Urwaldreservat Mittelsteighütte

Als der NLP Bayerischer Wald 1997 um das 10.950 große Gebiet zwischen Falkenstein und Rachel erweitert wurde, betrug die Naturzone ((In der Naturzone findet keine Forstwirtschaft mehr statt.)) im Erweiterungsgebiet nur 400 ha. Das war mit Abstand die kleinste Naturzone, die je bei Gründung eines NLP ausgewiesen wurde. ((Zum Vergleich: Die Naturzone des 2014 neu gegründeten NLP Schwarzwald beträgt immerhin 33 %.)) Zur Naturzone gehörten Flächen, die ohnehin seit fast einem Jahrhundert streng geschützt waren: so z. B. der 38 ha große Urwaldrest Mittelsteighütte.

Ich beschreibe diesen einzigartigen Bergmischwald mit Hilfe des Botanikprofessors Heinrich Göppert, der 1864 den böhmisch-bayerischen Urwald bereist hat und den Georg Sperber in seinem Buch über Urwälder Deutschlands in höchsten Tönen lobt. Außerdem zeige ich Fotos vom verschneiten Urwald im Winter und von dem sensationellen Pilzreichtum im Herbst.

Hier geht es zu meiner Fotodokumentation: Urwaldrest Mittelsteighütte.

Brief von Dr. Schlund, Leiter des NLPs Schwarzwald

Bereits im vergangenen Jahr hatte ich einen Briefwechsel mit Herrn Dr. Schlund, einem der beiden Leiter des neu gegründeten NLP Schwarzwald. Anlässlich der Veröffentlichung der Gebietsgliederung am 4. Februar 2015 ((siehe Drei Zonen abgesteckt: Rat beschließt erste Gliederung des Nationalparks Schwarzwald, Pressemitteilung vom 4. Februar 2015)) dokumentiere ich diesen Briefwechsel und nehme kritisch Stellung zum Brief von Herrn Dr. Schlund. Ich stehe dem Entwicklungsnationalpark mit großer Skepsis gegenüber: Brief von Dr. Schlund.

Winterwanderweg zum Lusen

Vor kurzem bin ich mit meiner Frau den Winterwanderweg zum Lusen gegangen. Ich dokumentiere diese Wanderung mit zahlreichen hochauflösenden Fotos. Was dabei wirklich sensationell ist: Der junge Bergfichtenwald an den Lusenhängen zeigt bereits jetzt viele Merkmale eines Urwalds. Der amerikanische Ökologe Daniel Donato hat die Hypothese aufgestellt, dass nicht nur alte, sondern auch junge Wälder typische Urwaldmerkmale haben können. Hier geht es zu meinem Bericht: Winterwanderweg zum Lusen.

Stoiber und der WWF

Im Februar 1999 protestiert auch Carl-Albrecht von Treuenfels, Präsident des WWF-Deutschlands, bei Edmund Stoiber gegen die Borkenkäferbekämpfung im NLP Bayerischer Wald. Ich dokumentiere die Antwort des Ministerpräsidenten. Stoiber zieht alle Register der Meinungsmache und lässt sich im Eifer des Gefechts zu Stilblüten wie diesen hinreißen:

„Die Nationalparkverwaltung ist […] stets bemüht, den Waldboden […] so weit wie möglich zu schonen.“

Brisant ist an der Antwort, dass zur gleichen Zeit Hartmut Jungius, WWF-Experte für Nationalparkfragen, gegen die Borkenkäferbekämpfung protestiert und sie für unvereinbar mit den IUCN-Richtlinien erklärt: WWF zur Borkenkäferbekämpfung 1999.

Kerngebiet Klosterfilz im Sommer 1998: Hackmaschine mitten im Moor