Die Stromschnellen im Buchenurwald von Uholka

Ganz in der Nähe des Hotels Silberparadies gibt es im Urwald Stromschnellen des Flusses Welyka Uholka. Sie sind sehr eindrucksvoll und ich kenne in Deutschland nichts vergleichbares. Ich beschreibe den Wanderweg und zeige hochauflösende Fotos.

Zum Schluss meines Artikels entwerfe ich eine Dystopie und überlege, wie man solche Stromschnellen in Deutschland touristisch ausschlachten würde: Die Stromschnellen von Welyka Uholka.

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Der Buchenurwald Uholka, die Totholzkäfer und ich

Ende Mai ist ein neuer wissenschaftlicher Sammelband über Totholzkäfer erschienen: Saproxylic Insects. Führende Experten aus aller Welt haben Aufsätze beigesteuert. Das 17. Kapitel schreiben Thibault Lachat und Jörg Müller: Die Bedeutung von Urwäldern für die Erhaltung der Totholzinsekten. ((Übersetzung von F.-J. A.; Das Kapitel wurde mir freundlicherweise von Prof. Dr. Müller als PDF-Datei kostenlos zur Verfügung gestellt.)) In diesem vorzüglichen Kapitel lesen wir:

„Die verbliebenen Urwälder dienen [..] als Zuflucht für diejenigen Totholzarten, die in bewirtschafteten Wäldern wegen ihrer hohen ökologischen Bedürfnisse nicht überleben können. In diesem Kapitel beschreiben wir sechs Eigenschaften von Urwäldern, die wichtig für Totholzinsekten sind und die diese Wälder wesentlich von Wirtschaftswäldern unterscheiden; nämlich die Abwesenheit von Habitatfragmentierung, Habitatkontinuität, natürliche Störungen, Totholzmenge und -qualität, Baumartenzusammensetzung und Habitatbäume.“ ((S. 581, Übersetzung von F.-J. A.))

An einer Stelle möchte ich Lachat und Müller widersprechen. Es sind keine „hohen“ Bedürfnisse, die die Insekten haben. Es sind normale Bedürfnisse. Und ich habe ganz ähnliche Bedürfnisse, wenn ich in einen Wald gehe, um mich zu entspannen und zu erholen und mich an seiner Schönheit zu erfreuen. Auch für mich war der Urwald von Uholka eine „Zuflucht“.

Lesen Sie hier das letzte Kapitel meiner Wanderung durch den Buchenurwald von Uholka: Vom Riesenfelsen zurück zur Weggabelung.

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Wie schützt man Urwaldrelikt-Arten?

Von den 20 Urwaldrelikt-Arten des Buchenurwalds von Uholka-Schyrokyj Luh in der Ukraine sind schon 7 in Deutschland ausgestorben. Die übrigen 13 stehen alle auf der Roten Liste. In der Fortsetzung meines Artikels über die Totholzkäfer in Uholka-Schyrokyj Luh widme ich mich ausführlich der Frage, wie man diese 13 vor dem Aussterben bewahren und schützen könnte.Ungleicher Furchenwalzkäfer
Ungleicher Furchenwalzkäfer (Rhysodes sulcatus) – eine der in Deutschland und fast allen europäischen Ländern ausgestorbenen Urwaldrelikt-Arten, die es in Uholka-Schyrokyj Luh noch gibt (Von SigaEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link)

Dabei stoße ich auf viele Wissenschaftler, die sehr nachdenklich sind und klipp und klar sagen, dass Urwaldrelikt-Arten in bewirtschafteten Wäldern nicht geschützt werden können und Schutzgebiete brauchen: u. v. a. Thibault Lachat, Martin M. Gossner und Jörg Müller. Das wirft ein düsteres Licht darauf, dass in Bayern gerade die Einrichtung eines dritten Nationalparks im Spessart, in dem es noch 13 Urwaldrelikt-Arten ((siehe Heinz Bußler, Hotspot-Gebiete xylobionter Urwaldreliktarten aus dem Reich der Käfer, LWF aktuell 76/210, S. 11)) gibt, gescheitert ist.

Lesen Sie hier: Wie schützt man Urwaldrelikt-Arten?

Antwort von Albrecht Müller

Der Herausgeber der NachDenkSeiten, Albrecht Müller, hat mir gestern sofort geantwortet. Seine Antwort hat mich sehr beeindruckt.

Albrecht Müller beim Pleisweiler Gespräch über Reichtum und Eliten am 30.7.2017

Offen und ehrlich gibt er zu, dass es „keine großen Differenzen“ zwischen ihm und mir gibt.

„Aber ich kann auch nicht ständig schreiben, wie erfolglos unsere Aufklärungsarbeit ist. Dann wäre die eigentlich richtige Konsequenz aufzuhören.“

Lesen Sie hier seine E-Mail: Antwort von Albrecht Müller.

Offener Brief an die NachDenkSeiten

Ich habe heute einen offenen Brief an die NachDenkSeiten geschrieben. Auslöser war die Berichterstattung über die Demonstration vor der Air Base Ramstein am 30.6.2018. In meinen Augen waren die Proteste ein deprimierender Misserfolg. Die Fotos täuschen eine hohe Teilnehmerzahl nur vor. Die Polizei spricht von nur 1.500 Demonstranten.

In meinem Blog geht es normalerweise um Wald und Forstwirtschaft und nicht um NATO und Drohnenkrieg. Aber meine Überlegungen zur Erfolglosigkeit der Friedensbewegung sind übertragbar auf die der Naturschutzbewegung. Zum Nationalparktag in Bamberg am 9.6.2018 kamen auch nur wenige Leute. Die Bilder gleichen sich. Lesen Sie hier meinen Leserbrief an die NachDenkSeiten:

Liebes NachDenkSeiten-Team!
Ich habe am Samstag den ganzen Tag die Berichterstattung über die Protestaktionen in Ramstein sehr aufmerksam und wie gebannt verfolgt. Persönlich teilnehmen konnte ich wegen meiner Schwerbehinderung nicht. RT-Deutsch, Sputnik und der SWR berichteten schon am Samstag mit Videos – und ich war zutiefst erschüttert und deprimiert über die geringe Teilnehmerzahl: 2.500 laut Veranstalter, sogar nur 1.500 laut Polizeiangaben. Ich nenne das einen Misserfolg. Weiterlesen