Der WDR, die Wildnis und die Förster – oder: Wie man einen Fernsehauftritt vergeigt

Vielleicht hat sich Forstamtsleiter Raguse gedacht:

„Das wird einfach! Das mit der Wegsperrung, das erklär‘ ich denen schon! Natur Natur sein lassen! Das ist modern! Das wollen die Leute hören! Ich mach‘ einfach mal ein bisschen auf Peter Wohlleben! Alte Buchen und so!“

Es wurde nicht einfach. Im Gegenteil: Der Auftritt in der WDR-Lokalzeit OWL wurde ein Fiasko. Viele Menschen in Ostwestfalen wurden danach so richtig sauer. Lesen Sie hier das vierte Kapitel meines Artikels zur Sperrung des Wolfsschluchtwegs: 1.4.2020 – der Film der WDR-Lokalzeit OWL über die Sperrung

Mission Impossible: Förster Raguse gegen das Mindener Tageblatt

Im zweiten Teil meines Aufsatzes über die Sperrung des Wolfsschluchtwegs widme ich mich Forstamtsleiter Raguse und wie er im Mindener Tageblatt die Sperrung verteidigt. Raguse macht eine etwas unglückliche Figur – gute PR geht anders. Andererseits steht Raguse auf verlorenem Posten – die Absicht des MT steht von vornherein fest.

Hier geht es zum zweiten Teil meines Artikels: Der Streit um den Wolfsschluchtweg – eine Provinzposse aus Ostwestfalen.

Der Streit um die Sperrung des Wolfsschluchtwegs

Der Wolfsschluchtweg in Porta Westfalica war mir im letzten Jahr zwei lange und reich bebilderte Artikel wert: Der Urwald vor den Toren der Stadt Porta Westfalica und Der FSC und die Verkehrssicherung am Wolfsschluchtweg. Hinzu kamen drei Aufsätze, in denen es um das FFH-Gebiet und den Wildniswald ging, durch die der Weg führt: Korrektur von Vorurteilen gegenüber Umweltbehörden, Das LANUV – Über Effizienz und begrenzte Ressourcen und Der Fehlerzähler und das LANUV. Ich hatte viel recherchiert und mit Verantwortlichen mehrere lange Telefonate geführt.

Ende März 2020 wurde der Weg nun gesperrt. Die Sperrung löste eine Lawine von Protesten aus. Das Mindener Tageblatt widmete dem Streit in schneller Folge nicht weniger als sieben Artikel. Eine geplante öffentliche Informationsveranstaltung des Umweltministeriums musste wegen Corona verschoben werden.

Ich beschreibe und analysiere in den nächsten Wochen ausführlich die Argumente der streitenden Personen und Institutionen: Der Streit um den Wolfsschluchtweg – eine Provinzposse aus Ostwestfalen.

Offener Brief von Förster Roland Wirtz an die BBIWS

Seit Dezember 2018 läuft die Online-Petition der Bundesbürgerinitiative Waldschutz (BBIWS). Die Petition protestiert gegen den Umbau der Wälder zu Holzfabriken.1zur Petition siehe auch Von Winnetou und Robin Hood – der SPIEGEL-Artikel über die BBIWS Anfang 2020 veröffentlicht dann ein anonymer Autor der BBIWS unter „Neuigkeiten zur Petition“ den Artikel Trotz Waldsterben – der Ausverkauf der Wälder geht weiter! Teil 1 – Saarland.

Der Artikel erscheint zeitgleich auch auf der Homepage der BBIWS in der Rubrik Aktuelles. Ohne den Namen des zuständigen Revierleiters zu nennen, werden schwere Vorwürfe erhoben: u. a. „Ausverkauf der Wälder“, „massive Einschläge in die Laubholzbestände“, Fällen von „sehr vielen alten Buchen, darunter auch Biotopbäumen mit Mulmhöhlen“. Außerdem werde gegen den Masterplan des Umweltministers Jost verstoßen. Weiterlesen

Online-Umfrage – Teil 2

Fassen wir zunächst die Ergebnisse des ersten Teils der Online-Umfrage zusammen: Friedemann Schäfer bedankt sich für die Bilder und meint. „Ein schöner, uriger Wald […]“ Griesbart stimmt zu:“ein schönes Waldbild aufgrund seines ‚wilden‘ Charakters“. Auch Cornelius Meyer-Stork meint: „Ja, es ist ein schöner Wald, wo eine Wanderung Freude macht.“ Das findet auch Heiner Keller: „Unbewirtschaftete Forste sind immer wohltuend für Spaziergänge und Ruhe.“

Auch über die wirtschaftliche Vernachlässigung des Waldes sind sich die Teilnehmer an der Umfrage einig: Michael Held stellt kurz und knapp fest: „keine Nutzung erkennbar“. Griesbart vermutet einen „faulen Förster“ und diagnostiziert völlig zu Recht eine „mangelnde Durchforstungspflege“. Die Folge beschreibt er fachmännisch und sehr präzise: „Ein ungepflegter mittelalter Buchenbestand (mit bedrängten Mischbaumarten) mit schlechten Wuchsformen, mangelnder Kronenentwicklung, hohen Stammzahlen und vergleichsweise hohen Totholzanteilen.“ Cornelius Meyer-Stork pflichtet bei: „Der Wald ist offensichtlich schon länger nur sehr extensiv bewirtschaftet worden und in letzter Zeit kaum noch.“ Ebenso Heiner Keller: „Keine Holzschläge mehr seit vielleicht 50 Jahren.“ Weiterlesen