Dokumentation über den Steigerwald aus dem Jahr 1976

1976 drehte Heinz Ehrenkäufer ((siehe Laudatio zur Verleihung der Bayerischen Staatsmedaille für Verdienste um die Umwelt im Jahr 1993 und 90. Geburtstag Heinz Ehrenkäufer)) den 45-minütigen Naturfilm „Wo der Wald am grünsten ist – der Buchenwald“. Wissenschaftlicher Berater und Kommentator war Dr. Georg Sperber – damals gerade vier Jahre Leiter des Forstamts Ebrach. Der Film wurde im Steigerwald gedreht.

 

Er wäre damals um ein Haar nicht vom BR gesendet worden, weil der Film den Bayerischen Staatsforsten zu kritisch war. So schwenkt die Kamera gleich in der zweiten Minute über eine künstlich angepflanzte Nadelholzkultur im Winkelhofer Forst des Forstamts Ebrach, wo vor Sperbers Dienstantritt 200 ha eines uralten Buchenbestandes kahlgeschlagen worden waren. ((siehe Georg Sperber, Forstwirtschaft und Naturschutz in Buchenwäldern, Woher – wohin?, S. 54))  Weiterlesen

Umweltminister Aeikens zu den Kahlschlägen im NLP Harz

Großkahlschlag im NLP Harz

Meine Briefe an Umweltminister Wenzel in Niedersachsen und Umweltminister Aeikens in Sachsen-Anhalt wegen der Kahlschläge im NLP Harz waren ebenso wie meine Briefe an die Vorsitzenden und Mitglieder der Umweltausschüsse völlig sinnlos. Das beweist noch einmal die zweite Antwort von Aeikens, die er vom Leiter der Abteilung „Forsten und Naturschutz“, Ministerialdirigent Jörg Martell, hat schreiben lassen: Im Ministerium gibt es die Kahlschläge schlicht nicht und Zahlen dazu hat man schon gleich gar nicht.

Lesen Sie hier den zweiten Brief von Aeikens, gefolgt von einem kurzen Kommentar und einem Schlusswort von Yanis Varoufakis: Antwort von Aeikens auf Rückfragen vom 9.6.2015

Forstdirekter Wipf erteilt keinen „weiteren Nachhilfeunterricht“ mehr

Im November 2014 hatte das Forstunternehmen Bertil Karlsson eine rund 7 ha große Fläche des Bottroper Fernewalds durchforstet und dabei über 1.100 Festmeter Holz eingeschlagen. Förster Volker Adamiak vom Forststützpunkt Heidhof des RVR Ruhr Grün hatte den Auftrag dazu gegeben.

Daraufhin kam es zu einem Briefwechsel zwischen dem Betriebsleiter von RVR Ruhr Grün, dem Leitenden Verbandsforstdirektor Jörg Wipf, und mir. Ich wollte wissen, ob bei der Holzernte alles mit rechten Dingen zugegangen war: Entsprach sie der Planung, wie sie im Forstbetriebswerks aufgeschrieben ist?

Zunächst war Herr Wipf sehr freundlich und stellte die von mir gewünschten Unterlagen bereitwillig zur Verfügung. Meine Befürchtungen aber bestätigten sich: Die Holzernte war um 75% zu hoch. Auf meine diesbezüglichen Fragen antwortete Herr Wipf nicht mehr. Er weigere sich, mir „weiteren Nachhilfeunterricht“ zu geben.

Ich halte die Art und Weise, wie Wipf mit mir umspringt, für typisch: So führen sich hohe Funktionäre der Forstwirtschaft auf, wenn Umweltschützer kritische Fragen stellen und sich nicht mit den üblichen Sonntagsreden abspeisen lassen. Ich habe den kompletten Briefwechsel hier dokumentiert: Forstdirektor Wipf erteilt Nachhilfe.

Ziviler Ungehorsam – Ende Gelände!

Ich bekomme manchmal Emails von Lesern, die mich fragen, was man denn konkret unternehmen kann gegen die Zerstörung von Wäldern. Nach zwei Jahren Erfahrungen mit meinen eigenen Protestversuchen und meiner Mitarbeit in Bürgerinitiativen lautet meine Antwort: Mit Leserbriefen lassen sich Motorsägen nicht stoppen. Auch nicht mit Pressemitteilungen ((siehe z. B. die unzähligen Pressemitteilungen des BN zum Steigerwald)) oder Unterschriftenlisten. Briefe an das zuständige Forstamt sind ebenfalls nutzlos. Genauso wie Protestschreiben an Umweltminister oder Umweltbehörden. ((Ich werde in den nächsten Tagen zwei deprimierende Beispiele veröffentlichen.))

Ich glaube mittlerweile, dass das einzige wirksame Mittel ziviler Ungehorsam ist. Ich denke dabei beispielsweise an Baumbesetzungen oder Sitzblockaden vor Harvestern oder Forstwegen. ((siehe die Waldbesetzungen im Hambacher Forst und den Blog zum Hambacher Forst)) Ein sensationelles Beispiel war die gewaltfreie Aktion „Ende Gelände! Kohlebagger stoppen – Klima schützen!“ am 15. August 2015, bei dem sage-und-schreibe 800 Braunkohlegegner auf das Gelände von Garzweiler II eindrangen und einen Bagger blockierten.  Weiterlesen

Exkursionsbericht vom Schattiner Zuschlag in Lübeck

Die Sommerferien in NRW sind zwar vorüber, aber in unserem neuen Haus sieht es immer noch aus wie auf einer Baustelle und im Garten überwuchern die Wildkräuter Zucchini, Gurken und Tomaten. Ich werde also auch in den nächsten Monaten nur wenige Artikel veröffentlichen.

Exkursionsgruppe mit dem Lübecker Stadtförster Jörg Baeskow (2. v. l.)

Am 6. Juni 2015 fand im Rahmen der Lübecker „Aktionstage Artenvielfalt erleben“ eine Exkursion in den Schattiner Zuschlag statt. ((siehe meinen Artikel aus dem Jahr 2013 „Totalreservat Schattiner Zuschlag„)) Die Exkursion wurde geleitet von Revierförster Jörg Baeskow. Die Exkursionsteilnehmer erfuhren nicht nur viel über die Geschichte des Zuschlags, sondern auch über die deutschlandweit vorbildliche Waldbewirtschaftung der Stadt Lübeck. ((siehe dazu auch meine Artikelserie über den Lübecker Stadtwald)) Hier geht es zu meinem Bericht: Exkursion in den Schattiner Zuschlag mit Revierleiter Baeskow.