Umweltminister Aeikens zu Kahlschlägen im NLP Harz
Sachsen-Anhalts Umweltminister Aeikens (CDU) hat meine Fragen zu den Kahlschlägen im NLP Harz beantwortet. Die rechtliche Grundlage für die Kahlschläge ist ein Halbsatz im 145 DIN-A4-Seiten umfassenden Nationalparkplan: „[…] größere Fichtenkomplexe sollen geschützt werden.“ Zahlen zu den Kahlschlägen hat sein Ministerium nicht.
„vorübergehende Freistellung“ (Aeikens) des Oberen GebbertsbergsNiedersachsens grüner Umweltminister Wenzel schweigt trotz Anruf in seinem Ministerbüro weiterhin hartnäckig zu meinen Anfragen. Genauso wie die Vorsitzenden der Umweltausschüsse beider Länder: Frau Sigrid Raskob (SPD) und Herr Dietmar Weihrich (Bündnis 90 / Die Grünen). Auch von dem stellvertretenden Leiter des niedersächsischen Umweltausschusses Axel Miesner von der oppositionellen CDU kein einziges Wort. Das Schweigen ist parteiübergreifend: Selbst der Linke André Lüderitz aus Ilsenburg, Mitglied des Umweltausschusses von Sachsen-Anhalt, antwortet nicht auf meine Anfrage zu den Kahlschlägen direkt vor seiner Haustür.
Ich habe eine umfassende Dokumentation mit meinen Briefen und der Antwort von Aeikens erstellt: Umweltministerien zu Kahlschlägen.
Rachelsee im Winter
Er ist einer der schönsten Seen in Deutschland: der Rachelsee in der Naturzone des alten Teils vom NLP Bayerischer Wald.
Panoramafoto (1,2 MB, 2.991 x 800 Pixel)
Sie können das Foto in drei weiteren Auflösungen herunterladen:
Die Auflösung des dritten Fotos ist so groß, dass man die Bäume am gegenüberliegenden Nordosthang des Rachelmassivs einzeln zählen kann. Das Foto entstand am Südufer des zugefrorenen Sees Anfang April 2015.
Eckpfeiler gegen Artenschwund bei Totholzbewohnern

Die Rote-Liste-Art Alpenbock benötigt starkes, besonntes Laubtotholz. ((Foto von Peter Krimbacher – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY 3.0 über Wikimedia Commons.))
Ich habe Franz Leibl, den Leiter des NLP Bayerischer Wald, für die Kahlschläge 2011 scharf kritisiert: Gfällei – vorprogrammierter Kahlschlag. Nun möchte ich einen brandneuen Aufsatz von ihm und Sebastian Seibold loben, der jetzt in „AFZ – Der Wald“ erschien. In diesem kritisiert Leibl sich quasi selbst. Weiterlesen
Tote Hose am Rachel?
Am 12. September 2014 schwärmte Christian Sebald in der Süddeutschen Zeitung:
“Zwischen Lusen und Rachel entsteht ein Urwald, wie ihn sich kein Laie und kein Experte vorstellen konnte – nicht einmal in seinen kühnsten Träumen. ‘Allein die Fülle an jungen Fichten ist unglaublich’, sagt Leibl. ‘Wir zählen hier bis zu 4.400 Jungfichten pro Hektar Waldfläche.’ Das ist gigantisch.” ((Totes Holz und neues Leben))
14 Tage später besuchte ich den Rachel und fühlte mich von Sebald und Leibl betrogen: 4.400 Jungfichten pro Hektar? Hallo? Ein Urwald? Wo denn? Gab es vielleicht noch einen Rachel und ich war am falschen?
Für Nationalparkgegner ist der Rachel ein Beweis dafür, dass es falsch ist, die Natur Natur sein zu lassen. Heinrich Geier von der Bürgerbewegung zum Schutz des Bayerischen Waldes schimpft:
„Na, es ist ja nichts da, nur Gras und Baumstümpfe, so einfach ist das. Jeder kann sich überzeugen: Gehen Sie […] zur Rachelwiese und […] zum Schutzhaus […]. Tot. Tote Hose. Nichts mehr da außer Baumstümpfe.“ ((Susanne Lettenbauer, Nationalpark im Gefahr?, Deutschlandfunk vom 19.8.2005))
Ich habe wochenlang nach Gründen für die mangelhafte Verjüngung am Rachel gesucht und bin schließlich fündig geworden. Meine Ergebnisse habe ich in folgendem Artikel zusammengefasst und mit vielen Fotos illustriert: Herbstwanderung zum Rachel.