Dr. Franz Straubinger ist Geschäftsführer der Hatzfeld Wildenburg’schen Verwaltung. Er ist verantwortlich für den Beichlinger Forst, 600 ha Wald in unmittelbarer Nachbarschaft zur Hohen Schrecke. Er hat zu den Rothirschen in der Hohen Schrecke und zur Jagd Stellung genommen: Telefonat mit Dr. Franz Straubinger.
Revierleiter Thomas Deilmann zu den Schälschäden in der Hohen Schrecke
Thomas Deilmann arbeitet für den Landesbetrieb Thüringen Forst und ist Revierleiter von Oldisleben. Er antwortet auf meine Fragen zu den Schälschäden in der Hohen Schrecke: Telefonat mit Thomas Deilmann
Massive Schälschäden in der Hohen Schrecke
Die Hohe Schrecke ist ein Naturschutzgroßprojekt in Thüringen. 2.000 ha Wald sollen hier der forstlichen Nutzung entzogen und wieder Wildnis werden. Projektträger ist die Naturstiftung David, die vom BUND gegründet wurde. Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt mit 9,4 Mio. €. Eines der Juwelen des Projekts ist das Wiegental, ein großer geschlossener Bestand von bis zu 250jährigen Buchen, wie es ihn nirgendwo sonst in Deutschland gibt. Ich habe im August das Wiegental besucht und war entsetzt: Nahezu alle jungen Bäume – Buche, Ahorn, Esche, ob fingerdick oder armdick – waren von Rothirschen geschält.
geschälte Ahornbäume im WiegentalIch dokumentiere die Schälschäden ausführlich mit hochauflösenden Fotos. Im Anschluss daran fasse ich ein Telefoninterview mit Dr. Dierk Conrady, dem Projektleiter vor Ort, zusammen, das ich gestern geführt habe. Weitere Telefoninterviews mit Förstern und Wildtierbiologen werden in den nächsten Tagen folgen. Hier geht es zu meinem Bericht: Massive Schälschäden im Wiegental.
Irrtümer über den Urwald
Panoramafoto eines Windwurfs im Buchenurwald Uholka
Weil die allermeisten noch nie einen Urwald gesehen haben, wird damit viel Schindluder getrieben. Ein schönes Beispiel ist der Aufsatz „Spannungsfeld Forstwirtschaft und Naturschutz – Konflikte um eine nachhaltige Entwicklung der Biodiversität“ von Ernst-Detlef Schulze und Christian Ammer. ((Biologie in unserer Zeit, 5/2015 (45), S. 304 – 314, siehe dazu die schöne Zusammenstellung auf der Webseite von Silvia Roelke Schulze / Ammer contra Müller / Weisser / Wilhelm; der Artikel ist nicht online, aber gegen ein geringes Entgelt über die Fernleihe der Stadtbibliothek zu beziehen)) Weiterlesen
Fast keine Fotos von Uholka bisher im Internet
Sucht man mit Google nach Fotos vom Buchenurwald Uholka, stellt man schnell fest: Es gibt fast keine! ((siehe das Ergebnis einer Google-Suche nach großformatigen Fotos von Uholka)) Die meisten Fotos, die Google findet, stammen vom Profifotograf Thomas Stephan. Er hat 13 Fotos ins Netz gestellt: Sie haben immerhin eine Auflösung von 1.200 x 800 Pixeln, aber 13 Fotos sind nicht wirklich viel und nur 7 der 13 Fotos zeigen Innenansichten des Urwalds.
Ich finde den Befund, dass es fast keine Fotos von Buchenurwäldern im Netz gibt, erstaunlich: Denn es gibt kein Forstamt, das nicht hoch und heilig verspricht, man würde „naturnah“ oder „naturgemäß“ wirtschaften. Wie aber soll das gehen, wenn man nicht weiß, wie natürliche Wälder aussehen? Seit 1950 gibt es sogar eine Arbeitsgemeinschaft, die sich die „Naturgemäße Waldwirtschaft“ auf ihre Fahnen geschrieben hat: die ANW. Aber es ist wie verhext! Auch auf deren Webseite – kein einziges Foto eines Buchenurwalds!
Vieles scheint im Argen zu liegen, denn 2009 ist sich die ANW eines „Mangels an Naturwaldstrukturen und daran gebunden Naturnähezeigern von Flora und Fauna in bewirtschafteten Buchenwäldern“ bewusst – so zu lesen in der „Templiner Erklärung„. Gefordert wird die „Ausstattung des Wirtschaftswaldes mit Naturwaldelementen“. Der Landesbetrieb Forst Brandenburg hat sich dieser Forderung gleich angeschlossen. Das Bundesamt für Naturschutz und der NABU sind sowieso dafür und sie alle haben die Templiner Erklärung unterschrieben. ((siehe Waldmedaille für Dietrich Mehl)) Solche Erklärungen kann man ja eigentlich nie genug haben.
Sonderbar nur, dass es keine Fotos über Buchenurwälder im Internet gibt. Und so weiß eigentlich niemand so recht, wie ein „Naturwald“ wirklich aussieht. Ich möchte diese Wissenslücke füllen und viele Fotos vom Urwald in Uholka im Netz veröffentlichen. Deshalb zeige ich ein zweites Panoramafoto von einem Windwurf: Panoramafoto 2.