Ist das Lübecker Modell ein wirtschaftlicher Flop?

Am vergangenen Freitag, den 15. Mai 2015, veröffentlichte das Holz-Zentralblatt  folgende Titelstory:

Holzzentralblatt

Im Mittelpunkt steht ein Prüfbericht des Landesrechnungshofs Schleswig-Holstein, der den Lübecker Stadtwald scharf angreift. Ich stelle Ihnen den Prüfbericht vor. Seine Kritikpunkte sind gegenstandslos. Seine Forderungen sind skandalös: In einer verstörenden Offenheit wird die Entlassung von Waldarbeitern, Revierleitern und Verwaltungsangestellten und eine 50%ige Erhöhung des Holzeinschlags gefordert.

Für Umweltschützer ist der Prüfbericht sehr aufschlussreich: Er bietet tiefe Einblicke in die skurrilen Gedanken, die sich hohe Landesbeamte heutzutage über den Wald machen. Hier geht es zu meinem Aufsatz: Die Kritik des Landesrechnungshofs am Lübecker Stadtwald.

Oberstaatsanwalt Schmidtmann antwortet nicht

Am 18. Dezember 2014 hatte ich im Lokalkompass einen offenen Brief an Oberstaatsanwalt Schmidtmann von der Staatsanwaltschaft Essen geschrieben. Darin übte ich Kritik an der Einstellung des Verfahrens wegen der skandalösen Baumfällungen im Lührmannwald durch Grün-und-Gruga Essen. Die Anwohnerin Roswitha Krause hatte Anzeige erstattet.

Schmidtmann hat mir nie geantwortet. Offenbar glaubt er, Frau Krause und mir keine Rechenschaft pflichtig zu sein. Dazu schreibt Norbert Blüm:

„Die Jurisdiktion scheint niemandem rechenschaftspflichtig zu sein außer sich selbst, und so schmort sie im eigenen Saft vor sich hin. […] ich beklage die Selbstgefälligkeit, mit der sie jedwede Kritik als Angriff auf ihre Unabhängigkeit abschmettert. Richter und Rechtsanwälte sind die letzten Berufe, die für sich eine Art Berührungstabu beanspruchen. … In der demokratischen Gesellschaft gibt es keine Geheimkammern und keine Berufe, die rechtfertigungsfrei sind. Deshalb darf es auch keine Diskussionsverstecke geben.“ ((Norbert Blüm, Einspruch! – Wider die Willkür an deutschen Gerichten, Frankfurt am Main 32014, S. 20 und 119))

Forstdirektor Haering antwortet nicht

Ich lese gerade mit viel Gewinn das Buch „Einspruch!“ von Norbert Blüm. Gleich im Vorwort stolperte ich über die folgenden Sätze:

„Dies ist ein Buch über die Verlotterung der dritten Gewalt in unserem Land, und ich lasse Schonungslosigkeit walten. Auch auf die Gefahr hin, dass sich einige ihrer Vertreter auf den Schlips getreten fühlen. Mögen sie ihn sich abreißen und mit mir in eine Diskussion auf Augenhöhe einsteigen. Ich stelle ihnen gerne eine Leiter an ihr hohes Ross, damit der Abstieg komfortabel ist.“ ((Norbert Blüm, Einspruch! – Wider die Willkür an deutschen Gerichten, Frankfurt am Main 32014, S. 7))

Prompt fiel mir Forstdirektor Haering ein, der Leiter von Grün-und-Gruga Essen. Er hat mir auf meinen offenen Brief vom 15. November 2014 nie geantwortet

Jared Diamond – Kollaps

In seinem Buch „Kollaps“ versucht Jared Diamond die Frage zu beantworten, „warum Gesellschaften sich […] durch katastrophale Entscheidungen selbst zerstören“.

Jared diamond

Er entwickelt vier Antworten:

Erstens sieht eine Gruppe ein Problem unter Umständen nicht voraus, bevor es tatsächlich da ist. Zweitens nimmt die Gruppe das Problem unter Umständen nicht wahr, wenn es bereits eingetreten ist. Nachdem sie es dann wahrgenommen hat, versucht sie drittens unter Umständen nicht einmal, eine Lösung zu finden. Und wenn sie es schließlich zu lösen versucht, gelingt dies unter Umständen nicht.“ ((Jared Diamond, Kollaps – Warum Gesellschaften überleben oder untergehen, Frankfurt am Main 2005, S. 519))

Ein erschütterndes Beispiel für den ersten Fall stellt der Entscheid des bayerischen Umweltministers Schnappauf vom 10. Mai 2007 dar. Es ging um die Frage, was mit den 350 ha Windwürfen geschehen sollte, die Kyrill im NLP Bayerischer Wald verursacht hatte. Weiterlesen

Maiglöckchen in Naturwaldzelle Nammer Berg

Seit dem Wochenende blühen die Maiglöckchen in der Naturwaldzelle Nammer Berg. Sie wachsen dort nur an einer einzigen Stelle und das auch nur auf einer Fläche von höchstens 25 m2. In den umliegenden privaten Wirtschaftswäldern habe ich sie noch nicht entdeckt – und das, obwohl diese teilweise herrlich verwahrlost und ungepflegt sind und schöne alte Buchenbestände aufweisen.