Schneelochweg zum Brocken

Der Schneelochweg ist einer der ältesten Wanderwege am Brocken. Schon Heinrich Heine ist über diesen Weg am 21. September 1824 vom Brocken nach Ilsenburg abgestiegen. Der Weg vermittelt im oberen Teil sensationelle Einblicke in den Brockenurwald:

 

Im unteren Teil wandert man durch völlig zusammengebrochene Fichtenforste. Auch deren Anblick ist spektakulär:

 

Leider hat dieser atemberaubende Weg zwei Nachteile:

  1. Der Schneelochweg ist seit 1960 gesperrt: erst durch die DDR-Grenztruppen, danach durch die Nationalparkverwaltung.
  2. Wenn man vom nur noch sehr schwer erkennbaren Weg abkommt und sich verirrt, wird es zwischen den Granitblockfeldern, den umgeworfenen Fichten und den Hangmooren sehr schnell lebensgefährlich.

Lesen Sie hier meinen ausführlichen Bericht über einen der großartigsten Wanderwege Deutschlands: Schneelochweg zum Brocken.

Ich bin den Schneelochweg mittlerweile dreimal gegangen. Hier mein erster Expeditionsbericht: Der Schneelochweg im Winter.

Nationalpark La Gomera: Kein Prozessschutz nach dem Feuer

Aus dem Artikel „Gomera nach dem Feuer“ in der Süddeutschen Zeitung vom 4. August 2014:

Im Gebiet El Infante … war das Feuer besonders intensiv und wütete in einem Bestand, in dem alte Exemplare der Baumheide vorherrschten, die meisten mindestens 100 Jahre alt. „Ich hatte erwartet, dass auch diese Bäume wieder austreiben, aber bei vielen war dies … leider nicht der Fall“, sagt Ángel Fernández.

Deshalb ist der Parkdirektor in diesen Gebieten dazu übergegangen, der Erholung des Waldes auf die Sprünge zu helfen.  15 000 Bäume haben seine Nationalparkmitarbeiter im vergangenen Herbst gepflanzt. Im nächsten Herbst sollen noch einmal 25 000 Exemplare dazukommen. Eigentlich ist er ein Verfechter der Idee, die Natur sich selbst zu überlassen. „Irgendwann würde sich der Wald auch von alleine erholen, doch auf diese Weise ersparen wir der Natur viel Zeit, und das heißt bei einem Wald: Jahrzehnte. Gleichzeitig tragen wir durch die Anpflanzung von dichter belaubten Bäumen und der damit verbundenen Ausdünnung der leichter brennbaren Baumheide dazu bei, dass der künftige Wald weniger feueranfällig ist“, sagt Ángel Fernández.

Nationalparkleiter Fernández ist wie seine deutschen Kollegen Walter, Pusch und Leibl ein großer Anhänger der Prozessschutzidee („Natur Natur sein lassen!“) – in Sonntagsreden und in Werbebroschüren. Weiterlesen

Kahlschläge am Bergerbach im Nationalpark Eifel – Update

Im Juni 2014 habe ich noch einmal die Fichtenkahlschläge am Bergerbach im Nationalpark Eifel besucht. Der Bergerbach, um dessen Renaturierung es laut Nationalparkverwaltung angeblich geht, war ausgetrocknet. Der Fingerhut stand in voller Blüte. Auf den schon etwas älteren Kahlschlägen entwickeln sich eintönige, artenarme Sandbirken– statt der versprochenen Auenwälder. Außerdem zeige ich mit Hilfe von Satellitenbildern, wie sich die Kahlschläge seit Nationalparkgründung ähnlich einem Krebsgeschwür ausgedehnt haben.

Hier geht es zum Artikel: Kahlschläge am Bergerbach – Update.

Umweltmagazin „Unkraut“ berichtet über neue Bürgerinitiative im Steigerwald

Am 28.7.2014 berichtete das Umweltmagazin „Unkraut“ des Bayerischen Rundfunkts über die neue Bürgerinitiative von Nationalparkbefürwortern im Steigerwald, den Verein Nationalpark Nordsteigerwald.

 

 

Bettina Dietrich räumt in ihrer Reportage u. a. mit drei Vorturteilen über den Nationalpark auf (siehe Textbeitrag zum Film):

  1. Kleine Sägewerke im Steigerwald wie das von Familie Jäger in Wustviel beziehen zwei Drittel ihres Holzes aus Kommunal- und Privatwäldern. Diese Wälder sind von einem zukünftigen Nationalpark aber gar nicht betroffen. Hinzugefügt sei von mir, dass die viel größere Bedrohung der kleinen Sägewerke vom nur 135 km entfernten Pollmeier-Sägewerk in Aschaffenburg ausgeht. Es handelt sich um das modernste und leistungsfähigste Buchensägewerk Europas.
  2. Brennholzmangel entsteht nicht durch die Einrichtung eines Nationalparks, sondern durch die Bevorzugung gewerblicher Abnehmer durch die Forstämter. Dadurch steht für private Abnehmer vor Ort weniger zur Verfügung.
  3. Trotz des Biotopbaumkonzept des Forstamts Ebrach werden weiterhin 200jährige Methusalembuchen gefällt.

 

 

Kritik an der Forstwirtschaft im Steigerwald

Auch das ist der Steigerwald. Der Naturwanderführer „Unterwegs zum Nationalpark Steigerwald“ des Bundes für Naturschutz in Bayern formuliert es sehr diplomatisch: „In der Abteilung Brunnstube und in der nördlich angrenzenden Abteilung Störleinsgrund treffen wir auf junge Laubwälder, die nach dem früher typischen Verjüngungsverfahren entstanden sind. Alte Bäume und Biotopbäume wurden damals auf großer Fläche in einem Zug gefällt, also im Kahlschlag entnommen.“ (S. 9, Hervorhebungen von mir) Am liebsten würde der Wanderführer das Wort „Kahlschlag“ im Zusammenhang mit dem Steigerwald wohl ganz vermeiden. Und auch der Ausdruck „junge Laubwälder“ beschönigt die triste Wirklichkeit: Es sind sehr artenarme Buchenstangenforste, die dem Wanderer immer wieder im Steigerwald begegnen. Wie heißt es an anderer Stelle so treffend: Wir „treffen auf Reste eines alten Buchenwaldes, wie er im Steigerwald nicht mehr oft vorkommt“ (S. 49, Hervorhebungen von mir).

Ich glaube, die Befürworter des Nationalparks Steigerwald tun sich keinen Gefallen damit, wenn sie beschönigen, was die Forstwirtschaft dem Steigerwald in der Vergangenheit an Wunden geschlagen hat und noch immer schlägt. Die Lobeshymnen auf die angeblich so „nachhaltige“ und „vorbildliche“ und „naturnahe“ Waldpflege des Forstamt Ebrach durch die CSU und die Freien Wähler im bayerischen Landtag vom 4.6.2014 waren unangebracht.

Am Beispiel der Buchenwälder in der Nähe von Fabrikschleichach habe ich mit vielen Fotos die real praktizierte Forstwirtschaft des Forstamts Ebrach kritisiert: Forstwirtschaft nahe Fabrikschleichach.