Adventskalender – 12. Dezember

Sehe ich das richtig? Der Forstbetrieb des Landes NRW hat 2020 einen Verlust von 12,8 Mio. € gemacht? Nach einem Verlust von 9,2 Mio. € im Vorjahr? Und das, obwohl sich die verkaufte Holzmenge fast verdoppelt hat?

„Die Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Holz sind gegenüber dem Geschäftsjahr 2019
um 12,2 % angestiegen. Im Jahr 2020 hat sich die eingeschlagene und verkaufte Holzmenge von 964 Tfm auf 1.850 Tfm fast verdoppelt. Der durchschnittliche Holzerlös lag um 43 % unter dem Vorjahreserlös (22,07 EUR/fm; Vorjahr: 38,61 EUR/fm). Kalamitätsbedingt sind die Kosten insbesondere für die Aufarbeitung, Bereitstellung und Lagerung des Holzes stark angestiegen (EUR 26,2 Mio.; Vorjahr: EUR 20,5 Mio.). […] Insgesamt konnte mit TEUR –12.757 das Geschäftsfeldergebnis des Vorjahres (TEUR –9.211) bei weitem nicht erreicht werden.“1Nachhaltigkeitsbericht 2020/2021, S. 64

 
 

 

 

Adventskalender – 11. Dezember

Prof. Dr. Jörg Müller auf der Tagung „Alte Buchenwälder“, 10 – 12. Oktober 2019:

„[Es wird behauptet,] wir hätten eine kritische Lage im Wald. Ich teile das überhaupt nicht. Die Forstwirtschaft hat eine kritische Lage. Im Wald sieht es überhaupt nicht kritisch aus. Das ist die Morgendämmerung der Totholzkäfer!“

Ohne Totholz keine Käfer.

Adventskalender – 9. Dezember

Könnte es sein, dass es ein Fehler ist, die toten Fichten abzuräumen und große freie Flächen ohne jeden Schatten zu schaffen?

„Rund 25 Prozent der neugepflanzten Bäume im Kottenforst sind wieder abgestorben. Gerade auf den großen Freiflächen stehen die jungen Bäume in den ersten Jahren nahezu ungeschützt in Sonne. Wenn es dann hohe Temperaturen mit starker Trockenheit gibt, ist das purer Stress für die Bäume.“ 

Klaus Striepen, Landesbetrieb Wald und Holz NRW1Aufforstung in Deutschland: Gelingt der Umbau der Wälder? National Geographic vom 14.4.2022

Adventskalender – 8. Dezember

Könnte es sein, dass der Wald im Sauerland um das Jahr 1100 nicht so aussah wie im Foto oben?

„Die warmen und trockenen Phasen zwischen dem 8. und 14. Jahrhundert bescherten Europa eine goldene Zeit. […] Die Ernten fielen reich aus, die Wirtschaft wuchs, und weite Teile Europas profitierten von einer deutlichen Verbesserung des Klimas. Die mittelalterliche Warmzeit 1965 prägte der britische Klimatologe Hubert H. Lamb, einer der führenden Klimahistoriker, den Begriff der „mittelalterlichen Warmzeit“ – auch bekannt als Mittelalterliche Klimaperiode, Mittelalterliche Klimaanomalie oder Klimaoptimum. Aus einer Fülle von dokumentarischen Quellen und geologischen Daten entwickelte Lamb Indizien für die Sommerfeuchte und die Winterstrenge und kam zu dem Schluss, dass die nördliche Hemisphäre zwischen dem 8. und frühen 14. Jahrhundert eine Klimaperiode durchmachte, die durch steigende Mitteltemperaturen gekennzeichnet war. […] Experten datieren den Höhepunkt der Periode um das Jahr 1100, die günstigen Bedingungen führten zu besseren Lebensbedingungen.“1Klimawandel im Mittelalter: Vom Wärmeoptimum in die Kaltzeit, National Geographic vom 19.9.2022, Hervorhebungen von F.-J. A.