Brennholz: AGR protestiert gegen Brennholzboom

Raten Sie einmal, von wem das folgende Zitat stammt:

„Der Gesamtbestand an Holzheizungen in deutschen Privathaushalten liegt […] bei rund 15 Millionen Anlagen. Mehr als jeder vierte deutsche Haushalt nutzt Scheitholz, Hackschnitzel oder Holzpellets zum Heizen. Viele davon sind sogenannte ‚Gelegenheitsbrenner‘. […] Würden alle 15 Millionen Haushalte, die bereits heute einen Holzofen besitzen, ausschließlich mit Holz heizen, entstünde ein Bedarf von schätzungsweise bis zu 300 Millionen Kubikmetern Holz – das Vierfache des jährlich nutzbaren Waldholzes. […] Die Kapazitätsgrenze des in Deutschland verfügbaren Holzes ist erreicht.“

Martin Kaiser von Greenpeace? Ralf Straußberger vom BN? Johannes Enssle vom NABU? Weiterlesen

Brennholz: Anteil am Primärenergieverbrauch bei 3 %

Informationscontainer am 14. September 2014 auf dem Regionalen Waldbesitzertag im Steigerwald ((Das Foto ist keine satirische Bildmanipulation. Der Container stand nur wenige hundert Meter entfernt vom Kettensägenmuseum.))

Wenn der Förster Ihnen beim nächsten Mal erklärt, die alten Buchen hätten gefällt werden müssen, weil sie den wertvollen Rohstoff Brennholz liefern und dies einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leiste, dann fragen Sie ihn doch einmal, ob er wisse, wie hoch der Anteil von Brennholz am Primärenergieverbrauch in Deutschland ist. Dann fängt das Gestotter an. Weiterlesen

Spaziergang zur dicksten Buche im Steigerwald

Ich werde mich zur Aufhebung des Geschützten Landschaftsbestandteils „Der Hohe Buchene Wald im Ebracher Forst“ durch die Regierung in Oberfranken zum 1. September 2015 nicht äußern. Ich riskiere sonst gleich mehrere Anzeigen wegen Beleidigung nach § 185 StGB und außerdem ein Disziplinarverfahren wegen Verstoßes gegen die außerdienstliche Wohlverhaltenspflicht nach § 34 Satz 3 BeamtStG. Als Beamter verkneife ich mir jeglichen Kommentar zur Annullierung des Schutzgebietes, denn ich möchte kein Dienstvergehen im Sinne des § 47 Abs. 1 Satz 2 BeamtStG begehen.

Stattdessen verweise ich auf die von Ulla Reck akribisch gesammelten Zeitungsartikel zum Nationalpark Steigerwald, auf die Webseite des Vereins Nationalpark Nordsteigerwald und dessen Facebook-Seite. Außerdem möchte ich die viel zu wenig bekannte Facebook-Seite Mein Steigerwald empfehlen, die die Holzeinschläge des Ebracher Forstamts dokumentiert.

Ich möchte über etwas Schönes schreiben. Der Bund Naturschutz in Bayern hat 2012 einen sehr empfehlenswerten Naturwanderführer für den Steigerwald herausgegeben. Leider fehlt darin eine Tour zu einer der Hauptattraktionen des Steigerwalds: nämlich zur dicksten Buche im Steigerwald. Diese Lücke möchte ich füllen. Im August 2014 führte Georg Sperber meine Bekannte Silvia Roelcke und mich zu diesem sehenswerten, über 300 Jahre alten Buchengiganten und erzählte uns vieles über die Geschichte des Winkelhofer Forsts, in dem er steht. Lesen Sie hier meinen ausführlichen Bericht mit zahlreichen hochauflösenden Fotos: Spaziergang zur dicksten Buche im Steigerwald.

Georg Sperber und ich an der Buchenmatrone

Wäre es nach seinen Vorgesetzten gegangen – der junge Forstamtsleiter Sperber hätte die Buche Anfang der 70er Jahre eigentlich fällen müssen. Aber Sperber widersetzte sich den dienstlichen Anweisungen und verstieß damit gegen § 35 Satz 2 BeamtStG. Ich hätte ihn fragen sollen, wie er aus der Nummer damals herausgekommen ist.

Rothirschzucht im Eggegebirge

Kleinenberg ist ein Dorf im Kreis Paderborn am Südrand des Eggegebirges. Seit Jahren beschweren sich dort die Landwirte über Rothirsche, die ihre Äcker kahl fressen und zertrampeln. Nun ist der Streit so eskaliert, dass sogar der Umweltminister vor Ort war. Am 11. September zitiert die Printausgabe ((Die Online-Version ist leider erheblich gekürzt: Umweltminister Remmel will Streit um Wild-Schäden in Lichtenau beilegen)) der Neuen Westfälischen Johannes Remmel mit den Worten:

„Wildschäden gibt es in vielen Regionen, ich habe aber noch nie gesehen, dass Landwirte ihre Felder mit Zäunen vor Wild schützen müssen. […] Wir müssen dringend eine Lösung für das Problem finden, denn die Schäden im Wald und auf den Feldern können in die Millionen gehen.“

Der Minister drückt sich sehr diplomatisch aus. Denn es geht nicht nur um ein „Problem“ oder einen „Streit“ zwischen Jägern und Bauern. Offenbar wurde in der Egge jahrelang  gegen Gesetze und Verordnungen verstoßen. Zahlen zu den Rothirsch-Beständen waren falsch und Aufsichtsbehörden überfordert. Mehreren Bauern, die öffentlich die Jäger kritisierten, wurden die Zäune zerschnitten, so dass die Kühe frei herumliefen, und ihre Silageballen wurden zerfetzt. ((persönliche Mitteilung von Landwirt Stephan Böddeker)) Weiterlesen