Die Jungs müssen sich gestritten haben wie die Kesselflicker. Auf dem Workshop zum Waldumbau im Nationalpark Harz im Mai 2005 muss es hoch hergegangen sein. Es herrschte offenbar überhaupt keine Einigkeit darüber, mit welchen „Entwicklungsmaßnahmen“ man die Fichtenforste in „naturnahe Mischwälder“ umbauen kann und ob man das überhaupt soll. Weiterlesen
Kategoriearchiv: Nationalparks
Großkahlschlag im NP Harz nahe der Ernstburg
Peter A. Schmidt, Waldentwicklung in Nationalparken unter dem Aspekt natürlicher Dynamik in Fichtenwäldern und in künstlich begründeten Fichtenbeständen, in: Waldynamik und Waldumbau in den Entwicklungszonen des Nationalparks Harz (Tagungsband), 2007, S. 38:
„Ein großräumiger Waldumbau mit wirtschaftsbestimmter Nutzung von Naturressourcen ist nicht akzeptabel, denn dies bedeutet … die Täuschung der Öffentlichkeit, da die Besucher mit einer bestimmten Erwartungshaltung den Nationalpark aufsuchen und forstliche Maßnahmen nicht nur Erklärungsbedarf fordern, sondern dem versprochenen und propagierten Naturerlebnis zuwider laufen.“
Großkahlschlag im NP Harz im Kleinen Sandtal
Großkahlschläge am Heimbach im Nationalpark Eifel
Eigentlich wollte ich nicht mehr über Kahlschläge im NP Eifel schreiben. Aber dann bin ich am Samstag auf die 10 ha großen Kahlschläge am Heimbach, einem winzigen Rinnsal ganz im Norden des Kermeters, gestolpert.
Und ich frage mich ernsthaft: Bin ich eigentlich der Einzige, der so etwas zum Erbrechen findet? Weiß vielleicht niemand davon? Schließlich haben die Kahlhiebe abseits der großen Wanderrouten stattgefunden – unmittelbar an der Nordgrenze des Parks. Und es gibt darüber keine Berichte – weder auf der Homepage des Nationalparks, noch in dessen Jahresberichten, noch in den Zeitungen, noch auf der Homepage des LIFE+-Projekts „Wald Wasser Wildnis„. Nichts. Die Kahlschläge am Heimbach fanden still und heimlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das folgende Panoramafoto ist 5,6 MB groß. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Foto und wählen dann „Link in neuem Fenster öffnen“. Dann öffnet sich das Panorama. Klicken Sie mit der Lupe auf das Bild und scrollen Sie mit den vertikalen und horizontalen Bildlaufleisten in dem Panorama herum:
Ich analysiere die Kahlschläge mit Hilfe des forstwirtschaftlichen Standardlehrbuchs „Waldbau auf ökologischer Grundlage“ von Röhrig, Bartsch und Lüpke. Das Buch selbst ist nicht unproblematisch, denn Förster haben ein sehr spezielles Verständnis von Ökologie. Hier der Link zu meiner Analyse: Kahlschläge am Heimbach.
P.S.: Falls es doch irgendwelche Infos über die Kahlschläge am Heimbach im Netz gibt, bitte lassen Sie es mich wissen!
Naturwaldzelle Schäferheld – ein 170 Jahre alter Buchenwald
Ich habe einen Bericht über den 170 Jahre alten Buchenwald in der Naturwaldzelle Schäferheld geschrieben. Der Buchenwald, der zu den Juwelen des Nationalparks Eifel zählt, wird seit 40 Jahren nicht mehr bewirtschaftet und steht unter Prozessschutz. Neben Hinweisen zur Geschichte des Waldes und zu seinen Besonderheiten zeige ich Ihnen hochauflösende Panoramafotos und beschreibe mit Hilfe einer Arbeit von Klaus Striepen ausführlich das Problem, dass zu hohe Wildbestände die natürliche Verjüngung des Walds verhindern: Schäferheld in der Eifel
Gleichzeitig veröffentliche ich eine Arbeit über Totholzkäfer in der Naturwaldzelle Schäferheld. Ich zeige Ihnen Bilder der etwas bekannteren Totholzkäferarten und beschreibe kurz ihre Lebensweise. Außerdem stelle ich Ihnen die absoluten Raritäten vor, die Frank Köhler, einer der führenden Käferexperten Deutschlands, dort gefunden hat. Ich bedanke mich bei den vielen vielen Hobbyfotografen, die so freundlich waren, mir ihre Fotos zur Verfügung zu stellen. Ein herzliches Dankeschön geht an Boris Loboda, Kirill Makarov und Maxim Smirnov aus Russland!
Mycetophagus multipunctatus, Foto: Maxim Smirnov, Ivánovo, Russland

