Ausgestorben

Es gibt Artikel, um die ich mich drücke. So war es mit dem Artikel über Totholzkäfer im ukrainischen Buchenurwald von Uholka-Schyrokyj Luh. Monatelang habe ich mich gedrückt und den Artikel immer wieder auf die lange Bank geschoben. Das liegt zum einen daran, dass die Recherche unendlich mühselig ist: Es gibt keine Bücher über diese Totholzkäfer und ihre Lebensweise, es gibt keine Webseiten, es gibt keine Wikipedia-Artikel und die wenigen wissenschaftlichen Aufsätze sind auf Chinesisch geschrieben (siehe hier). Es gibt nicht einmal deutsche Namen für sie. Und nein, ich rede nicht über Totholzkäfer wie den Eremiten oder den Eichenbock. Das sind vergleichsweise Superstars des deutschen Naturschutzes. Ich rede über Käfer, die niemand kennt, Käfer wie Dacne notata:


Dacne notata, in Deutschland ausgestorben

Es gibt einen zweiten Grund, warum ich mich so lange gedrückt habe. Und das ist auch der Grund, warum diese Käfer so unbekannt sind. Die Käfer, die es in Uholka in der Ukraine noch gibt, sind in Deutschland fast alle ausgestorben oder kurz davor. Ich habe mich mit Toten beschäftigt. Lesen Sie hier meinen Artikel: Totholzkäfer in Uholka-Schyrokyj Luh.

Veröffentlicht unter Uholka

Hilferuf an Dr. Lachat

Dr. Thibault Lachat ist Forstwissenschaftler an der Berner Fachhochschule. Mein Verhältnis zu Wissenschaftlern ist ja in letzter Zeit etwas angespannt (siehe hier und hier). Aber Lachat gehört zu den Guten! (siehe hier) Nichtsdestotrotz verstehe ich von seinen wissenschaftlichen Aufsätzen immer nur die Einleitung ganz am Anfang und die Diskussion ganz am Schluss. Sonst nichts. Im übrigen Teil könnte Lachat ebenso gut die Schwedische Nationalhymne zitieren. (siehe Varoufakis: „Ich hätte auch die schwedische Hymne singen können“)

Deshalb habe ich einen Hilferuf an Dr. Lachat geschrieben: Offener Brief an Thibault Lachat.

Monatelange Sperrung des Weserbergland-Wegs

Wer zur Zeit die Homepage des Weserbergland-Wegs aufruft, wird überrascht sein: 7 von 13 Etappen sind gesperrt. Vollsperrung. Keine Umleitung. 

Der Snapshot der Homepage zeigt es im Hintergrund: Große Teile des Weserberglands sind von naturfernen Fichtenplantagen bedeckt. Und die hat Orkan Friederike umgeworfen.

Ich habe die Einnahmeausfälle für den Tourismus geschätzt und einen Brief an die Geschäftsführerin des Weserbergland-Tourismus geschrieben. Außerdem zeige ich hässliche Fotos ratzekahl abgeräumter Sturmwürfe. Hier geht es zu meinem Artikel: Monatelange Sperrung von 7 Etappen des Weserbergland-Wegs wegen Sturmschäden.

Antwort von Dr. Böttcher zu Waldvision

Ende März hatte ich zugegeben, dass ich bei der Studie „Waldvision“ des Freiburger Öko-Instituts kläglich gescheitert bin: Ich verstehe die Studie „Waldvision“ nicht!

Auf meinen Hilferuf hat mir Studienleiter Dr. Böttcher geantwortet. Aber immer noch  verstehe ich nur Bahnhof. Deshalb rufe ich erneut laut um Hilfe und wende mich an Böttchers Vertretung Dr. Hennenberg. Lesen Sie hier die Antwort von Dr. Böttcher und meinen zweiten Hilferuf: Antwort von Dr. Böttcher am 6.5.2018.

Über die ökonomische Dummheit von Biologie-Professoren – Teil 2

Prof. Steidle kritisiert: dass „wir alle gerne billige Lebensmittel kaufen wollen“ und fordert „viel mehr Geld“ für Bio-Produkte auszugeben. Offenbar kann er sich als sehr gut verdienender Universitätsprofessor nicht vorstellen, dass die Unter- und auch weite Teile der Mittelschicht nicht „viel mehr Geld“ für Bio-Lebensmittel ausgeben können. Leider steht niemand im Publikum auf und ruft empört: „Herr Professor, ich kann mir keine teuren Bio-Produkte leisten!“

Steidle gerät in gefährliche Nähe zu den Lifestyle-Ökos und LOHAS, die Kathrin Hartmann so trefflich kritisiert.

Flickr - boellstiftung - Kathrin Hartmann, Autorin.jpg
By Heinrich Böll Stiftung from Berlin, Deutschland – Kathrin Hartmann, Autorin, CC BY-SA 2.0, Link

Lesen Sie hier den zweiten Teil meines Artikels: Über die ökonomische Dummheit von Biologie-Professoren.