durch den Windwurf. Das sieht man da, wo jetzt die Birken schon höher sind. Und das, was hier am Rand noch stand, konnte man auf Dauer sowieso nicht erhalten. … Aber 5 Jahre sind für den Wald ein Fliegenschiss. Ist doch so! Nach 3 Jahre sieht man schon: Hier kommt ein neuer Wald.“