Wald-und-Holz-NRW gegen Adrian – 750 € Geldbuße wegen Schmähkritik

Jan Böhmermann in Rostock 2014 06

Zur Zeit wird viel über die die Böhmermann-Affäre geredet. Journalisten, Medienwissenschaftler, Juristen und Politiker führen eine hitzige Debatte über Schmähkritik. Wann hört die freie Meinungsäußerung auf und wann fängt die Diffamierung an? Was darf Satire und wann geht es nur noch um Beleidigung?

Ich möchte hier nicht über den Strafprozess gegen Böhmermann reden, sondern über den Strafprozess gegen mich. Im Zentrum dieses Prozesses steht nicht ein Gedicht über den türkischen Präsidenten, sondern ein Aprilscherz über den Bottroper Stadtförster.

Im April 2014 reichte Andreas Wiebe, der Leiter des Landesbetriebs Wald-und-Holz-NRW, gegen mich eine Strafanzeige ein bei der Staatsanwaltschaft Essen. Ich hätte auf meiner Webseite Förster Markus Herber beleidigt. Ein Jahr später wurde ich vom Amtsgericht Bottrop verwarnt und zu einer Geldbuße von 750 € verurteilt. Hier geht es zu meinem ausführlichen Bericht: Strafprozess von Wald-und-Holz-NRW gegen Adrian – Schmähkritik.

Meinungsmache durch Förster nach Sturmwürfen

Meinungsmache gibt es nicht nur im Bereich der Wirtschaft oder der Politik. ((zum Thema Meinungsmache siehe die Nachdenkseiten)) Meinungsmache gibt es auch in der Forstwirtschaft. Meine Vermutung ist: Nach dem Abräumen des Windwurfs am Huzenbacher See versuchten Forstbeamte des Kreisforstamts Freudenstadt ganz gezielt, die öffentliche Meinung durch Zeitungsartikel im Schwarzwälder Boten zu beeinflussen.

Ostufer des Huzenbacher Sees im Nationalpark Schwarzwald im Oktober 2015

Dass dies keine Verschwörungstheorie ist, belege ich mit Hilfe zahlreicher Indizien – u. a. mit Hilfe des Handbuchs Sturm – einer Arbeitshilfe für die Sturmschadensbewältigung. Es wurde 2005 von der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg herausgegeben. Darin finden sich detaillierte Empfehlungen für die Öffentlichkeitsarbeit nach Sturmereignissen. Hier geht es zu meinem Artikel: Meinungsmache nach dem Sturmwurf am Huzenbacher See.

Narrenfreiheit im FFH-Gebiet Teufelsbad

Philosophenhuegel_Pano_800Kahlschlag im FFH-Gebiet Teufelsbad

Norbert Panek spricht in seinem aktuellen Beitrag auf seiner Webseite davon, „dass die Forstwirtschaft in den meisten deutschen Wald-Naturschutzgebieten faktisch „Narrenfreiheit“ genießt.“ ((siehe: Holznutzung in FFH-Waldgebieten kaum eingeschränkt, Eintrag vom 11. April 2016)) Ein niederschmetterndes Beispiel für diese Narrenfreiheit ist der Kahlschlag im FFH-Gebiet Teufelsbad im November 2013. Nun hat die Leiterin des Naturschutzamtes zugegeben, dass gegen die verantwortlichen Förster nicht einmal ein Bußgeld verhängt worden ist. Auch ein Managementplan für das FFH-Gebiet existiert weiterhin nicht. Hier geht es zum Brief der Naturschutzamtes: Brief von Frau Engelking vom 23. März 2016

Kahlschlag am Huzenbacher See – Teil 3

Der Huzenbacher See gehört seit Gründung des NLP Schwarzwalds am 1. Januar 2014 zur Kernzone des NLP. ((siehe Gebietsgliederung)) Die Räumung des Windwurfs an seinem Ost- und Südufer begann nach dem Sommersturm am 1. Juli 2012 und dauerte bis Mitte 2013. Nur ein halbes Jahr später wurden die kahlgeschlagenen 3 ha zur Kernzone des NLPs erklärt.

Huzenbacher See im April 2014 ((Foto von Christian Bollian))

Zum Zeitpunkt des Abtransports sämtlicher vom Sturm geworfener Fichten war der See zwar noch nicht Teil der Kernzone, aber er war bereits seit 13 Jahren Teil eines Schonwalds. Was in einem Schonwald erlaubt und was verboten ist, das erläutere ich im dritten Teil meines Berichts über den Kahlschlag am Huzenbacher See: Kahlschlag im Schonwald.

Ammer, Wohlleben und das Wiehengebirge

Künstlich gepflanzte Buchen in Schutzhüllen auf einem Kahlschlag im Wiehengebirge

In meinem letzten Beitrag hatte ich geschrieben, dass ich mich über Prof. Ammer geärgert hatte. Dieser hatte über Wohllebens Buch „Das geheime Leben der Bäume“ geschrieben:

„Was den wissenschaftlichen Gehalt angeht, kann man […] bei manchen Passagen nur den Kopf schütteln.“

Bei einem Sonntagsspaziergang durch das Wiehengebirge wurde mir deutlich, dass ich auch deshalb so verärgert war, weil Ammer verschweigt, dass er und Wohlleben zumindest bei zwei zentralen Themen einer Meinung sind:

  1. Die Wildbestände sind in Deutschland überhöht.
  2. Fichtenforste sind nicht an das Klima in Deutschland angepasst.

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