Zahlen zum Buchen-Export

Export_BuchenrohholzEinfuhr (blau), Ausfuhr (rot) und Netto-Export (grün) von Laubrohholz in 1.000 m3 ((Zahlen aus den Holzmarktberichten))

Im dritten Teil meiner Artikelserie über das Trittsteinkonzept des Forstbetriebs Ebrach überprüfe ich die Zahlen von Betriebsleiter Mergner zu Holzumsätzen und Holzimporten. Viele Waldschützer werden ähnliche Zahlen schon häufiger in Diskussionen gehört haben. Spätestens wenn Förstern die Argumente ausgehen und sie sich in die Ecke gedrängt fühlen, kommt der Hinweis auf Rumänien: Wenn wir in Deutschland nicht mehr Holz einschlagen, dann fördern wir damit den Raubbau an rumänischen Urwäldern!

Was ist dran an den Zahlen? Herrscht in Deutschland wirklich ein Mangel an Buchenholz? Und wie viel Holz kommt tatsächlich aus Rumänien? Ich habe die Zahlen aus den offiziellen Statistiken zusammengesucht und war selbst überrascht. Hier geht es zu meinem Artikel Faktencheck: Holzimporte.

Zur Kritik des Trittsteinkonzepts

2009 haben die Bayerischen Staatsforsten die eierlegende Wollmilchsau erfunden: Dank des Trittsteinkonzepts ((siehe Naturschutzkonzept der Bayerischen Staatsforsten, S. 4)) werden die Wälder gerade dadurch geschützt, dass man sie nützt: Schützen durch Nützen! ((siehe Beschluss des bayerischen Landtags am 4. Juni 2014)) Spätestens seit 2009 sind Nationalparke in Bayern praktisch überflüssig und man wundert sich eigentlich, warum Forstminister Brunner die bereits existierenden im Bayerischen Wald und Berchtesgaden nicht längst wieder aufgehoben hat. Schließlich sind „großflächige Stilllegungen von Waldflächen“ ((ebd.)) geradezu Gift für den Naturschutz: Mittelspecht, Stachelbart und Eremit fühlen sich erst dann so richtig wohl, wenn direkt nebenan die Motorsägen kreischen. ((siehe Die Stachelbärte sind zurück, In Franken vom 1. November 2015))

Spin-Doctor des Trittsteinkonzepts ist Ulrich Mergner, Forstamtsleiter in Ebrach. In einer Serie von Artikeln werde ich mich in den nächsten Wochen mit dem Trittsteinkonzept und auch mit Ulrich Mergner auseinanderzusetzen: Zur Kritik des Trittsteinkonzepts.

Hochklassiger Sammelband über Integrativen Waldschutz

Ich bin zufällig auf einen Sammelband über Integrativen Waldschutz gestoßen, den man wirklich gut im Internet versteckt hat. Der Band enthält hochaktuelle Aufsätze von Spitzenforschern aus ganz Europa. Wer sich über den letzten Stand der Forschung zu Habitatbäumen, Trittsteinen, Totholz oder den Habitatbedürfnissen von Spinnen informieren will, wird hier fündig: ((zum Speichern oben in der Leiste auf den Doppelpfeil rechts klicken))

Zwei Worte

Manuel Köppl, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im NLP Bayerischer Wald, hat meinen Irrtum korrigiert: Der Großkahlschlag am Vorderscheuereckbach verstößt nicht gegen den Nationalparkplan. Ich hatte zwei Worte überlesen. Und es sind in der Tat nur diese zwei Worte, die die NLP-Verwaltung zum Großkahlschlag ermächtigen.

Nichtsdestotrotz bin ich weiterhin der Meinung, dass die gesetzliche Grundlage für den Kahlschlag am Vorderscheuereckbach äußerst brüchig ist. Eine mutige NLP-Leitung hätte den Windwurf liegen lassen, ohne gegen die Nationalparkverordnung zu verstoßen. Hier geht es zu meinem vervollständigten und korrigierten Bericht: Großkahlschlag am Vorderscheuereckbach.

Der Wald wird gefegt – Der Boom beim Waldrestholz

Vollbaumnutzung im Stadtwald Monschau im Dezember 2013 ((siehe Vollbaumernte im Höfener Wald))

Im Jahr 2010 wurden 73,8 Mio. Festmeter Derbholz – d. h. Holz mit einem Durchmesser von mehr als 7 cm – im deutschen Wald eingeschlagen. Die Experten sind sich einig: Viel mehr geht nicht. Das Ende der Fahnenstange beim Derbholz ist erreicht.

Aber es gibt noch das Waldrestholz: Kronenholz, Äste, Reisig, Holz mit Faulstellen – all dies war früher unverkäuflich und blieb als Abfall im Wald. Die Zeiten sind vorbei: Weil Biomassekraftwerke riesige Mengen an Hackschnitzel brauchen und Privatleute nicht nur Scheitholz, sondern auch Äste im heimischen Ofen verfeuern, wird immer mehr Waldrestholz aus den Wäldern genutzt. Was früher im Wald verrottete und neuen nährstoffreichen Humus bildetet, wird heute verbrannt: Der schon früher notorisch totholzarme Wirtschaftswald sieht nun aus wie gefegt. 2010 wurden 8 Mio. Fm Waldrestholz genutzt.

Und die Brennholz-Lobby will in Zukunft noch sehr viel mehr Restholz aus dem Wald holen. Udo Mantau hält bis zu 42,9 Mio. Fm für möglich. Ich stelle die erschreckenden Zahlen aus der Holzrohstoffbilanz von Udo Mantau vor und zeige, wer sich alles um das Waldrestholz streitet: Der Wald wird gefegt.