Vor kurzem bin ich mit meiner Frau den Winterwanderweg zum Lusen gegangen. Ich dokumentiere diese Wanderung mit zahlreichen hochauflösenden Fotos. Was dabei wirklich sensationell ist: Der junge Bergfichtenwald an den Lusenhängen zeigt bereits jetzt viele Merkmale eines Urwalds. Der amerikanische Ökologe Daniel Donato hat die Hypothese aufgestellt, dass nicht nur alte, sondern auch junge Wälder typische Urwaldmerkmale haben können. Hier geht es zu meinem Bericht: Winterwanderweg zum Lusen.
Kategoriearchiv: Nationalparks
Stoiber und der WWF
Im Februar 1999 protestiert auch Carl-Albrecht von Treuenfels, Präsident des WWF-Deutschlands, bei Edmund Stoiber gegen die Borkenkäferbekämpfung im NLP Bayerischer Wald. Ich dokumentiere die Antwort des Ministerpräsidenten. Stoiber zieht alle Register der Meinungsmache und lässt sich im Eifer des Gefechts zu Stilblüten wie diesen hinreißen:
„Die Nationalparkverwaltung ist […] stets bemüht, den Waldboden […] so weit wie möglich zu schonen.“
Brisant ist an der Antwort, dass zur gleichen Zeit Hartmut Jungius, WWF-Experte für Nationalparkfragen, gegen die Borkenkäferbekämpfung protestiert und sie für unvereinbar mit den IUCN-Richtlinien erklärt: WWF zur Borkenkäferbekämpfung 1999.
Kerngebiet Klosterfilz im Sommer 1998: Hackmaschine mitten im MoorBUND zur Borkenkäferbekämpfung im NLP Bayerischer Wald 1998
Im Dezember 1998 protestiert der BUND gegen die Borkenkäferbekämpfung im NLP Bayerischen Wald. Ich veröffentliche einen Brief, den die Vorsitzende Dr. Angelika Zahrnt an Ministerpräsident Stoiber geschrieben hat, und eine Presseerklärung mit sechs Forderungen. Beide Texte haben auch 17 Jahre später nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Keine der Forderungen wurde erfüllt: BUND zur Borkenkäferbekämpfung im NLP Bayerischer Wald.
Experten gegen Kahlschläge im Nationalpark Harz
Im Mai 2005 fand im Nationalpark Harz ein Workshop statt zum Thema „Waldumbau“. Der Workshop war hochkarätig mit Experten besetzt. Erst zwei Jahre später erschien der Tagungsband mit den Vorträgen. Er ist nicht online, sondern muss umständlich bestellt werden. ((Nur das Vorwort gibt es zum Download.)) Ich denke, dass dahinter Absicht steht: Den Bericht sollen möglichst wenig Menschen lesen. Denn viele Experten üben mehr oder weniger offen Kritik an der Nationalparkverwaltung. Und in einem Punkt herrschte Einigkeit: Keine Kahlschläge!
Kahlschläge im Nordosten des Nationalparks Harz, gelb ist dessen östliche Grenze eingezeichnet (Quelle: Sachsen-Anhalt-Viewer)
Ich stelle Ihnen die einzelnen Tagungsbeiträge mal mehr, mal weniger ausführlich vor und illustriere die Beiträge mit aktuellen Fotos von Kahlschlägen rund um die Plessenburg: Experten gegen Kahlschläge.
Großkahlschlag am Oderteich
Nach meinem Bericht über den Großkahlschlag am Heinrich-Heine-Weg dokumentiere ich nun einen zweiten Großkahlschlag. Ich bin auf ihn im Oktober 2014 gestoßen: Großkahlschlag am Oderteich.
Durch das Abräumen des Windwurfs hat die Nationalparkverwaltung die Büchse der Pandora geöffnet: Vergrasung, Verbiss, Wiederverfichtung. Besonders grotesk: Kaum war die letzte Fichte abtransportiert und die letzte Buche gepflanzt, wurde die geschundene Fläche zur Naturdynamikzone erklärt.