Riesenkahlschlag am Rindelloch

Ich habe den dritten Teil meiner Tetralogie fertiggestellt: Riesenkahlschlag am Rindelloch.

Entwicklungszone 2 b am Rindelloch

 

Ich analysiere eine Vielzahl von erschütternden Fotos, die bislang so weder im Fernsehen noch in Zeitungen zu sehen waren. Ich kontrastiere die Fotos mit offiziellen Verlautbarungen der Nationalparkverwaltung und der bayerischen Umweltministerin. Im letzten Teil nenne ich die Namen von Verantwortlichen und diskutiere die Frage ihrer individuellen Schuld. Ex-Nationalparkchef Sinner wäre vermutlich „sehr nachdenklich und besorgt“ angesichts meiner „Negativ-Werbung“. Allerdings beklage ich nicht wie „Einzelne in der Region … in nicht abreißen wollenden Leserbriefen“ die „Totholzwüsten“. ((Sinner in einer Pressemitteilung vom 18.12.2008)) Ich beklage ihr Fehlen.

Nationalpark: SPD sammelt Material gegen Befürworter

Die SPD ist eine sehr verwirrte Partei: Nicht nur, dass ihr Vorsitzender sich zum Pressesprecher des Arbeitgeberverbands macht und der Lokführergewerkschaft GDL einen „Missbrauch des Streikrechts“ vorwirft. Nein, in Bayern sammelten die zwei SPD-Landtagsabgeordneten Johanna Werner-Muggendorfer und Ruth Müller Material gegen Befürworter des Nationalparks. Im Visier der Spionage steht z. B. Jens Schlüter, Geschäftsführer der Kreisgruppe Regen des Bund Naturschutz und Autor der kritischen Webseite Waidlerherz. Ich dokumentiere diesen Skandal, der außerhalb Bayern bislang nicht bekannt ist, mithilfe eines Artikels aus der Passauer Neuen Presse vom 18. Oktober 2014:

Nationalpark: SPD sammelt Material gegen Befürworter

Entwicklungszone 2 b: Rindelloch

Das Rindelloch im Nationalpark Bayerischer Wald gehört zur „Entwicklungszone 2 b“:

Rindelloch Panorama

Ich zitiere aus dem Anlagenband „Walderhaltungs- und Waldpflegemaßnahmen“ zum Nationalparkplan Seite 15:

„Die erforderliche Borkenkäferbekämpfung in den Zonen 2, 3 und 4 muss wirkungsvoll und naturschonend durchgeführt werden. So ist der Einsatz von Insektiziden ausgeschlossen. In den ausreichend erschlossenen Wäldern sind bei größerem Holzanfall der Einschlag der befallenen Bäume und der anschließende Abtransport aus dem Wald die Regel. Sofern aus Waldschutzgründen und vom Arbeitsumfang her vertretbar, sollen befallene Bäume lediglich gefällt und von Hand entrindet, jedoch nicht abgefahren werden. Falls erforderlich soll die Rinde verbrannt werden.“

Die Bayerischen Staatsforsten demonstrieren, wer im Nationalpark das Sagen hat.

„Wir müssen den Käfer fressen lassen!“

Zu dieser Überzeugung gelangte Hans Bibelriether, Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, in den 80er Jahren. Er wollte „Natur Natur sein lassen“. Der damalige Forstminister Hans Eisenmann hielt ihm den Rücken frei: Er wünschte sich einen „Urwald für unsere Kinder und Kindeskinder“. Als der Borkenkäfer dann in den 90er Jahren 35 km2 Fichtenwald im Nationalpark auffraß, kochte die Volksseele: Bibelriether hätten viele am liebsten gelyncht. Immer noch wollen 60 % der Einheimischen den Borkenkäfer „mit allen Mitteln“ bekämpfen. ((Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald (Hg.), Die Akzeptanz des Nationalparks Bayerischer Wald bei der lokalen Bevölkerung, 2008, S. 9)) Das gesunde Volksempfinden stört sich am „Saustall“ und „Chaos“ ((ebd., S. 20)) im „Nazi-Analpark“. ((Horst Stern, Unter neuen Bäumen wächst neuer Wald, in: Spiegel 31/1996, S. 140))

 

Collage von Zeitungsausschnitten im Besucherzentrum Hans-Eisenmann-Haus

Angeregt durch die Radiosendung „Erlebte Geschichten“ mit Hans Bibelriether habe ich mich intensiv mit dem Fichtensterben im Nationalpark befasst. Ich habe viele wissenschaftliche Studien und Zeitungsartikel dazu gelesen und mich im Hans-Eisenmann-Haus informiert. Die Zusammenfassung meiner Recherchen finden Sie hier: Das Fichtensterben am Lusen

Gutachten von Norbert Panek zum Steigerwald

Im Internet ist ein bislang unveröffentlichtes Gutachten von Norbert Panek aus dem Jahr 2010 aufgetaucht. Panek vergleicht darin ausführlich das Naturschutzkonzept des Forstamts Ebrach mit dem Vorschlag des Bund Naturschutz in Bayern zur Einrichtung eines Nationalparks.

Hier der Link zum Gutachten: Gutachten von Norbert Panek zum Steigerwald.

Georg Sperber, Forstdirektor im Unruhestand, mit Exkursionsteilnehmerin im Naturwaldreservat Brunnstube