Und sie bewegt sich doch!

Der FSC hat die Kahlschlagsobergrenze für Waldumbaumaßnahmen auf 1 ha begrenzt. Die Pressemitteilung vom 7. März 2014 können Sie hier herunterladen:

FSC-Richtlinienausschuss legt Höchstgrenze für aktive Umbaumaßnahmen fest

Damit wären 8 ha große Kahlschläge wie der am Wüstebach im Nationalpark Eifel nicht mehr erlaubt. Ein herzlicher Dank geht an Alexa Höber vom NDR für Ihren mutigen Fernsehbeitrag! Und natürlich an Peter Wohlleben! Und last but not least an László Maráz vom Forum Umwelt und Entwicklung und dessen nimmermüde Lobbyarbeit für den Wald!

Auch der von mir für seinen Brief an den NDR so heftig kritisierte Vorsitzende des FSC-Deutschland Dirk Riestenpatt schlägt ganz neue Töne an: „Der Deutsche FSC-Standard steht klar für eine verantwortungsvolle Forstwirtschaft mit Rücksicht auf Menschen und Natur. Für Forstbetriebe und Zertifizierer ergibt sich hieraus die Herausforderung, den Deutschen FSC-Standard nicht nur nach Wort und Komma auslegen, sondern vielmehr auch im Geiste des FSC-Standards zu handeln. Kahlschlag  als Instrument der forstwirtschaftlichen Praxis widerspricht diesem Geist von FSC.“ Und selbst der Vorsitzende der FSC-Wirtschaftskammer Dr. Gerd Loskant stellt klar: „Waldumbau durch großflächigen Kahlschlag ist aus meiner Sicht kein tragfähiges forstliches Konzept.“

Das Ganze ist eine schallende Ohrfeige für das Eifeler Nationalparkforstamt und ebenso für die Kontrollorgane, die die Kahlschläge am Wüstebach abgenickt haben.

 

Frühlingsbote Weiße Pestwurz

3. März 2014, Ilsetal im Nationalpark Harz

Laut Wikipedia dauert die Blütezeit der Weißen Pestwurz (Petasites albus) von April (!) bis Mai. Dieses Jahr blüht sie einen Monat früher. Die Pestwurz blühte tatsächlich wie bei Wikipedia beschrieben am feuchten Rand einer Forststraße. Im Nationalpark Harz sind das allerdings eher hervorragend ausgebaute Forstautobahnen. Während meiner Wanderung durch das Ilsetal begegneten mir 2 voll mit Fichtenholz beladene Holztransporter mit Anhänger und ein Sattelschlepper mit einem Harvester.

Professoren zu Kahlschlägen am Wüstebach

Vier Professoren nahmen im Jahr 2006 an der Fachtagung „Nationalpark Eifel: Wald in Entwicklung, Offene Fragen – Leitlinien – Maßnahmen“ teil. Ich habe sie angeschrieben und um eine Stellungnahme zu den Kahlschlägen am Wüstebach gebeten. Zwei von ihnen – Wolfgang Schmidt und Wolfgang Scherzinger – haben mir geantwortet. Ich stelle Ihnen die Antworten auf dieser Seite vor: Professoren zu Kahlschlägen im Wüstebachtal.

Titelseite der Aachener Zeitung

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Marlon Gego, Redakteur der Aachener Zeitung, hat heute einen großen Bericht über die „Holzschlacht“ in den Wäldern Nordrhein-Westfalens veröffentlicht:

Der Aachener Zeitung liegen alle Verträge vor, die das Land 2007 mit Klausner und 5 weiteren Sägewerken abgeschlossen hat (vergleiche Gutachten von Professor Schulte zu den Klausner-Verträgen). In mindestens einem wird der Nationalpark Eifel ausdrücklich als Liefergebiet genannt.

Der im Bericht genannte Leiter der Landesforstverwaltung Franz-Lambert Eisele, der auf einer Autobahnraststätte (sic!) die Klausner-Verträge aushandelte, hat praktischerweise 2006 an der Fachtagung „Nationalpark Eifel: Wald in Entwicklung, Offene Fragen – Leitlinien – Maßnahmen“ teilgenommen. Der Tagungsband zeigt ihn freudestrahlend auf Seite 3 in der vorderen Reihe links.

Boden im Wüstebachtal ist trocken

Auf dem 8 ha großen Kahlschlag am Wüstebach im Nationalpark Eifel sollen laut Nationalparkverwaltung Auenwälder mit Erlen wachsen. Dummerweise beweisen öffentlich zugängliche Karten des LANUV, dass die Böden im Wüstebachtal überwiegend trocken sind. Die orangefarbenen Flächen bedeuten „trockener Boden“:

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Für ausführliche Informationen – auch zur Benutzung der LANUV-Karten – siehe meine Webseite: Trockener Boden am Wüstebach