Grün-und-Gruga ist beleidigt

Am 12. Mai 2014 hatte ich dem Leiter der Abteilung Waldungen und Baumpflege bei Grün-und-Gruga Essen, Herrn Häring, einen Brief geschrieben und ihn um 2 Auskünfte gebeten:

  • Welcher Umsatzerlös wurde mit dem Verkauf der 6.366 m3 Holz erzielt, die im Wirtschaftsjahr 2014 eingeschlagen wurden?
  • Wie hoch waren die Personalkosten für Forstwirte, Forstrevierleiter und Forstverwaltungsbeamte, die mit dieser Holzernte verbunden waren?

Meine Vermutung ist, dass das Forstamt von Grün-und-Gruga notorisch defizitär ist. Wilhelm Bode hat ähnliches für den Landesbetrieb Wald-und-Holz festgestellt (siehe Das NRW-Bürgerwaldkonzept, S. 278 ff.). Ich hatte um eine Antwort bis zum 31. Mai 2014 gebeten.

Stattdessen erhalte ich am 28. Mai 2014 folgendes Schreiben vom obersten Chef, Herrn Schmidt-Knop. Er ist „beleidigt“ wegen der „billigen Polemik“ in meinem Beitrag Informationsveranstaltung mit Förstern. Weiterlesen

Michael Pricking (CDU) sorgt sich um die Bestandsverjüngung

Michael Pricking, CDU-Oberbürgermeisterkandidat in Bottrop, zur Zerstörung des Brinkmannswaldes:

„In der Vergangenheit wurde in diesem Waldstück leider versäumt, entsprechende Nachpflanzungsarbeiten zur Bestandsverjüngung … durchzuführen.  …  Bei einem gemeinsamen Ortstermin mit dem Forstamt wurde … die unzweifelhaft erforderliche Bestandsverjüngung erörtert. Aufgabe der Unteren Landschaftsbehörde muss es in den kommenden Jahren sein, die erforderliche Nachpflanzung und Bestandsverjüngung regelmäßig zu beobachten.“ (Hervorhebungen von mir)

Quelle: NABU-Bottrop, Antwortschreiben der CDU

Einleitung der unzweifelhaft erforderlichen Bestandsverjüngung

Johannes Bombeck und Markus Stamm von der ÖDP beklagen zu Recht:

Es gibt in Bottrop eine „de facto Große Koalition aus SPD und CDU, die immer wieder bewiesen hat, dass ihr wirtschaftliche Interessen … wichtiger sind als eine für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bürger unserer Stadt wichtige ökologisch ausgerichtete Politik.“ (Hervorhebungen von mir)

Quelle: Antwortschreiben der ÖDP

Der gläubige Herr Tischler

Stellen Sie sich vor, Ihr Sohnemann kommt nach Hause und erzählt ihnen, dass er heute im Chemieunterricht eine Doppelstunde lang im Internet surfen durfte. Der Lehrer sei reingekommen und habe gesagt, sie sollten mal im Internet nachschauen, was Innovation City bedeute. Dann habe er sich vorne hingesetzt und die ganze Doppelstunde selbst im Internet gesurft. Sie sind befremdet und rufen den Chemielehrer an. Der erzählt Ihnen, dass er die Schüler zu eigenverantwortlichem Lernen erziehen würde. Das selbstorganisierte Beschaffen von Informationen sei eine Kernkompetenz, die er entwickeln wolle. Das Surfen im Internet fördere den kritischen Umgang mit Medien. Glauben Sie dem Lehrer?

nachhaltige Waldbewirtschaftung im Becker-Wald in Bottrop

 

Jetzt stellen Sie sich vor, Sie sind Oberbürgermeister der Stadt Bottrop. Empörte Anwohner erzählen Ihnen von der skandalösen Abholzung von 250 alten Buchen im  Becker-Wald. Sie sind befremdet und rufen den verantwortlichen Förster an. Der erzählt Ihnen, dass er den Wald nachhaltig bewirtschafte. Er wolle seine Funktion im ökosystemaren Zusammenhang sicherstellen. So soll ein vielschichtiger, altersmäßig gestufter Waldbestand entstehen, der sich natürlich verjüngt und dauerhaft Bestand hat. Glauben Sie dem Förster?

Bernd Tischler (SPD) tut es.

Tischler

Zur Position Bernd Tischlers siehe seinen Brief an den NABU-Bottrop: SPD.pdf

 

„Kleine Kahlschläge“ – Frau Kehl klärt auf

Frau Kehl ist hauptamtliche Natur- und Landschaftsschützerin. Sie arbeitet im Dezernat 51 der Bezirksregierung Düsseldorf.

 

In einem Brief vom 6. Februar 2014 klärt sie die Bürgerin Roswitha Krause auf, die über die Baumfällungen von Grün-und-Gruga-Essen empört ist :

„Bei der forstwirtschaftlichen Betriebsart des Femelschlags werden im Wald unregelmäßig verteilte kleiner Parzellen festgelegt (Femelschläge). An diesen Stellen werden erst nur Gruppen von Bäumen gefällt. Dann werden nach und nach die Parzellen radial erweitert, bis zuletzt durch die Entfernung der letzten Altbäume zwischen den Parzellen eine geschlossene Fläche entsteht. Durch den langsam gesteigerten Lichteinfall unter dem Kronendach wird eine natürliche Verjüngung ermöglicht, so dass Bäume aller Altersstufen kleinflächig vermischt sind.

Diese Art der Bewirtschaftung hat den Vorteil, dass durch die kleinen Parzellen unterschiedlicher Altersstadien ein hoher Strukturreichtum auf kleinerem Raum gegeben ist. Die kleinen Kahlschlagsflächen mit Naturverjüngung und auch die sich ausbildenden Übergangsbereiche (Säume) können Ersatzhabitate für selten gewordene (Tier-) Arten sein, die an diese relativ seltenen Saumbiotope und an Biotope jüngerer Sukzessionsstadien angepasst sind.“

An der Graf-Zeppelin-Straße in Essen-Kettwig hat Forstrevierleiter Wuttke die kleine Parzelle, in der er im März 2013 eine Gruppe von alten Buchen gefällt hatte, in vorbildlicher Weise radial erweitert.

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