123 € Bußgeld für Schneelochstieg

Für meine Expeditionen ins Schneeloch im Nationalpark Harz wurde ich von der Verwaltung zu 123 € Bußgeld verdonnert. Lesen Sie hier meinen Bericht zu den rechtlichen Hintergründen: 123 € Bußgeld für Schneelochstieg.

Fichtenforst in der Zerfallsphase am Schneelochstieg

Intelligenter hat es die Bürgerbewegung im Nationalpark Bayerischer Wald angestellt: Gleich eine ganze Hundertschaft hatte am 5. September 2010 vorsätzlich das Recht gebrochen, als sie im Beisein von Presse, Funk und Fernsehen 500 Fichten auf einem Kahlschlag anpflanzte. Nationalparkchef Karl-Friedrich Sinner lies den demonstrativen Rechtsbruch ungestraft. Hier geht es zu meinem Bericht über diesen Schildbürgerstreich: Pflanzaktion der Bürgerbewegung.

Massentourismus am Brocken

Am vergangenen Samstag bin ich über das Eckerloch zum Brocken gewandert. Der Massentourismus auf dem Eckerlochstieg und auf der Brockenstraße hat mich erzürnt. Ich verarbeite meinen Zorn in einem Aufsatz. Dabei dokumentiere ich nicht nur meine deprimierenden Erfahrungen, sondern kritisiere auch eine aktuelle Diplomarbeit von J. Ahrend. Er stellt der Nationalparkverwaltung einen Persilschein aus: Umfragen würden belegen, dass trotz jährlich 1,2 Millionen Besuchern am Brocken und sogar 2 Millionen am Torfhaus ein „ungestörtes Naturerlebnis“ garantiert sei. Hier geht es zu meinem Aufsatz: Massentourismus am Brocken.

stockender Verkehr und Stau auf dem Eckerlochstieg

Aus dem Schulbuch #3

„Nationalpark:

  • Großschutzgebiet mit möglichst ungestörtem Ablauf der Naturvorgänge, unterliegt seiner eigenen Dynamik
  • Nutzungseinschränkungen: möglichst keine menschlichen Eingriffe“ ((M. Ebel, A. Erdmann, U. Erdmann, O. Müller, J. Reichel (Hg.), Ökologie – Grüne Reihe, Materialien S II, Schroedel Verlag, Braunschweig 2013, S. 169, Hervorhebungen von mir))

Im Nationalpark Harz werden auf 11.777 von 24.731 ha (48 % der Gesamtfläche) die Naturvorgänge durch menschliche Eingriffe gestört. ((Tätigkeitsbericht 2014, S. 29))

Kahlschlag in der Borkenkäfer-Sicherheitszone nordwestlich der Plessenburg

 

Borkenkäferschutzzone im Nationalpark Harz

Das Foto zeigt den Meineberg südlich von Ilsenburg im Januar 2015. Der Berg liegt in der Borkenkäfer-Sicherheitszone. Die Fichtenwälder des Meinebergs wurden 2007 und 2008 zum Schutz der angrenzenden Wälder kahlgeschlagen. ((siehe Gebietsgliederung des Nationalparks Harz))

„Hier in den Randbereichen trägt der Nationalpark aber auch eine Verantwortung gegenüber seinen Nachbarn, deren Auftrag die Erzeugung von Holz als wichtigstem nachwachsendem Rohstoff ist. Diese Bestände bedürfen des Schutzes.“ ((Zitat von der am Meineberg aufgestellten Lehrtafel „Auf den Spuren des Borkenkäfers“))

Der Nachbar ist das Revier Wernigerode des Forstbetriebs Oberharz des Landesforstbetriebs Sachsen-Anhalt. Schutzbedürftig sind dessen Fichtenforste. Die Rohstofferzeugung erfolgt ebenfalls im Kahlschlagverfahren:

Planmäßiger Abtrieb eines Fichtenforsts durch Bernhard Wolff, Leiter des Reviers Wernigerode, im Januar 2015 nordöstlich der Plessenburg